Nach Anschlag in Bagdad Irakischer Premier ordnet neues Sicherheitskonzept an

Mehr Aufklärung aus der Luft, neue Sprengstoffdetektoren, Handyverbot an Kontrollpunkten: Mit neuen Richtlinien soll Bagdad sicherer werden. Dort waren bei einem IS-Anschlag mehr als hundert Menschen gestorben.

Regierungschef Abadi (2.v.l.) in Falludscha
REUTERS/Iraqi Prime Minister Office

Regierungschef Abadi (2.v.l.) in Falludscha


Nach dem Attentat in einem Einkaufsviertel in Bagdad mit mindestens hundert Todesopfern hat der irakische Regierungschef Änderungen des Sicherheitskonzepts für die Hauptstadt angeordnet. Haider al-Abadi gab am Sonntagabend unter anderem Anweisungen, dass Sicherheitskräfte künftig neue Geräte zum Aufspüren von Sprengsätzen in Fahrzeugen nutzen sollen.

Außerdem dürfen Sicherheitsleute an Kontrollstellen künftig während ihrer Arbeit keine Mobiltelefone mehr benutzen. Die Aufklärung aus der Luft soll verstärkt werden, die Koordination zwischen Sicherheitskräften in der Hauptstadt verstärkt und Kontrollposten neu organisiert werden.

Am frühen Sonntagmorgen war nur wenige Tage vor dem Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan in einem beliebten Einkaufsviertel eine Autobombe explodiert. Bei dem Anschlag wurden mindestens 119 Menschen getötet und laut Innenministerium mehr als 170 weitere Personen verletzt.

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Anschlag im Irak: Terror in Bagdad

Zu der Tat bekannte sich der "Islamische Staat" (IS). Die Terrormiliz hatte 2014 die Kontrolle über weite Teile des Irak übernommen. Zuletzt verlor der IS aber große Gebiete wieder: Erst vor rund einer Woche eroberte die irakische Armee die Stadt Falludscha 50 Kilometer westlich von Bagdad zurück. Die Regierung feierte die Rückeroberung der IS-Hochburg als großen Erfolg.

Premierminister Abadi hatte den Anschlagsort noch am Sonntag besucht und nach Angaben seines Büros versprochen, die für die Tat Verantwortlichen würden "bestraft". In einem im Internet verbreiteten Video waren Bürger zu sehen, die der Regierung lautstark vorwarfen, derartige Taten nicht zu verhindern. Sie warfen Steine auf einen Autokonvoi, in dem sich den Angaben zufolge Abadi befand.

aar/AFP/dpa

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