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Iranische Provokation: Holocaust-Konferenz soll nachgeholt werden

Aus Teheran kommen neue Töne der Provokation. Fast schon war die Ankündigung einer Holocaust-Konferenz vergessen, soll sie nun im Oktober nachgeholt werden. Auch wenn Inhalt und Teilnehmer offen bleiben, genießt die Regierung das Spiel mit dem Feuer.

Berlin - Nach der Leugnung der Judenvernichtung in der Nazi-Zeit durch Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad will der Iran im kommenden Oktober eine Konferenz zum Holocaust veranstalten. Das kündigte Außenamtssprecher Hamid-Reza Assefi am Sonntag in Teheran an. Ahmadinedschads Äußerungen, der Holocaust sei "ein Märchen", und seine Forderung, Israel nach Europa zu verlegen, hatten im vergangenen Jahr weltweit einen Aufschrei der Empörung ausgelöst.

Die Holocaust-Konferenz war zunächst für das vergangene Frühjahr geplant worden, wurde aber verschoben - nach Einschätzung von Beobachtern mit Rücksicht auf die laufende Fußballweltmeisterschaft in Deutschland. Ahmadinedschad hatte erklärt, er wolle möglicherweise nach Deutschland kommen, sollte die iranische Mannschaft ins Achtelfinale kommen. Diese ist aber bereits in der Vorrunde ausgeschieden, die Spieler sind inzwischen nach Teheran zurückgekehrt.

Beobachter erwarten, dass zu der Holocaust-Konferenz neben Wissenschaftlern und Islamgelehrten auch deutsche Neonazis in den Iran eingeladen werden. Auch deutsche Holocaust-Leugner wie der Anwalt Horst Mahler hatten ihre Teilnahme an. Die Nationalsozialisten hatten während ihrer Herrschaft in Europa etwa sechs Millionen Juden ermordet.

mgb/dpa

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