Teheran - Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat Staatstrauer in seinem Land angeordnet - denn ein enger Verbündeter ist gestorben. Venezuelas Präsident Hugo Chávez ist mit 58 Jahren einem Krebsleiden erlegen.
Beide haben sich stets als "Brüder" bezeichnet. Jetzt preist Ahmadinedschad Chávez als "mutigen, weisen und revolutionären Führer", überhöht ihn zum "Märtyrer, der seinem Volk gedient" hat. "Der Geist einer großen Persönlichkeit, die immer für Freiheit und Gerechtigkeit gefochten hat, ist nun im Himmel", erklärt Ahmadinedschad in einem Kondolenzschreiben. Er nennt ihn sogar in einem Zug mit Jesus: Er zweifle nicht daran, dass Chávez "an der Seite des Propheten Jesus" zurückkehre. Im Islam gilt Jesus als einer der wichtigsten Propheten.
Außerdem nannte Ahmadinedschad den Venezolaner ein "Symbol des Widerstands gegen den Imperialismus". Der gemeinsame, "imperialistische" Feind USA hat Ahmadinedschad und Chávez stets geeint. Beide pflegten seit Jahren enge Beziehungen. Als Ahmadinedschad Caracas zum ersten Mal im Jahr 2006 besuchte, verkündeten die Präsidenten die Stärkung ihrer "Allianz gegen das Imperium der USA".
Teheran war stets besonders beglückt über die venezolanische Unterstützung für das iranische Atomprogramm. Bei der Staatsvisite vor einem Jahr witzelten beide Politiker sogar über das Thema: Wenn sie gemeinsam an einer Bombe bauten, "dann wäre Liebe der Treibstoff für diese Bombe". Iran helfe beim Bau "atombetriebener Fahrräder" in Venezuela mit, scherzte Chávez damals.
Chávez' Stellvertreter Nicolás Maduro gab den Tod der venezolanischen Öffentlichkeit bekannt. Maduro gilt als sein Wunschnachfolger für das Amt des Präsidenten.
kgp/AFP
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Politik | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Ausland | RSS |
| alles zum Thema Venezuela | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH