IS im Irak Viele Tote bei Anschlägen in zurückeroberter Stadt

Der Irak wird von mehreren blutigen Anschlägen erschüttert. In der Stadt Dschurf al-Sachar, die Regierungstruppen und Milizen am Wochenende vom "Islamischen Staat" zurückerobert hatten, gab es viele Tote. In Bagdad explodierte eine Autobombe.

 Trauer in Kerbela: Selbstmordanschlag tötet mindestens 27 schiitische Milizionäre
AFP

Trauer in Kerbela: Selbstmordanschlag tötet mindestens 27 schiitische Milizionäre


Bagdad - Im Irak haben Attentäter Dutzende Menschen in den Tod gerissen: Bei einem Selbstmordanschlag in der irakischen Stadt Dschurf al-Sachar sind nach Angaben von Sicherheitskräften mindestens 27 schiitische Milizionäre getötet worden. Weitere 60 Schiiten-Kämpfer seien verletzt worden, als der Attentäter ein mit Sprengstoff beladenes Armeefahrzeug in einem Vorort zur Explosion gebracht habe, sagten Vertreter von Polizei und Armee.

Regierungstruppen und schiitische Milizen hatten die rund 60 Kilometer südlich von Bagdad gelegene Stadt am Wochenende nach monatelangen Kämpfen von der Extremistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) zurückerobert. Sollten sie die Stadt halten können, würde dies das Vorrücken des IS auf Bagdad stoppen. Zudem wären die Verbindungen der Islamisten zu ihren Hochburgen in der westlichen Provinz Anbar unterbrochen.

Der IS kontrolliert weite Teile des Irak und Syriens und hat dort ein Kalifat ausgerufen. Im Irak waren große Teile der Streitkräfte vor dem Vormarsch des IS geflüchtet. Dadurch fielen den IS-Milizen in den verlassenen Stützpunkten Waffen und andere Ausrüstungsgegenstände in die Hände, die die USA bei ihrem Abzug den Irakern überlassen hatten. Aus diesem Bestand stammte offenbar auch das Fahrzeug des Attentäters.

Auch in Bagdad kam es am Montag zu Gewalt - bei der Explosion einer Autobombe sind nach Polizei- und Krankenhausangaben mindestens 15 Menschen getötet worden. Der Anschlag wurde in einer Straße mit Restaurants und Geschäften im Karrada-Bezirk der Hauptstadt verübt. Dabei handelt es sich um ein gemischtes Wohnviertel, in dem sunnitische und schiitische Muslime ebenso leben wie Angehörige anderer Religions- und Volksgruppen.

anr/Reuters/AP



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rkinfo 27.10.2014
1. Schwer erkennbare Selbstmordmörder
Schon die PLO erkannte 2000 wie durchgreifend solche Anschläge sind. Ein Jahr später dann 9/11. Vielleicht muss man Autos technisch absichern wie per Transport und damit ID Verfolgung ? Man kann nur hoffen dass Aktionen gegen IS weiterhin erfolgreich sind. Dass Kobane IS-Killer bindet ist auch ein Vorteil.
ronjeremy 27.10.2014
2. gut
Das die da kein hooligan Problem haben. das wäre ja vieeeeel schlimmer ;-)
frhtkln 27.10.2014
3. damals
im irakkrieg haben die amis und Verbündeten hunderte wenn nicht tausende luftangriffe pro tag geflogen und so in einem kurzen Zeitraum das irakische Militär besiegt, nun soll das gegen leute, die eine religion missbrauchen, und von denen der Großteil noch nie im krieg war und dementsprechend nicht ausgebildet sind, nicht gelingen? zumindest nicht mit den paar luftangriffen am tag...
klarobello 03.11.2014
4. Offensive, einziger Weg
Die Stärke des IS ist ja der Angriff, weil er schnell und überraschend kommt. In der Verteidigung ist er eher nicht so gut, wie man sehen konnte. Deswegen finde ich die Idee der Offensive gut, allerdings, wenn man sie so langfristig mit viel Trara ankündigt, kann sich der IS gut darauf vorbereiten. Die Ausbildung die USA machen zu lassen ist finde ich keine gute Idee, denn die hatten auch die irakische Armee ausgebildet, was wirklich alles andere, als überzeugende Erfolge hatte. Hier wären eher die Kurden gefordert, die Land und Leute kennen und nicht einfach nur „Tontaubenschiessen“ spielen wollen, denn sie wissen, wofür sie kämpfen. Die Amerikaner mit ihrer Überheblichkeit und Ignoranz können bestimmt keine Motivation vermitteln, die die beste Waffe gegen den IS wäre. Beim zweiten Irak-Krieg hatte man den Eindruck, er sollte nur der amerikanischen Rüstungsindustrie zu tun geben, denn einen Kriegsgrund gab es keinen, Al Kaida war weit und breit nicht zu finden.
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