Video von angeblicher Enthauptung Terrormiliz IS will vermissten US-Journalisten getötet haben

Die Terrormiliz IS hat nach eigenen Angaben den US-Journalisten James Foley getötet - als Vergeltung für die US-Luftangriffe. Ein im Internet veröffentlichtes Video soll die Hinrichtung des Reporters zeigen.

Der Journalist James Foley 2012 in Aleppo, Syrien: Sein angeblicher Tod als Rache an der US-Regierung
AP/ freejamesfoley.org

Der Journalist James Foley 2012 in Aleppo, Syrien: Sein angeblicher Tod als Rache an der US-Regierung


Kairo - Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) behauptet, den seit 2012 in Syrien verschollenen US-JournalistenJames Foley getötet zu haben. In einem am Dienstag im Internet veröffentlichten Video ist angeblich die Hinrichtung des Reporters zu sehen. Die Enthauptung wird von einem schwarz gekleideten und maskierten Mann ausgeführt, der Englisch mit britischem Akzent spricht.

Nach Darstellung der Dschihadisten wurde Foley hingerichtet, weil US-Präsident Barack Obama Luftangriffe gegen IS-Stellungen im Irak angeordnet hatte. Ob das knapp fünfminütige Video mit dem Titel "Botschaft an Amerika" in Syrien oder dem Irak aufgenommen wurde, ist nicht zu erkennen, überhaupt lässt sich die Echtheit der Aufnahmen bis jetzt nicht verifizieren.

Am Ende des Videos ist ein weiterer Gefangener zu sehen, den der Henker als den Journalisten Steven Sotloff vorstellt. Es hänge von den zukünftigen Entscheidungen des US-Präsidenten ab, ob auch dieser Amerikaner sterben müsse, heißt es abschließend.

Das Video war zunächst auf YouTube zu sehen, wurde dann aber mit dem Hinweis entfernt, die Bilder würden die eigenen Richtlinien zur Darstellung von Gewalt verletzen.

Der 40-jährige Foley, der unter anderem für die Nachrichtenagentur AFP arbeitete, war nach Angaben von Augenzeugen im November 2012 in der Provinz Idlib im Nordwesten Syriens von Bewaffneten gefangen genommen worden. Seitdem fehlte von ihm jede Spur.

Foleys Familie bat auf Facebook um Anteilnahme und Geduld, auch wenn "viele von euch auf eine Bestätigung und Antworten warten".

Die US-Regierung habe das Video gesehen, bestätigte die Sprecherin des nationalen Sicherheitsrats, Caitlin Hayden. Die Geheimdienste würden daran arbeiten, dessen Authentizität so schnell wie möglich zu prüfen. Sollte sich die Aufnahme als echt erweisen, sei es ein entsetzliches Zeugnis von einem brutalen Mord an einem unschuldigen amerikanischen Journalisten.

Nachtrag der Redaktion: Inzwischen hat die US-Regierung die Echtheit des Videos bestätigt. SPIEGEL ONLINE zeigt das im Web kursierende Video nicht. Die Bilder zu zeigen würde die Würde des Opfers verletzen und wäre Propaganda für die Islamisten.

sun/dpa/AP/Reuters



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