"Iron Dome" Israels Hightech-System gegen den Raketenhagel

Israels Raketenabwehr erlebt ihre Bewährungsprobe - Dutzende Raketen aus dem Gaza-Streifen fängt die Hightech-Anlage "Iron Dome" jeden Tag ab. Die israelische Regierung stationierte nun eine weitere Batterie, um Tel Aviv zu schützen. Bislang konnte das System neun von zehn Raketen zerstören.


Tel Aviv - Seit März 2011 ist das israelische Raketenabwehrsystem "Iron Dome" im Einsatz, doch erst in diesen Tagen muss sich die "Eisenkuppel" wirklich bewähren. Dutzende Raketen werden täglich aus dem Gaza-Streifen auf israelisches Gebiet abgefeuert, auch die Städte Tel Aviv und Jerusalem sind zur Zielscheibe geworden - "Iron Dome" soll verhindern, dass Menschen dabei sterben.

Das System ist in der Lage, die auf bewohnte Gebiete abgefeuerten Raketen zu erfassen und abzufangen - es kann Kurzstreckenraketen und Mörsergeschosse in Entfernungen von vier bis 70 Kilometern zerstören. Zwischen Mittwoch und Samstag machte das System nach Angaben der Armee mindestens 222 anfliegende Raketen unschädlich. Das entspricht einer Erfolgsquote von 90 Prozent.

Um auch die Metropole Tel Aviv zu schützen, nahm Israel am Samstag vorzeitig eine fünfte Einheit in Betrieb. Am Vormittag wurde das System im Viertel Hatikva aufgestellt - ursprünglich sollte es erst im Januar dort in Betrieb gehen. In der Wohngegend wurde das Geschoss laut einem Bericht der israelischen Zeitung "Haaretz" schnell zur Attraktion bei den Bewohnern. Das Blatt zitierte eine Anwohnerin mit den Worten, sie habe nun weniger Angst, da "Iron Dome" hier sei.

Wie zuverlässig ist das System?

Hundertprozentigen Schutz bietet auch das Hightech-System nicht. Laut israelischer Armee liegt die Trefferquote bisher zwischen 75 und 90 Prozent. Militärexperten zufolge wären 13 Einheiten nötig, um Israel einen kompletten Schutz zu bieten. Bis so viele im Einsatz sind, dürften noch Jahre vergehen. Große Städte wie Haifa und Tel Aviv sowie grenznahe Gebiete gelten weiter als gefährdet.

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Raketenabwehr "Iron Dome": Israels Eisenkuppel
Wie funktioniert "Iron Dome"?

Jede Batterie besteht aus einem Radar, einer Feuerleit-Software und drei Werfervorrichtungen mit je 20 Abwehrraketen. Das Radargerät erkennt die anfliegenden Geschosse, die Information geht an einen Raketenwerfer und eine Abfangrakete wird gestartet. Im Idealfall wird das feindliche Geschoss in der Luft zerstört, bevor es bewohnte Gebiete erreicht. Nach Herstellerangaben ermittelt das System auch den für den Abschuss sichersten Punkt.

Die Vorteile liegen in der Flexibilität. Das System ist leicht zu transportieren, binnen weniger Stunden kann es verlegt und neu aufgebaut werden. Die Raketen, die "Iron Dome" abfeuert, sind laut der Sicherheitsanalysten IHS Jane's drei Meter lang, messen im Durchschnitt 15 Zentimeter und wiegen 90 Kilogramm. Sie sind gut manövrierfähig.

Was kostet das System?

Der Stückpreis pro Batterie beträgt Industriekreisen zufolge etwa 50 Millionen Dollar (39 Millionen Euro). Wie viel ein einzelner Abschuss kostet, darüber gibt es unterschiedliche Angaben. Laut der Nachrichtenagentur Reuters kostet jede Abfangoperation 25.000 Dollar, anderen Berichten zufolge kostet ein Schuss rund 50.000 Dollar.

Hergestellt wird das System vom staatlichen israelischen Rüstungsunternehmen Rafael Defense Systems. Der Bau des Schutzschirms war eine Reaktion auf Raketenangriffe aus dem Libanon und dem Gaza-Streifen in den Jahren 2006 und 2007.

