Konferenz in Paris Fast 30 Staaten versprechen Irak militärische Hilfe im Kampf gegen IS

Iraks Regierung erhält diplomatische Rückendeckung im Kampf gegen den "Islamischen Staat". 30 Staaten und Organisationen wollen Bagdad "mit allen notwendigen Mitteln" unterstützen, hieß es nach einer Konferenz in Paris. Konkrete Zusagen blieben sie jedoch schuldig.

Teilnehmer der Pariser Irak-Konferenz: "Angemessene militärische Hilfe" für Bagdad
AFP

Teilnehmer der Pariser Irak-Konferenz: "Angemessene militärische Hilfe" für Bagdad


Paris - Im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" hat die internationale Staatengemeinschaft dem Irak weitgehende Hilfe zugesagt. Bagdad solle "mit allen notwendigen Mitteln, einschließlich angemessener militärischer Hilfe" unterstützt werden, heißt es in der Abschlusserklärung einer Irak-Konferenz mit knapp 30 Staaten und Organisationen in Paris. Konkrete Zusagen wurden bei dem Treffen jedoch nicht gemacht.

"Es gibt keine Zeit zu verlieren", sagte Frankreichs Staatschef François Hollande. "Der Kampf der Iraker gegen den Terrorismus ist auch der unsrige." Er fügte hinzu: "Die Bedrohung ist global, und also muss es eine globale Antwort darauf geben." Der französische Außenminister Laurent Fabius sagte nach der Konferenz, der Kampf gegen die "Schlächter vom IS" werde viel Zeit in Anspruch nehmen. "Das ist eine langfristige Aktion."

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier betonte, der Kampf gegen den IS könne "nicht allein eine militärische Aufgabe sein". Es müsse unter anderem darum gehen, den Finanzzufluss für den IS auszutrocknen und den Zustrom von Kämpfern zu stoppen. Deutschland wolle das Thema während der Woche der Uno-Vollversammlung in New York vorantreiben. Es werde schon zuvor ab Freitag am Rande des Uno-Sicherheitsrates eine "dichte Frequenz" von Treffen geben.

Der irakische Präsident Fuad Masum, der ebenfalls an der Konferenz teilnahm, bat explizit um militärische Hilfe. Sein Land benötige vor allem Unterstützung durch Luftangriffe, sagte er dem Sender Europe 1.

Irak bedauert Abwesenheit der iranischen Regierung

Die USA, die eine internationale Koalition gegen den IS aufbauen, fliegen bereits seit Anfang August Luftangriffe gegen die Dschihadisten im Irak und wollen ihr militärisches Vorgehen auf Syrien ausweiten. US-Außenminister John Kerry betonte indes in Paris, es gehe nicht nur um Luftangriffe. Viele Staaten hätten eine Beteiligung am Vorgehen gegen den IS zugesagt.

Frankreich erwägt eine Beteiligung an den Luftangriffen gegen den IS im Irak, nicht aber in Syrien. Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian kündigte bei einem Besuch in den Vereinigten Arabischen Emiraten Aufklärungsflüge der französischen Luftstreitkräfte über dem Irak an.

Steinmeier bekräftigte in Paris, dass sich Deutschland an Luftangriffen nicht beteiligen werde. Für Deutschland stehe nach der "nicht einfachen Entscheidung" für Waffenlieferungen an die kurdischen Kämpfer im Nordirak fest, dass es keine "Beteiligung an den Luftschlägen" geben werde.

Bei der Pariser Irak-Konferenz waren 26 Staaten sowie die EU, die Uno und die Arabische Liga vertreten. Iran, der Bagdad im Kampf gegen den IS unterstützt, wurde nicht eingeladen. Eine Sprecherin von Kerry sagte in Paris, es werde keine "militärische Koordination" mit dem Iran geben. Zugleich stellte sie "diplomatische Diskussionen" in Aussicht.

Der irakische Außenminister Ibrahim al-Dschaafari bedauerte Teherans Abwesenheit bei der Konferenz. "Wir haben darauf bestanden, dass Iran teilnimmt. Aber es sind nicht wir, die diese Entscheidung gefällt haben."

syd/AFP

insgesamt 12 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
ChristophRohrmoser 15.09.2014
1. Was ist mit den Anschlägen?
Bis die IS ihren Siegeszug angetreten hat wurde über ein halbes Jahr in vielen verschiedenen Medienseiten und Newsportalen fast täglich von Bombenanschlägen und Selbstmordattentaten im Irak berichtet. Mich würde interessieren ob diese Anschläge jetzt trotzdem noch stattfinden aber nicht mehr medienwirksam genug sind um neben den IS-Schlagzeilen noch Erwähnung zu finden oder ob der Irak die Anschläge tatsächlich in den Griff bekommen hat?
dherr 15.09.2014
2. Altes Sprichwort:
Viele Köche verderben dein Brei! Wahrscheinlich wird es so kommen.
HalfPastNein 16.09.2014
3. zu viel?
Laut CIA soll der IS ca 31 tausend Kämpfer haben. Sind da dann nicht 30 Staaten nicht etwas viel die dagegen vorgehen sollen? Kommt mir alles etwas aufgebauscht und gespielt vor.
kosu 16.09.2014
4. Es gibt nur eine globale Bedrohung
das sind die USA-NATO und die EU Waffen liefern angebliche Demokratie exportieren Kriege führen Regierungen stürzen. Solange es der Erweiterung oder dem Machterhalt dieser Gruppe hilft werden Organisationen wie die ISIS aufgebaut und ausgerüstet, man weiß bestimmt vorher wo es hin geht. Dann schreit der Westen Kampf gegen den Terror wir müssen bomben natürlich mit ein paar toten Zivilisten passiert halt. Die Verursacher kommen nicht vor ein Gericht (wozu brauchen wir dann Den Haag?) und es geht weiter so. Die Medien schreien in deren Auftrag weiter. Das ist unabhängiger Journalismus. Bravo die Massen glauben je Lüge
reggi 16.09.2014
5.
Spon...reife Leistung, einer der in dieser Region großen Einfluß hat nicht zu erwähnen. Vieleicht, weil es Russland ist. Links vorn steht der Aussenminister.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.