Terrorgruppe "Islamischer Staat" ermordet britische Geisel

Die Terrorgruppe "Islamischer Staat" hat eine weitere ihrer Geiseln hingerichtet. Bei dem Opfer handelt es sich um den Briten Alan Henning. Premierminister Cameron spricht von einer "barbarischen und abscheulichen Tat".


Kairo - Die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) hat eine weitere Geisel enthauptet. Die Extremisten veröffentlichten ein Video, das die Enthauptung des Briten Alan Henning zeigen soll. Das berichtet das US-Unternehmen Site, das auf die Überwachung islamistischer Internetseiten spezialisiert ist.

Großbritanniens Premierminister David Cameron verurteilte die Tat als barbarisch und abscheulich. "Wir werden diese Mörder jagen und sie der Gerechtigkeit zuführen."

Henning, 47, Taxifahrer aus Salford bei Manchester, war seit Dezember 2013 in der Gefangenschaft der Miliz. Er hatte sich einem Hilfskonvoi für syrische Flüchtlinge angeschlossen, es war seine vierte Reise dieser Art.

Der Konvoi transportierte medizinisches Equipment, Milch für Babys und Nahrungsmittel, berichtet der britische BBC. Henning war eine Woche lang unterwegs, 3000 Kilometer legte der Konvoi zurück. Minuten nach seiner Ankunft in Syrien fiel er in die Hände der Terroristen.

Vor drei Tagen hatte sich Hennings Ehefrau Barbara in einer Videobotschaft an die Entführer gewandt und appelliert, ihren Mann frei zu lassen. Er sei auch nach den Maßstäben der islamischen Scharia-Gesetzgebung unschuldig.

Henning ist die vierte westliche Geisel, die von im Irak und in Syrien kämpfenden IS-Extremisten vor laufender Kamera getötet wurde. Zuvor hatten die Islamisten bereits den britischen Entwicklungshelfer David Haines sowie die beiden US-Journalisten James Foley und Steven Sotloff enthauptet.

Der Täter in dem neuen Video spricht mit britischem Akzent und wendet sich direkt an Premierminister David Cameron. Dieser und das britische Parlament, das die Kampfeinsätze gegen den IS bewilligt habe, seien verantwortlich für Hennings Tod. Henning muss in dem Video ein vorbereitetes Statement mit der gleichen Botschaft vortragen.

Wie in früheren Videos wird eine weitere Geisel vorgeführt. Diesmal soll es sich laut "Site" um den Entwicklungshelfer Peter Kassig aus den USA handeln.

isa/dpa/Reuters



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