Finanziell unterstützt von den USA, investierte Israel rund eine Milliarde Dollar (über 780 Millionen Euro) in die Entwicklung des Systems. Im Juli schossen die USA 70 Millionen Dollar zu. Damals lobte US-Präsident Barack Obama das System als "entscheidend für die Sicherheit israelischer Familien".

Wogegen richtet sich "Iron Dome"?

Israel fürchtet insbesondere die Fadschr-5-Raketen, die die Hamas nach eigenen Angaben auf Tel Aviv gefeuert hat. Die iranische Rakete hat eine Reichweite von 75 Kilometern und kann einen 175 Kilogramm schweren Sprengkopf ins Ziel befördern. Sie gilt als Prestigewaffe der Hamas.

Laut israelischen Erkenntnissen ließ das Regime in Teheran in den vergangenen Jahren Hamas und Islamischem Dschihad mehrere Fadschr-5-Raketensysteme zukommen. Auch in den vergangenen Monaten seien die Rüstungsgüter in den Gaza-Streifen geschmuggelt worden. Auf dem Seeweg sollen die Teile von Iran nach Sudan gebracht worden sein. Via Ägypten sollten die Rüstungsgüter durch die mehreren hundert Schmuggeltunnel vom Sinai in den Gaza-Streifen gelangt sein.

Teheran weist die Vorwürfe zurück. Die militanten Kräfte benötigten keine Hilfe von außen, sagte Alaeddin Borudscherdi, der Vorsitzende des Parlamentsausschusses für auswärtige Angelegenheiten und nationale Sicherheit, am Samstagabend im iranischen Fernsehen.

Israel wurde erstmals im Juli 2006 von einer Fadschr-5 getroffen. Im Libanonkrieg hatte die Hisbollah die Rakete auf die Stadt Afula südlich von Haifa abgefeuert - rund 50 Kilometer von der libanesischen Grenze entfernt. Damals gab es noch kein "Iron Dome".

fab/dpa/Reuters

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insgesamt 58 Beiträge
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paluschke 18.11.2012
1. optional
"messen im Durchmessen 15 Zentimeter und wiegen 90 Kilometer. " Ahja.
darthmax 18.11.2012
2. Verantwortung
Zitat von sysopAFPIsraels Raketenabwehr erlebt ihre Bewährungsprobe - Dutzende Raketen aus dem Gaza-Streifen fängt die Hightech-Anlage "Iron Dome" jeden Tag ab. Die israelische Regierung stationierte nun eine weitere Batterie, um Tel Aviv zu schützen. Bislang konnte das System neun von zehn Raketen zerstören. http://www.spiegel.de/politik/ausland/iron-dome-beschuetzt-israel-vor-raketen-aus-gaza-streifen-a-867915.html
Wenn das ägyptische Militär wollte, dass der Nachschub an Raketenteilen gestoppt wird, so wäre dieses zweifellos sehr einfach. Die Zahl der Strassensperren in Ägypten ist hoch.
ProfessorGermany 18.11.2012
3. HiTech System
Hier wird nochmal bewiesen, wie HiTech Israel und wie primitiv Hamas ist. Jede abgefangene Rakete kostet Israel 50.000$. Die könnte man lieber für Ausbildungszwecke ausgeben. Leider muss das Geld für die Sicherheit der Bevölkerung investiert werden.
n01 18.11.2012
4. Ganz schön teuer
Gut, das es so etwas gibt, aber der Preis pro Abschuß ist recht hoch im Verhältniss zu den abgeschoßenen Raketen. Es wären jetzt schon ca. 5,5 Millionen Dollar verschoßen bei 25000 Dollar pro Rakete. Aber für die Sicherheit der Bürger ist es das wert.
martinvc 18.11.2012
5. Leben ist wertvoller.
Zitat von n01Gut, das es so etwas gibt, aber der Preis pro Abschuß ist recht hoch im Verhältniss zu den abgeschoßenen Raketen. Es wären jetzt schon ca. 5,5 Millionen Dollar verschoßen bei 25000 Dollar pro Rakete. Aber für die Sicherheit der Bürger ist es das wert.
Jedes Leben ist wertvoller als so eine Abfangrakete.
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