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Kampf gegen den IS: Briten rüsten Kurden mit schweren Maschinengewehren aus

Peschmerga-Einheit im Nordirak: Neues Material aus Europa Zur Großansicht
REUTERS

Peschmerga-Einheit im Nordirak: Neues Material aus Europa

Waffen im Millionenwert sollen schon am Mittwoch im Irak eintreffen: Großbritannien liefert kurdischen Kämpfern im Krieg gegen den "Islamischen Staat" schwere Maschinengewehre.

London - Die kurdischen Peschmerga-Kämpfer stellen sich im Norden des Irak den Dschihadisten des "Islamischen Staats" (IS) entgegen. Dabei sind sie in Sachen Ausrüstung und Bewaffnung aber oft unterlegen. Für ihren Kampf stattet die britische Regierung die irakischen Kurden nun mit schweren Maschinengewehren samt Munition aus.

Es sei eine Lieferung im Wert von umgerechnet rund zwei Millionen Euro geplant, sagte der britische Verteidigungsminister Michael Fallon am Dienstag in einer schriftlichen Mitteilung an das Parlament in London. Die Waffen sollen demnach bereits am Mittwoch im Irak eintreffen.

"Die kurdischen Streitkräfte sind immer noch deutlich schlechter ausgestattet als der IS und wir helfen ihnen, sich selbst zu verteidigen, Bürger zu schützen und den IS-Vormarsch zu stoppen", sagte Fallon.

Die USA hatten Ende vergangener Woche eine internationale Allianz gegen den IS ins Leben gerufen. Washington vereinbarte dort mit Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Polen, Australien, Dänemark, Kanada und der Türkei ein gemeinsames Vorgehen gegen die Dschihadisten, die auch Teile Syriens kontrollieren. Unter anderem sollen die Verbündeten im Irak militärische Unterstützung erhalten, ausländische Kämpfer nicht länger in das Konfliktgebiet einsickern und die humanitäre Krise gelindert werden.

Kerry wirbt im Nahen Osten um Unterstützer

In ihrem Bemühen um eine breite Allianz gegen die Dschihadisten werben die USA verstärkt um arabische Bündnispartner. US-Außenminister John Kerry reiste am Dienstag in den Nahen Osten, wo er am Donnerstag in der saudi-arabischen Hafenstadt Dschiddah an einem Krisentreffen von zehn arabischen Staaten und der Türkei teilnehmen wird. Unterstützt wurden seine Bemühungen durch die Bildung einer neuen Regierung in Bagdad.

An dem Treffen in Dschiddah nehmen nach ägyptischen und saudi-arabischen Angaben neben Kerry und der Türkei die sechs Staaten des Golfkooperationsrats, Ägypten, Jordanien, der Libanon sowie der Irak teil. "Beinahe jedes Land spielt eine Rolle bei der Zerschlagung der IS-Bedrohung", sagte Kerry vor seinem Abflug nach Nahost.

jok/dpa/Reuters/AFP

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1. ...
j.schiffmann 09.09.2014
Mit "schweres Maschinengewehr" kann im Westen ja nur das "Fünfziger", das 0,5 (12,7 mm) Browning M2 gemeint sein. Schon interessant, wie lange die über 90 Jahre alte, aber immer wieder verbesserte (zuletzt von FN) Konstruktion überlebt! Eine Wunderwaffe ist das aber trotzdem nicht...
2. Wenn
atzigen 09.09.2014
Wenn es NUR dieser IS währe bliebe das Problem beherrschbar. Da muss man längerfristig mit noch wesentlich mehr rechnen. Die Irakkriege sowie der sog. Arabische Frühling haben die ganze Region bis zum Atlantik destabilisiert. Die Wirtschaft in der gesamten Region ist in einem extrem desolaten Zustand. Der Nährboden auf dem die Extremisten potentielle Kämpfer in Massen finden. Abhilfe könnte nur ein Grossangelegtes Wirtschaftliches Aufbauprogramm bieten. Doch so etwas ist weit und breit nicht in Sicht, dafür fehlen schlicht und ergreifend Global die Ressourcen. Das dürfte erst der Anfang einer noch deutlich schockierenderen Entwicklung sein.
3. schwere Maschinengewehre
Gustav Struve 09.09.2014
sind die erste Wahl um gegen leicht gepanzerte Fahrzeuge wie zB. HMMWVs zu wirken. Selbst ein deutlich besser gepanzerter ATF Dingo 2 kann damit zerlegt werden. Diese Waffen sind leicht zu bedienen und Munition ist international problemlos beschaffbar. (im Gegensatz zu den schweren panzerbrechenden Waffen, die Deutschland liefert). Sämtliche islamische Terrormilizen in Afrika und im Nahen Osten sind damit reichlich ausgerüstet und auch deshalb militärisch sehr erfolgreich. Nun bleibt zu hoffen, daß diese 12,7x99mm MGs gegen die Halsabschneider des Islamischen Staates wirksam eingesetzt werden und nicht irgendwie verloren gehen. Bei dem angegebenen Wert 1,6 Mio. Pfund dürften es sich wohl um nicht viel mehr als 100 Stk. samt Munition handeln, diese sollten aber keinesfalls in falsche Hände geraten.
4.
meier_7 09.09.2014
Da setzt die USA ihre alte, verfehlte Poltik weiter fort, die Mitverursacher desProblems wie Saudi Arabien Qatar und andere arabische Staaten am Persischen Golf werden unkritisch eingebunden, während man den Verbündeten des Irak und starkste Nation am Golf, Iran mal wieder aussen vor lassen will. So löst man keine Konflikte.
5.
meier_7 09.09.2014
Es ist auch unverständlich, warum man vor allem mit reaktionären oder konservativen sunnitischen Ländern zusammenarbeitet, die stehen doch zwangsläufig im Verdacht mit den sunnitischen Extremisten zu sympathisieren.
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Fotostrecke
Bundeswehrflug nach Arbil: Ausrüstung für kurdische Kämpfer

Fläche: 434.128 km²

Bevölkerung: 37,548 Mio.

Hauptstadt: Bagdad

Staatsoberhaupt: Fuad Masum

Regierungschef: Haidar al-Abadi

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