Camps im Irak und in Syrien Wo die Dschihadisten trainieren

Hier lernen Islamisten mit Sprengstoff umzugehen und werden für den Dschihad indoktriniert: Radikalismusforscher haben die Trainingslager von Terrorgruppen wie dem "Islamischen Staat" dokumentiert. Allein in Syrien gibt es 28.

Ausschnitt aus IS-Propagandavideo: Dichtes Netz an Übungseinrichtungen
AFP

Ausschnitt aus IS-Propagandavideo: Dichtes Netz an Übungseinrichtungen


Berlin - Die Bürgerkriege in Syrien und im Irak ziehen Dschihadisten aus aller Welt an. Rund 400 Deutsche sind bereits in die Krisenländer ausgereist. Sie haben Afghanistan als beliebteste Dschihad-Trainingslager-Destination inzwischen abgelöst. Schließlich sind sie einfacher und billiger zu erreichen. Insgesamt wird die Zahl der ausländischen Kämpfer in den Reihen der Dschihadisten im Irak und in Syrien auf rund 10.000 geschätzt.

Allein in Syrien haben Dschihadisten mindestens 28 Terrorcamps aufgebaut, im Irak mindestens neun. Experten des Blogs "The Long War Journal", das sich mit radikalem Islamismus beschäftigt, haben sie zusammengetragen und in einer Karte gebündelt. Tatsächlich dürfte es jedoch noch deutlich mehr Ausbildungsstätten geben. Dies sind lediglich die öffentlich bekannt gewordenen.

Denn nicht immer ist die Lage der Terrorcamps streng geheim. Häufig brüsten sich die Dschihadisten sogar mit ihnen in sozialen Netzwerken. Die Dschihad-Experten des Blogs haben für ihre Karte die Angaben der Radikalen zusammengetragen, ebenso wie die Pressemitteilungen des US-Verteidigungsministerium. Das amerikanische Militär hat seit Beginn der Luftangriffe auf die Radikalen mehrere Trainingslager bombardiert.

Nicht nur der "Islamische Staat" unterhält solche Camps. Auch die Nusra-Front, der syrische Ableger von al-Qaida sowie mit den beiden Gruppen verbündete Milizen haben Ausbildungslager aufgebaut. Bei den amerikanischen Luftangriffen wurde auch ein Camp der sogenannten Chorasan-Zelle attackiert. Die USA gehen davon aus, dass dort die Zentralführung von al-Qaida ausländische Kämpfer auf Terrorangriffe im Westen vorbereiten wollte.

Das Ausbildungsprogramm in den Terrorcamps variiert. Neuankömmlinge durchlaufen Schnellkurse mit unterschiedlichen Spezialisierungen, die meisten werden jedoch Infanteristen. Andere erhalten eine Ausbildung mit Sprengstoff. Hauptsächlich jedoch werden die Dschihad-Neulinge indoktriniert. Stundenlange Koran- und Scharia-Kurse gehören zum Programm.

Auch ausländische Dschihadistinnen durchlaufen in den Trainingslagern einen dreiwöchigen Kurs. Allerdings sieht die Ideologie der Radikalislamisten nicht vor, dass die Frauen an der Front kämpfen. Im Notfall sollen sie aber bereit sein, sich selbst zu verteidigen.

ras



insgesamt 5 Beiträge
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Seite 1
Jasper Fetherstone 25.10.2014
1. Uns was ist
daran so schwer, diese "Trainingslager" in die Luft zu pusten?
p.donhauser, 25.10.2014
2. is
wie so wird da nicht bombardiert?
cashflow99 25.10.2014
3.
Die Taktik der "weißen Teufel",die Osama bin Laden seinerzeit ausgerufen hat,wurde vom IS übernommen.Frustrierte Muslime mit westlichen Pässen werden systematisch ausgebildet.Holen sich Kampferfahrung und kehren dann in ihre "Heimatländer" zurück (Schläferzelle).Man muss diesen Menschen unbedingt die jeweilige Staatsbürgerschaft entziehen,ganz egal für welche Seite sie kämpfen/kämpften.Ist die einzige Abschreckung um solche Aktionen zu unterbinden.Wenn man im Auftrag eines anderen Staates oder Idiologie in Kampf zieht,hat man das Recht auf die jeweilige Staatsbürgerschaft verloren.Der IS hat das Ziel seine Auslegung des Steinzeit-Islam in die Welt zu hinaus-zutragen.
GibtsJaNet 25.10.2014
4. Und warum
gibt es diese Lager noch, nachdem sie identifiziert wurden? Jeden Tag wächst der IS und wenn man sie gewähren lässt, ist das auch kein Wunder. Meiner Meinung nach müssen die bis zum letzten Mann ausgerottet werden und jeder, der sich anschickt nachzuwachsen, gleich mit. Einfach unfaßbar, das die "globalisierte" Welt dabeisteht wies Kind beim Dreck!
diefans 26.10.2014
5.
Zitat von GibtsJaNetgibt es diese Lager noch, nachdem sie identifiziert wurden? Jeden Tag wächst der IS und wenn man sie gewähren lässt, ist das auch kein Wunder. Meiner Meinung nach müssen die bis zum letzten Mann ausgerottet werden und jeder, der sich anschickt nachzuwachsen, gleich mit. Einfach unfaßbar, das die "globalisierte" Welt dabeisteht wies Kind beim Dreck!
...Weil die "globalisierte Welt" (was für eine schmutzige Vergemeinschaftung der Verantwortung!) diesen Unsinn verzapft hat. Die Notwendigkeit der Ausrottung der Andersdenkenden scheint auf allen Seiten und zu allen Zeiten die ultima ratio zu sein (http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Kriegen)... Von Zivilisation weit und breit keine Spur! Der lachende Dritte, der im Verborgenen alle Seiten unterstützt, motiviert und informiert (die Medien tragen ziemlich viel bei), ist am Ende der Gewinner - er muß nur die Kräfte in Waage halten, damit sie sich bis auf den letzten Mann verzehren.
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