Irans taktische Spielchen EU dementiert Anfrage für neue Atomgespräche

Seit Wochen verschlechtern sich die Beziehungen zwischen Iran und dem Westen - nun will Teheran offenbar den Eindruck erwecken, kooperativ zu sein. Man habe die EU für neue Atomgespräche angefragt. Doch in Brüssel weiß man davon nichts.

Irans Atomkraftwerk Buschehr: Neue Verhandlungen mit der EU?
AP/ ISNA

Irans Atomkraftwerk Buschehr: Neue Verhandlungen mit der EU?


Teheran/Brüssel - Seit einem Jahr liegen Atomverhandlungen mit Iran auf Eis. Jetzt will Iran die Europäische Union (EU) um einen Termin für die baldige Wiederaufnahme der Gespräche über sein umstrittenes Nuklearprogramm gebeten haben. "Wir warten nur noch darauf, dass uns (die EU-Außenbeauftragte) Catherine Ashtondas Datum und den Treffpunkt bestätigt", sagte Ramin Mehmanparast, Sprecher des iranischen Außenministeriums. Zudem würden noch in diesem Monat Kontrolleure der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA in Iran erwartet.

Sobald Zeit und Ort feststünden, werde der iranische Chefunterhändler Said Dschalili seinen "Standpunkt" erläutern, sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums.

Allerdings weiß man in Brüssel nichts von einer Anfrage aus Teheran. Ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Ashton dementierte diese nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa. Iran habe der EU bisher keine Vorschläge für eine Wiederaufnahme der Atomgespräche gemacht, sagte der Sprecher.

Warnung an die USA

Die Spannungen zwischen Iran und dem Westen waren zuletzt deutlich gestiegen, weil Teheran damit gedroht hatte, im Fall von Sanktionen gegen seine Ölexporte die Straße von Hormus zu sperren. Durch die Verbindung zwischen dem Persischen Golf und dem Arabischen Meer laufen bis zu 20 Prozent der weltweiten Erdöltransporte. Am Montag testete Iran bei einer Marineübung nahe der strategisch wichtigen Meerenge mehrere Raketen.

Der iranische Armee-Chef Ataollah Salehi warnte die USA am Dienstag davor, ihren abgezogenen Flugzeugträger zurück in den Persischen Golf zu schicken. "Wir raten dem US-Flugzeugträger, der die Meerenge von Hormus durchfahren hat und sich jetzt im Golf von Oman befindet, nicht in den Persischen Golf zurückzukehren", wurde Salehi von der amtlichen Nachrichtenagentur Irna zitiert. Iran habe "nicht die Absicht, diese Warnung zu wiederholen", fügte der General demnach hinzu.

Irans Atomgespräche mit der 5+1-Gruppe (die Uno-Vetomächte USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien sowie Deutschland) waren im Januar 2011 in Istanbul wegen fehlender Fortschritte auf unbestimmte Zeit vertagt worden. Hauptziel der Staatengemeinschaft ist es, Teheran von einer weiteren Uran-Anreicherung abzubringen. Der Westen verdächtigt die iranische Regierung, unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms heimlich am Bau von Atomwaffen zu arbeiten. Teheran bestreitet dies.

Paris will schärfere Sanktionen

Frankreichs Außenminister Alain Juppé forderte im Sender i-Télé eine Verschärfung der Sanktionen gegen Iran. Präsident Nicolas Sarkozy habe bereits zwei Maßnahmen vorgeschlagen: das Einfrieren der Guthaben der iranischen Zentralbank und ein Erdölembargo. Nach Ansicht der französischen Regierung arbeitet Iran weiter an der Entwicklung von Nuklearwaffen. "Ich glaube, darüber gibt es keinen Zweifel", sagte Juppé.

Paris wolle ähnliche Sanktionen, wie sie die USA beschlossen hätten, bis Ende Januar auch in Europa durchsetzen. Allerdings betonte Juppé auch, dass Frankreich den Weg für Verhandlungen nicht versperren wolle.

heb/AFP/dpa/Reuters

insgesamt 18 Beiträge
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Seite 1
nahal 03.01.2012
1. Spinner
Wenn ein Land dieser Welt einen Kriegsgrund gegen den Iran gesucht hat, die Spinner in Teheran liefern diesen frei Haus. Die Ankündigung Irans, den Zugang von US-Kriegsschiffen in den Golf mit militärischen Massnahmen zu verhindern zwingt die USA, die Probe aufs Exempel zu erzwingen.
Stelzi 03.01.2012
2. Maulhelden-Mullahs
Da schau her, irgend so ein Lamettakasper der Revolutionsgarden warnt also die USA ihren Trägerverband nicht noch einmal die Strasse von Hormus durchfahren zu lassen - sonst was? Versenkt ihr ihn mit imaginären Wunderwaffen? Das Mullah Regime steuert sehenden Auges auf die Vernichtung der eigenen Machtbasis zu: das Militär. Sollte es zu einem offenen Konflikt kommen, so werden wahrscheinlich bereits am zweiten Tag die Revolutionsgarden weitgehend vernichtet sein. Nach einer Woche dann, was von der regulären Armee noch übrig ist. Und dann wird sich zeigen, ob man noch in der Lage ust, die Opposition niederzuschiessen.
friedrichii 03.01.2012
3. ja
Das Herzogtum LuXemburg fühlt sich auch durch die US Stützpunkte in Deutschland provoziert Ich erwarte hohe Verluste unter der deutschen Zivilbevölkerung, wenn die Armee des Herzogstums demnaechst diese Stützpunkte angreift
xasd 03.01.2012
4. schön wenn man den Sinn des Lebens gefunden hat
Ich denke Sie und der Iran ziehen dieses Thema mit einer völlig verknoteten Realitätsverdrehung ins Lächerliche, darüber kann man nur noch Witze machen. Genauso wie über die Fotos in denen der Iran mit deutschen Maschinenpistolen einem Flugzeugträger droht, die peitschen mal wieder das Meer aus und Sie peitschen mit. Wieder mal die typisch deutsche Paragraphen und Vorschriften Rumreiterei, genau deswegen gab es ja den 2. Weltkrieg. Dann drohen Sie mal lieber alleine den bööösen Stützpunkten, schön wenn man den Sinn des Lebens gefunden hat, wir haben aber sinnvolleres mit unserer Zeit anzufangen.
angnaria 03.01.2012
5. glaub ich nicht
Zitat von nahalWenn ein Land dieser Welt einen Kriegsgrund gegen den Iran gesucht hat, die Spinner in Teheran liefern diesen frei Haus. Die Ankündigung Irans, den Zugang von US-Kriegsschiffen in den Golf mit militärischen Massnahmen zu verhindern zwingt die USA, die Probe aufs Exempel zu erzwingen.
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