Nuklearstreit mit Iran Frist für Atomgespräche wird bis November verlängert

Die Verhandlungen über das umstrittene iranische Atomprogramm werden verlängert. Darauf haben sich die Unterhändler in Wien geeinigt. Eigentlich sollten die Gespräche an diesem Sonntag enden, doch ein Durchbruch ist nicht in Sicht.

Iranisches    Atomkraftwerk    Bushehr: Verhandlungen verlängert
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Iranisches Atomkraftwerk Bushehr: Verhandlungen verlängert


Wien - Bei den Wiener Atomverhandlungen mit Iran haben sich die Beteiligten auf eine Verlängerung der Gespräche um weitere vier Monate geeinigt. Die iranischen Unterhändler und die Vertreter der P5+1-Gruppe aus den fünf Uno-Vetomächten und Deutschland legten in der Nacht zu Samsteg den 24. November als neues Fristende fest. Dies verkündeten die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton und Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif.

Die Verhandlungen würden mit guten Vorsätzen weitergeführt, erklärte Ashton: "Wir sind fest entschlossen, eine Einigung zum frühestmöglichen Zeitpunkt zu erreichen." Trotz aller Fortschritte gebe es noch erhebliche Differenzen in entscheidenden Punkten, so Ashton. Erneut lobte sie aber die konstruktive Arbeitsatmosphäre. Josh Earnest, der Sprecher von US-Präsident Barack Obama, wies ebenfalls auf die in den vergangenen Monaten erreichten Fortschritte hin: Es gebe nun eine "glaubwürdige Perspektive" auf eine umfassende Lösung. Deshalb habe man der Fristverlängerung zugestimmt.

Ursprünglich sollten die Verhandlungen über ein dauerhaftes Abkommen zur Beilegung des jahrelangen Streits um das iranische Atomprogramm nur bis zum kommenden Sonntag dauern. Der Endspurt in den Gesprächen lief seit vergangener Woche Donnerstag (Lesen Sie hier mehr über die Knackpunkte der Verhandlungen).

Die Uno-Vetomächte und Deutschland wollen über die Verhandlungen sicherstellen, dass Iran keine Atomwaffen erlangt. Teheran hat stets betont, dass sein Nuklearprogramm nur zivilen Zwecken diene. Zugleich aber sind über Jahre die atomaren Fähigkeiten ausgebaut, Beschlüsse des Uno-Sicherheitsrats ignoriert worden, internationalen Inspektoren wurde der Zugang zu Anlagen verwehrt.

Vor der Entscheidung für eine Fristverlängerung hatte sich der iranische Außenminister Sarif am Rande der Atomgespräche mit dem Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Yukiya Amano, getroffen. Die IAEA spielt eine wichtige Rolle bei der Überprüfung der Maßnahmen zur Begrenzung des iranischen Atomprogramms. Einzelheiten über das Gespräch wurden nicht bekannt.

Der iranische Präsident Hassan Rohani hatte zuvor bereits signalisiert, mit einer Verlängerung der Gespräche kein Problem zu haben. Diese laufen seit dem 20. Januar.

jbe/sef/dpa/AFP/Reuters/



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