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Kampf gegen Terrornetzwerk: Obama will Luftschläge gegen IS wohl auf Syrien ausweiten

US-Präsident Barack Obama: Schlüsselrede zum IS Zur Großansicht
AP

US-Präsident Barack Obama: Schlüsselrede zum IS

Wie kann der "Islamische Staat" geschwächt und zerstört werden? In wenigen Stunden erläutert US-Präsident Obama seine Pläne in einer Schlüsselrede. Beobachter rechnen damit, dass US-Luftschläge im Irak und womöglich in Syrien Teil der Strategie sind.

Washington - In einer Rede an die Nation will US-Präsident Barack Obama am Mittwoch seinen Plan zur Bekämpfung der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) vorstellen. Von den Details hat er nun führende Kongressmitglieder in Kenntnis gesetzt. Dabei sei es jedoch nicht darum gegangen, deren Zustimmung einzuholen - die Entscheidung läge letztlich allein bei Obama als Oberbefehlshaber der Streitkräfte, hatte zuvor bereits einer seiner Sprecher deutlich gemacht.

Obama erwägt, die Militärschläge gegen IS-Stellungen vom Irak auf das benachbarte Syrien auszuweiten. Er sei bereit, Luftschläge in Syrien zu genehmigen, erklärte ein leitender Regierungsmitarbeiter laut der "New York Times". Unklar ist demnach aber noch, wie Obama in Syrien eingreifen könnte, ohne damit zugleich Diktator Baschar al-Assad zu unterstützen.

Es dürfte ihm bei der Ansprache darum gehen, die Amerikaner nach dem 2003 begonnenen Irakkrieg mit mehr als 4400 getöteten US-Soldaten auf einen weiteren längerfristigen Einsatz einzustimmen. Und er muss seinen Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen, die ihm eine zaghafte Reaktion auf den IS-Vormarsch vorwerfen. Einen Einsatz von bewaffneten US-Bodentruppen im Irak und in Syrien hat Obama mehrfach ausgeschlossen.

Obama hält seine abendliche Rede (deutsche Zeit: um 3 Uhr am Donnerstagmorgen) kurz nach der lange erwarteten Regierungsbildung im Irak. Der neue Ministerpräsident Haider al-Abadi äußerte sich entschlossen, alle Terrorgruppen aus dem Land zu treiben.

Einer neuen CNN-Umfrage zufolge sind drei Viertel der US-Bürger dafür, die Militärschläge gegen IS-Stellungen fortzusetzen.

"Obama wurde in die Enge getrieben"

Aber es gibt auch Stimmen, die zur Vorsicht mahnen. Einer von Obamas Beratern, der Politikwissenschaftler Zbigniew Brzezinski, riet zu Zurückhaltung im Kampf gegen die Terrorgruppe. "Obama wurde in die Enge getrieben. Ohne zu überlegen, fordern viele eine amerikanische Militäraktion aus der Luft und auf dem Boden", sagte er in einem Interview der Deutschen Welle. Die USA hätten allen Grund, sehr vorsichtig zu sein. "Aber reagieren müssen sie - als Teil einer größeren Koalition, in der die Rolle Amerikas genau definiert ist", betonte Brzezinski.

US-Außenminister John Kerry will bei einer Reise nach Jordanien und Saudi-Arabien um weitere Unterstützer für den Kampf gegen den IS werben. Die USA hoffen, nach der beim Nato-Gipfel in Wales gebildeten Zehner-Koalition, zu der auch Deutschland gehört, auch Staaten aus der Region auf ihre Seite zu ziehen.

