Golf von Oman: Irans Marine hilft US-Frachter im Kampf gegen Piraten

Ein iranisches Kriegsschiff hat die Besatzung eines US-Frachters im Kampf gegen einen Piratenangriff unterstützt. Über den Umfang der Hilfe gehen die Versionen jedoch auseinander: Die Iraner schildern eine Rettung in letzter Sekunde, die Reederei spricht lediglich von hilfreichen Funksprüchen.

Iranisches Kriegsschiff (Archivfoto): "Wir haben die Piraten in die Flucht geschlagen" Zur Großansicht
AP

Iranisches Kriegsschiff (Archivfoto): "Wir haben die Piraten in die Flucht geschlagen"

Teheran - Im Kampf gegen einen Piratenangriff hat ein US-Frachter Hilfe von ungewohnter Seite bekommen: Die iranische Marine hat der Besatzung der "Maersk Texas" im Golf von Oman geholfen, die Seeräuber in die Flucht zu schlagen. Einen entsprechenden Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Irna bestätigte die Reederei Maersk dem Nachrichtenunternehmen Bloomberg.

Das unter US-Flagge fahrende Schiff sei am Mittwochmittag in der Straße von Hormus, nordöstlich von Fudschaira, dem größten Hafen der Vereinigten Arabischen Emirate, angegriffen worden. Die "Maersk Texas" war auf dem Weg in die USA, als mehrere Angriffsboote der Piraten, sogenannte Skiffs, den Frachter attackierten.

Über die Art und den Umfang der Hilfe durch Teherans Marine gehen die Darstellungen von iranischer und US-Seite allerdings auseinander.

Ein Sprecher der Reederei sagte, die Iraner hätten der Besatzung per Funk Hilfsanweisungen erteilt. Genauere Angaben über den Inhalt der Funksprüche machte er nicht. Den Angriff selbst sollen jedoch an Bord befindliche Sicherheitsleute abgewehrt haben. Es habe keine Verletzten gegeben.

In iranischen Medien liest sich das anders: "Dank der Wachsamkeit und der zügigen Reaktion der iranischen Seestreitkräfte wurden die Piraten in die Flucht geschlagen," meldete Irna unter Berufung auf die Öffentlichkeitsabteilung der Marine.

Ein iranisches Marineschiff in dem Seegebiet habe den Notruf der "Maersk Texas" erhalten und sich daraufhin zum Ort des Angriffs begeben. Als die Iraner die Position erreichten, seien die Angreifer umgehend in ihren schnellen Motorbooten geflohen.

Auch eine australische Fregatte sei der Besatzung des US-Frachters zur Hilfe geeilt. Ein Helikopter sei nach dem Hilferuf der "Maersk Texas" von Bord der "HMAS Melbourne" gestartet. Die Besatzung habe rund um das Schiff etwa 20 Skiffs gezählt. Ob darin wirklich Piraten saßen, sei jedoch bislang unklar.

Das Kommando der EU-geführten "Atalanta"-Mission wollte den Piratenangriff nicht bestätigen. Die Attacke erfolgte außerhalb des Verantwortungsbereichs der Flotte, an der sich auch die Bundeswehr mit mehreren Schiffen beteiligt.

In der Vergangenheit waren die Rollen bei Piratenangriffen stets anders verteilt: Die US-Marine hat bereits mehrfach iranische Schiffe vor Piratenangriffen gerettet.

syd/dpa

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 27 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
attilav 24.05.2012
Zitat von sysopdie Reederei spricht lediglich von hilfreichen Funksprüchen. Irans Marine rettet US-Schiff "Maersk Texas" vor Piratenangriff - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,835006,00.html)
Weil nicht sein kann, was nicht sein darf! Allein die Tatsache der Funksprüche könnte die Piraten verjagt haben. Nach dem Motto Kriegsschiff im "Anflug".
2.
TangoGolf 24.05.2012
Verrückte Welt: vielleicht sind jetzt die Piraten noch die Ursache, dass sich die USA und EU mit dem Iran "friedlich" militärisch begegnen. So paradox das ja sein mag, aber sowas könnte viel zur Entspannung in der Region beitragen - außer für die Piraten natürlich!
3.
king_pakal 24.05.2012
Zitat von sysopEin iranisches Kriegsschiff hat die Besatzung eines US-Frachters im Kampf gegen einen Piratenangriff unterstützt. Über den Umfang der Hilfe gehen die Versionen jedoch auseinander: Die Iraner schildern eine Rettung in letzter Sekunde, die Reederei spricht lediglich von hilfreichen Funksprüchen. Irans Marine rettet US-Schiff "Maersk Texas" vor Piratenangriff - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,835006,00.html)
Skandal. Eine Hilfe aus Iran darf auf gar keinen Fall zu hoch bewertet werden.
4.
Lekcad 24.05.2012
Zitat von sysopEin iranisches Kriegsschiff hat die Besatzung eines US-Frachters im Kampf gegen einen Piratenangriff unterstützt. Über den Umfang der Hilfe gehen die Versionen jedoch auseinander: Die Iraner schildern eine Rettung in letzter Sekunde, die Reederei spricht lediglich von hilfreichen Funksprüchen. Irans Marine rettet US-Schiff "Maersk Texas" vor Piratenangriff - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,835006,00.html)
Aber nur um anschließend die Besatzung zu entführen und damit Zugeständnisse für das Atomprogramm zu erpressen. Oder es war eine false-Flag Operation, die Piraten waren auch Iraner.
5. Zeichen und Wunder
irgendwer_bln 24.05.2012
Zitat von sysopEin iranisches Kriegsschiff hat die Besatzung eines US-Frachters im Kampf gegen einen Piratenangriff unterstützt. Über den Umfang der Hilfe gehen die Versionen jedoch auseinander: Die Iraner schildern eine Rettung in letzter Sekunde, die Reederei spricht lediglich von hilfreichen Funksprüchen.
Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Es sei denn, die Piraten waren Iraner aus der Propaganda-Abteilung... ;-)
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Ausland
RSS
alles zum Thema Moderne Piraten
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 27 Kommentare
  • Zur Startseite