Kampf gegen Terrormiliz Obama will "Islamischen Staat" auch in Libyen bekämpfen

Mit wachsender Sorge sehen die USA den Vormarsch des IS in Libyen. Jetzt hat US-Präsident Obama ein entschiedenes Vorgehen angekündigt - Militärberater sollen Allianzen in dem Bürgerkriegsland schmieden.

Präsident Obama: Entschiedener Kampf gegen IS auch in Libyen
AFP

Präsident Obama: Entschiedener Kampf gegen IS auch in Libyen


US-Präsident Barack Obama hat einen entschlosseneren Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) im Bürgerkriegsland Libyen und anderen von den Dschihadisten bedrohten Ländern gefordert.

Wie das Weiße Haus mitteilte, erörterte Obama bei einer Besprechung mit seinem nationalen Sicherheitsrat ein intensiveres Vorgehen, um den IS zu schwächen und zu vernichten. Die USA würden die Terrormiliz überall bekämpfen, wo es notwendig sei, betonte der Präsident.

Verteidigungsminister Ashton Carter erklärte, die USA würden sich weiterhin darauf konzentrieren, der Terrormiliz eine nachhaltige Niederlage beizubringen. In Libyen versuche der IS, sich festzusetzen und dort seinen "Fußabdruck" zu verfestigen.

Auch baue die Terrormiliz in dem Bürgerkriegsland Trainingslager für ihre Anhänger. Rekrutiert würden ausländische Kämpfer, wie das zuvor in Syrien und im Irak geschehen sei. Außerdem versuche der IS die Wirtschaft zu kontrollieren und Steuern zu erheben. Die Lage dürfe sich in Libyen nicht so entwickeln, wie in Syrien und im Irak.

In Libyen herrscht nach dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 völliges Chaos. Zahlreiche bewaffnete Gruppen kämpfen gegeneinander. Zwei konkurrierende Regierungen beanspruchen die Führung des Landes für sich - die international anerkannte Regierung im ostlibyschen Tobruk und die von Islamisten dominierte Gegenregierung in Tripolis. Die Bildung einer Einheitsregierung, wie sie ein Friedensplan des Uno-Sondergesandten für Libyen vorsieht, ist bislang nicht geglückt.

Die chaotischen Verhältnisse nutzen vor allem den IS-Dschihadisten, die einen zentralen Küstenstreifen in Libyen kontrollieren. Zuletzt hatte der IS Anschläge mit vielen Toten in dem Land für sich beansprucht und versucht, große Ölhäfen einzunehmen.

Pentagon fordert Hunderte weitere Soldaten für Irak

Der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums Peter Cook erklärte ebenfalls am Donnerstag, angesichts der Bedrohung für Libyen durch die Terrormiliz prüften die USA "militärische Optionen und eine Vielzahl anderer Optionen". Man werde eine "kleine Anzahl militärischen Personals" nach Libyen schicken, um mit "lokalen Verbänden ins Gespräch zu kommen, um ein klareres Bild zu bekommen, was da genau los ist".

Während Obama von Libyen sprach, sorgen sich Offizielle im Pentagon offenbar um die Fortschritte im Kampf gegen den IS im Irak und Syrien. Das Verteidigungsministerium fordert laut einem Bericht "New York Times" Hunderte zusätzliche Militärausbilder, um dort die lokalen Kräfte im Kampf gegen den IS zu schulen. Man habe zwar große Fortschritte gemacht, aber um den Islamisten den entscheidenden Schlag zu versetzen, brauche es weitere Truppen, um syrische, kurdische und irakische Oppositionsgruppen auszubilden.

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