Im umkämpften Irak wächst mit der Regierungsbildung die Hoffnung, dass der Kampf gegen die Sunnitenmiliz auch politisch stärkeren Rückhalt bekommt. Das mit Schiiten, arabischen Sunniten und Kurden besetzte Kabinett von Ministerpräsident Abadi traf sich am Dienstag zu seiner ersten Sitzung. Nach einem monatelangen Machtkampf hatte das Parlament am späten Montagabend die neue Regierung und Abadis Programm gebilligt.

mxw/Reuters/dpa/AFP

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1. Krieg
RedKore 10.09.2014
Ist das einzige Mittel, was gegen diese Wahnsinnigen Mörder von dem IS zu helfen scheint. Die USA würde richtig handeln, wenn sie ihre Luftschläge auch auf Syrien ausweiten würde, nur muss man um Zivilisten nicht zu gefährden, eben auch Bodentruppen entsenden, zu mindestens Spezialeinheiten, die einzelne Dörfer oder Städte befreien, ohne die komplette Bevölkerung gleich mit in die Luft zu jagen. Diplomatie ist hier fehl am Platz, denn jede verschwendete Minute, hilft dem IS sein Machtgebiet weiter auszubauen und mehr Menschen auf bestialische Art und Weise zu töten und zu Unterdrücken. Ich habe kein Verständnis dafür, dass die internationale Staatengemeinschaft nicht handelt, sondern sich weiter hinter Idealen versteckt, die man in so einer Situation einfach mal vergessen muss. Wenn man in diese Länder nicht entgültig und mit vollem Einsatz Stabilität bringt, werden wir alle paar Jahre solche und ähnliche Szenarien erleben müssen.
2. Yes we can!
micromiller 10.09.2014
Das Telefon von Frau Merkel abhören, privat und offiziell Die Telefone den Deutschen Abgeordneten abhören Die Deutsche Industrie ausspionieren Krieg ohne Grund anzetteln (Irak etc) Die Welt in Chaos stürzen . Regierungen auswechseln, die nicht gefalle. Feudaldiktaturen hofieren und unterstützen Menschenrechte von anderen einfordern Opfer von anderen verlangen Yes we should Zu den Werten zurückkommen, die Amerika groß gemacht habe. Wieder das Amerika leben was die großen Praesidenten des Landes vorgelebt haben. Sicher ist es die letzt Chance, die Obama jetzt hat um in den Geschichtsbuechern nicht als der Größte Versager aller amerikanischen Praesidenten geadelt zu werden.
3. Luftschläge ?
!einer_von_vielen 10.09.2014
Warum sagt niemand mehr was es wirklich ist : Bombardements und Luftangriffe !! Muß die Grausamkeit des Krieges immer niedlich verpackt werden ? Oder könnte das evtl. doch den einen oder anderen nachdenklich machen ?
4. ...
nixkapital 10.09.2014
...um dem "IS" das Wasser abzugraben, sollten die Geldströme ausgetrocknet werden. Wenn immer noch Geld aus den Emiraten und / oder Saudi-Arabien fließen sollte, wäre das ein Skandal. Bomben alleine wird nichts bringen. Man mag vielleicht Menschen töten, aber die Idee eines islamischen Staates wird man nicht mehr beseitigen können. Dazu braucht es das Verstehen, warum sich Menschen für ein derartig rückwärts gewandtes Regime begeistern und opfern können. Hier sind mehr kluge Köpfe gefragt, die auch an den Ursachen arbeiten wollen und nicht nur Leute, die in die Mottenkiste der Politik greifen, um an den Symptomen herumzumurksen..
5.
Ruhri1972 10.09.2014
Unterdessen weitet sich die IS-Krake auch in Deutschland weiter aus. Insbesondere in NRW scheint die Staatsmacht viele Islamisten und Salafisten gewähren zu lassen. IS-Symbole können weiter straffrei genutzt werden, Internetseiten mit Anwerbungsvideos fuer die IS-Terrororganisation sind weiter online.
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Fläche: 434.128 km²

Bevölkerung: 34,776 Mio.

Hauptstadt: Bagdad

Staatsoberhaupt: Fuad Masum

Regierungschef: Haidar al-Abadi

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