Iraq Study Group Das steht im Bericht der Baker-Kommission

Die überparteiliche Kommission unter Leitung von James Baker und Lee Hamilton hat ihre Empfehlungen zum künftigen Irak-Kurs der USA vorgelegt. Sie schlägt unter anderem eine neue diplomatische Initiative und die Beteiligung Syriens und Irans vor. SPIEGEL ONLINE veröffentlicht Auszüge aus dem Bericht.


  • "Die Situation im Irak ist ernst und verschlechtert sich zunehmend. Es gibt keinen Weg, der Erfolg garantieren kann, aber die Aussichten können verbessert werden."
  • "Unsere wichtigsten Vorschläge sehen neue und verstärkte diplomatische und politische Bemühungen im Irak und der Region sowie eine Veränderung beim Schwerpunkt der Mission der US-Truppen im Irak vor, die es den Vereinigten Staaten ermöglichen wird, auf verantwortungsvolle Weise mit dem Abzug ihrer Kampftruppen aus dem Irak zu beginnen. Wir glauben, dass diese beiden Empfehlungen gleichermaßen wichtig sind und sich gegenseitig unterstützen. Wenn sie effektiv umgesetzt werden und wenn die irakische Regierung die nationale Versöhnung vorantreibt, werden die Iraker die Chance auf eine bessere Zukunft haben, dem Terrorismus wird ein Schlag versetzt, die Stabilität in einer wichtigen Region der Erde wird gestärkt, und Amerikas Glaubwürdigkeit, Interessen und Werte werden geschützt."
  • "Wenn sich die Situation weiter verschlechtert, könnten die Folgen schwerwiegend sein. Ein Abgleiten ins Chaos könnte zum Zusammenbruch der irakischen Regierung führen und zu einer Katastrophe für die Bevölkerung. Nachbarländer könnten sich einmischen. Sunnitisch-schiitische Zusammenstöße könnten sich ausweiten. Al Kaida könnte einen Propagandasieg erringen."
  • "In den vergangenen neun Monaten haben wir eine breite Spanne von Ansatzpunkten für ein weiteres Vorgehen geprüft. Alle haben Schwachstellen. Unser vorgeschlagener Kurs hat Unzulänglichkeiten, aber wir glauben fest daran, dass er die besten Strategien und Taktiken für positiven Einfluss auf die Zukunft im Irak und in der Region umfasst."
  • "Die Vereinigten Staaten sollten umgehend eine neue diplomatische Offensive starten, um einen internationalen Konsens für Stabilität im Irak und in der Region aufzubauen. Diese diplomatischen Bemühungen sollten jedes Land einbeziehen, das ein Interesse daran hat, einen chaotischen Irak zu verhindern, einschließlich aller Nachbarn des Iraks."
  • "Angesichts der Möglichkeit des Irans und Syriens, auf Vorgänge im Irak Einfluss zu nehmen, und ihres Interesses, Chaos im Irak zu verhindern, sollten die Vereinigten Staaten versuchen, sie konstruktiv einzubinden. Im Bemühen, das Verhalten der beiden Länder zu beeinflussen, verfügen die Vereinigten Staaten über negative und positive Anreize."
  • "Die Vereinigten Staaten können ihre Ziele im Nahen und Mittleren Osten nicht erreichen, wenn sie sich nicht direkt mit dem arabisch-israelischen Konflikt und der Instabilität in der Region befassen. Es muss ein neues und nachhaltiges Engagement der Vereinigten Staaten für einen umfassenden arabisch-israelischen Frieden an allen Fronten geben."
  • "Die Hauptaufgabe der US-Truppen im Irak sollte die Unterstützung des irakischen Heeres werden, das die Hauptverantwortung für Kampfeinsätze übernehmen würde. Unter Vorbehalt unerwarteter Entwicklungen in der Sicherheitslage vor Ort könnten bis zum ersten Quartal 2008 alle Kampfbrigaden, die nicht zum Schutz der Truppen nötig sind, aus dem Irak abgezogen sein."

asc/AP



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