Irland Konservative Opposition siegt bei Parlamentswahl

Bei den Parlamentswahlen in Irland hat die Opposition gesiegt. Die bisherige Regierungspartei Fianna Fail wurde von den Wählern wegen der Folgen der Wirtschaftskrise abgewatscht. Der designierte neue Premierminister Enda Kenny muss sich aber wohl einen Partner suchen.

Bisheriger Oppositionsführer Kenny: Klarer Wahlsieg vorhergesagt
AFP

Bisheriger Oppositionsführer Kenny: Klarer Wahlsieg vorhergesagt


Dublin - Die Iren setzen in der schweren Wirtschaftskrise auf eine neue Regierung. Wie erwartet haben sie die amtierende wirtschaftsliberale Regierungspartei Fianna Fail von Premierminister Brian Cowen abgewählt. Neu an die Macht kommt jetzt die konservative Fine Gael mit dem designierten Premierminister Enda Kenny an der Spitze.

Die absolute Mehrheit habe Fine Gael jedoch verpasst. Aufgrund von Nachwahlbefragungen prognostizieren Wahlforscher für die Partei von Spitzenkandidat Kenny ein Ergebnis von rund 36 Prozent der Stimmen. Das wäre das beste Resultat seit 1982. Einige Umfragen im Vorfeld hatten die Partei allerdings bei fast 40 Prozent gesehen.

Nach der Auszählung von knapp 40 der insgesamt 166 Mandate in 43 Wahlkreisen bestätigte sich die Prognose weitgehend. Das endgültige Ergebnis wurde nach einem Auszählungsmarathon erst am Sonntag erwartet. Die bislang regierende Fianna Fail kam den Nachwahlbefragungen zufolge nur noch auf rund 15 Prozent. Trotzdem muss sich Kenny wohl einen Partner suchen. Die Labour-Party wäre ein möglicher Kandidat.

Es war zu erwarten, dass die Parlamentswahl vom Freitag zu einem Regierungswechsel führt. Etwa 3,1 Millionen Iren waren am Freitag aufgerufen gewesen, die 165 Abgeordneten des Unterhauses in Dublin neu zu bestimmen. Der bisherige Premier Brian Cowen hat die klare Niederlage seiner Partei Fianna Fail eingestanden. "Es gab eindeutig keine große Unterstützung für unsere Partei", sagte Cowen am Samstag dem Fernsehsender RTE. "Als Demokraten akzeptieren wir das Ergebnis."

Cowen war wegen der irischen Bankenkrise stark unter Druck geraten. Hintergrund war die Annahme eines 85 Milliarden Euro schweren Hilfspakets von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds. Cowen selbst war bei der Wahl nicht erneut angetreten. Er hatte Staatschefin Mary McAleese Anfang Februar um die Auflösung des Parlaments gebeten. Zuvor hatte den Vorsitz seiner Fianna-Fail-Partei niedergelegt. Daraufhin war die Regierungskoalition geplatzt. Kenny hatte im Wahlkampf angekündigt, das internationale Hilfspaket für Irland in Brüssel neu verhandeln zu wollen.

chs/lgr/AFP



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insgesamt 3 Beiträge
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si_tacuisses 26.02.2011
1. Deutsche aufgepasst !!!!!
Zitat von sysopBei den Parlamentswahlen in Irland zeichnet sich ein Sieg der Opposition ab. Die bisherige Regierungspartei wird von den Wählern wegen der Folgen der Wirtschaftskrise abgewatscht. Der designierte neue Premierminister Enda Kenny muss sich aber wohl einen Partner suchen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,747925,00.html
Seht ihr wie das geht ?? Wir haben noch 6 Wahlen in 2011 und das klatscht wenn es denn der Wähler will.
Bruschetta 26.02.2011
2. Aha, das ist also eine Wahl-Klatsche?
In Deutschland entspräche das etwa der Situation, dass eine CSU-Regierung (Fianna Fáil) von einer CSU-Regierung (Fine Gael) abgelöst wird, die dann noch die FDP (Irland=Labour Party) mit ins Boot holen muss. Seltsame "Klatsche".
ralphofffm 26.02.2011
3. So ist das eben
Zitat von BruschettaIn Deutschland entspräche das etwa der Situation, dass eine CSU-Regierung (Fianna Fáil) von einer CSU-Regierung (Fine Gael) abgelöst wird, die dann noch die FDP (Irland=Labour Party) mit ins Boot holen muss. Seltsame "Klatsche".
Wer die Wahl hat,hat eben nur... die Wahl. Wenns niemand anderen gibt.
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