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Militärtechnologie: Iranische Armee präsentiert neue Aufklärungsdrohne

Militärführung in Teheran: Neue iranische Drohne "Jassir" Fotos
AFP

Iran setzt verstärkt auf unbemannte Flugzeugtechnologie. Die Militärführung in Teheran hat eine neue Aufklärungsdrohne vorgeführt. Sie soll angeblich dem 2012 abgefangenen US-Modell "ScanEagle" ähneln.

Teheran - Vor der Uno in New York sprach sich der iranische Präsident Hassan Rohani explizit gegen Angriffe mit unbemannten Flugzeugen aus, deren Einsatz gegen Unschuldige im Kampf gegen den Terrorismus müsse verurteilt werden. Doch auch Iran setzt verstärkt auf diese Technologie.

Am Freitag, ausgerechnet am Tag des historischen Telefonats zwischen Rohani und US-Präsident Barack Obama, hatte die iranische Militärführung die Langstreckendrohne "Schaded 129" in Dienst gestellt, die acht Raketen abfeuern kann. Am Samstag führte Iran jetzt einen neuen unbemannten Flugzeugtyp vor. Er soll der Überwachung und Identifizierung dienen.

Die Drohne "Jassir" habe bei einer Flughöhe von rund 4,5 Kilometern eine Reichweite von 200 Kilometern, berichten übereinstimmend der iranische Rundfunk Irib in seinem deutschen Programm und der iranische Propagandasender Press TV. Die Drohne kann demnach acht Stunden im Einsatz bleiben. Sie soll angeblich dem US-Modell "ScanEagle" ähneln, von dem Iran nach eigenen Angaben Ende 2012 ein Exemplar abgefangen hatte.

Neue "Kamikaze-Drohne"

Die neue Aufklärungsdrohne "Jassir" kann laut dem iranischen General Ahmed Resa Purdastan mit Hilfe einer High-Tech-Kamera Ziele identifizieren und die Koordinaten an eine Funkbasis übermitteln, meldet die Nachrichtenagentur AFP mit Bezug auf iranische Medienberichte. Die Drohne ist auf iranischen Pressefotos zu sehen. Der hoch entwickelte Flugkörper soll laut Irib bei Katastrophenhilfseinsätzen, bei Manövern wie auch zur Verkehrsüberwachung eingesetzt werden.

Purdastan teilte darüber hinaus mit, dass Iran eine "Kamikaze-Drohne" produziert habe. Dieses Fluggerät mit der Typenbezeichnung "Raad 85" kann den Angaben zufolge ein Ziel aufspüren und angreifen. Der Begriff Kamikaze geht auf Selbstmord-Fliegereinsätze japanischer Soldaten in der Schlussphase des Zweiten Weltkriegs zurück, die sich mitsamt ihren Flugzeugen in den Tod stürzten, um gegnerische Ziele zu zerstören. Aufnahmen der iranischen "Kamikaze-Drohne" wurden nicht verbreitet.

Die Langstreckendrohne "Schaded 129", die der iranischen Nachrichtenagentur Fars zufolge am Freitag in Dienst gestellt wurde, war im September 2012 der Öffentlichkeit präsentiert worden. Sie hat eine Reichweite von 1700 Kilometern und soll offenbar der iranischen Grenzsicherung dienen, wie das Militär laut Fars während einer Pressekonferenz bekannt gab.

Iran hat ein eigenes Programm mit unbemannten Flugzeugen (Drohnen), bedient sich aber bei der Entwicklung der Modelle aus den USA. Im Dezember 2011 teilte Iran mit, eine hochentwickelte Stealth-Drohne vom Typ "RQ-170 Sentinel" abgefangen zu haben. Teheran verweigerte die Rückgabe an die USA. Im Februar 2013 veröffentlichte Iran Videos aus der Drohne.

Die Vorstellung der neuen Drohnen erfolgte direkt im Anschluss an Auftritte des iranischen Präsidenten bei der Uno-Vollversammlung in New York. Rohani betonte nicht nur die friedfertigen Absichten des iranischen Atomprogramms, sondern forderte am Donnerstag auch alle Atommächte dazu auf, ihre Waffen zu vernichten.

bos/AFP

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insgesamt 59 Beiträge
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1. Im Februar 2013 veröffentlichte Iran Videos aus der Drohne.
topodoro 28.09.2013
Was ist denn das für ein Satz : Im Februar 2013 veröffentlichte Iran Videos aus der Drohne. Mein Deutschlehrer hätte mich in der Luft zerrissen. "Im Februar 2013 veröffentlichte Iran Videos aus der Drohne." Meine Güte, was ist denn mit der Presse in unserem Lande los ?
2. Irans Waffen
BoMoUAE 28.09.2013
Der Iran hat nur eine funktionierende Waffe: Fanatismus!
3. aha
Iraner1 28.09.2013
press tv iraner propaganda sender....fox ist was bitte schoen?kann mich nicht erinnern das jemals bei spiegel online gelesen zu haben...pressefreiheit bedeutet auch dass press tv gesperrt wurde....ist das pressefreiheit?angst vor wahrheiten
4. ...
JDR 29.09.2013
Zitat von sysopAFPIran setzt verstärkt auf unbemannte Flugzeugtechnologie. Die Militärführung in Teheran hat eine neue Aufklärungsdrohne vorgeführt. Sie soll angeblich dem 2012 abgefangenen US-Modell "ScanEagle" ähneln. http://www.spiegel.de/politik/ausland/iranische-armee-stellt-aufklaerungsdrohne-vor-a-925117.html
Nun, das meiste der angebliche iranischen Drohnenmacht ist wohl Pappmache und Propaganda. Dies bedeutet jedoch nicht, dass man die Entwicklung unterschätzen darf. Einen Flugkörper, der ferngesteuert auf ein Ziel gelenkt werden kann, um dort zu detonieren, können dortige Ingenieure relativ problemlos produzieren. Ob er in einem echten Gefecht effektiv wäre hinge dann von verschiedenen Faktoren ab. Als Attentats- oder Terrorwaffe taugt so etwas auf jeden Fall. Es ist wohl auch kein Zufall, dass heute die israelische Luftwaffe gleich drei Versuche abwehren musste, den Luftraum des Staates Israel zu verletzen. Die Iraner wollen etwas beweisen. Das mag keine ernsthafte Bedrohung sein, auf die leichte Schulter nehmen kann man es dennoch nicht. Grundsätzlich liegen zwischen dem, was Teheran produziert und den Waffensystemen, welche seine Gegner täglich einsetzen Generationen.
5. Da stimmt was nicht:
cosy-ch 29.09.2013
8 Stunden Autonomie bei 200 km Reichweite kann nicht sein! Aufgrund von Spannweite und Fl?gelform schätze ich die ecomoic cruise speed auf mindestens 100 knoten, so dass etwa 1400 km Reichweite resultieren wuerden. die angegebene Flughoehe laesst vermuten, dass der Antrieb ein Kolbenmotor ist.
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Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen
Uno-Sicherheitsrat
Der Uno-Sicherheitsrat , oft auch Weltsicherheitsrat genannt, ist das mächtigste Organ der Vereinten Nationen . Ihm gehören die fünf ständigen Mitglieder USA , Russland , Großbritannien , Frankreich und China sowie zehn nichtständige Mitglieder an, die in zweijährigem Wechsel unter Berücksichtigung einer angemessenen geografischen Verteilung von der Uno-Generalversammlung gewählt werden. Jedes der fünf ständigen Ratsmitglieder kann mit seinem Vetorecht alle ihm nicht genehmen Beschlüsse des Rates blockieren. Auch müssen Entscheidungen mit mindestens neun Stimmen gefasst werden. Viele Beschlüsse wurden so verhindert oder blieben wirkungslos.
Der Vorsitz im Sicherheitsrat rotiert monatlich in der alphabetischen Reihenfolge der englischen Ländernamen.
Aufgaben
Dem Uno-Sicherheitsrat kommt nach Artikel 24 der Uno-Charta die "Hauptverantwortung für die Wahrung des Weltfriedens" zu. Das Gremium ist das einzige Organ der Uno , das völkerrechtlich verbindliche Beschlüsse für alle 191 Mitgliedstaaten der Weltorganisation fassen und deren Durchsetzung erzwingen kann.
Der Uno-Sicherheitsrat bietet ein Forum zur friedlichen Beilegung von Streitigkeiten und hat eine Untersuchungs-, Vermittlungs- und Vergleichsfunktion. Während andere Uno-Organe nur Empfehlungen abgeben können, hat der Weltsicherheitsrat nach Artikel VII der Uno-Charta auch das Recht, bindende militärische Zwangsmaßnahmen einzuleiten, sofern Staaten Aggressionen gegen andere Länder begehen oder auf andere Art den Frieden in der Welt ernsthaft gefährden. Er kann auch die Anwendung beschlossener Zwangsmaßnahmen durch einzelne Staaten erlauben. Immer wieder hat er weltweit Friedenstruppen eingesetzt, die sogenannten Uno-Blauhelme . Auch Wirtschafts- und Handelssanktionen kann der Rat verhängen.
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Die Struktur des Rates ist von den Verhältnissen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges geprägt. 1945 hatte die Uno 50 Mitglieder, heute 191, unter anderem, weil damals Dutzende Länder der Dritten Welt noch Kolonien waren. Deutschland und Japan, die seit Jahren nach den USA der zweit- und der drittgrößte Beitragszahler der Uno sind und nun ständige Ratssitze anstreben, waren bei der Uno-Gründung noch als "Feindstaaten" eingestuft.

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