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Japanische Geiseln des IS: Dschihadisten verlangen 200 Millionen Dollar

Anhänger des IS in Rakka: Strafe für Japans Unterstützung im Kampf gegen das "Kalifat" Zur Großansicht
AP

Anhänger des IS in Rakka: Strafe für Japans Unterstützung im Kampf gegen das "Kalifat"

Der "Islamische Staat" hat zwei Japaner in seiner Gewalt. In einem Video droht die Miliz mit der Ermordung der Geiseln - es sei denn, sie bekommt 200 Millionen Dollar innerhalb von 72 Stunden.

Tokio - In einem am Dienstag veröffentlichten Online-Video droht die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) damit, zwei japanische Geiseln zu töten, wenn sie nicht innerhalb von 72 Stunden 200 Millionen Dollar Lösegeld erhalte.

Das Video wurde auf Websites gepostet, die der Terrormiliz nahe stehen, und ähnelt früheren Geiselnahmen der Extremisten. Es zeigt die japanischen Geiseln in orangenen Overalls. Der Milizionär spricht mit britischem Akzent und sagt, der IS habe die Geiseln als Strafe für Japans Unterstützung im Kampf gegen die Dschihadisten genommen.

Der Milizionär mit dem britischen Akzent war wohl auch schon in früheren Enthauptungsvideos des IS zu sehen. Der Akzent sowie seine Stimme deuten darauf hin, dass er sowohl die Amerikaner James Foley und Steven Sotloff als auch die Briten David Haines und Alan Henning enthauptet hat.

Bei den beiden Geiseln handelt es sich um Kenji Goto Jogo und Haruna Yukawa. Goto ist ein japanischer Journalist, der über den syrischen Bürgerkrieg berichtete. Die Gründe für Yukawas Aufenthalt in Syrien sind nicht klar. Er soll im August entführt worden sein. Offenbar ist er psychisch krank. Nach Aussagen von Bekannten soll er im April 2014 nach Aleppo gereist sein - angeblich als Teil eines Selbstfindungstrips.

Finanzrat Medienrat Geheimrat Militärrat Hilfsrat für Kämpfer Sicherheitsrat Rechtsrat Schurarat

Für weitere Information zu den neun Räten: Fahren Sie mit dem Mauszeiger über die Boxen in der Grafik.

Führungsrat:

Das Gremium trifft alle wichtigen Entscheidungen im "Islamischen Staat". Alle Beschlüsse des Führungsrats müssen von IS-Chef Baghdadi abgesegnet werden. Zumindest theoretisch können die Mitglieder des Führungsrats den "Kalifen" absetzen.

Schura-Rat:

Besteht aus neun Männern, die in islamischem Recht bewandert sind. Sie beraten den Führungsrat in allen wichtigen militärischen und religiösen Fragen.

Geheimdienstrat:

Sammelt Informationen über innere und äußere Gegner des IS.

Finanzrat:

Ist das Finanzministerium des IS und verfügt über Hunderte Millionen US-Dollar. Der Rat koordiniert den Verkauf von Erdöl und fädelt Waffengeschäfte ein.

Militärrat:

Ist so etwas wie das Verteidigungsministerium des "Islamischen Staats". Der Rat koordiniert den militärischen Vormarsch und die Sicherung des eroberten Territoriums.

Hilfsrat für Kämpfer:

Organisiert die Schleusung ausländischer Kämpfer in den "Islamischen Staat". Der Rat unterstützt die ausländischen Dschihadisten, hilft ihnen unter anderem dabei, Unterkünfte zu finden.

Rechtsrat:

Regelt Familienstreitigkeiten und Verletzungen des islamischen Rechts. Das Gremium entscheidet auch über die Tötung von Geiseln.

Medienrat:

Gibt die offiziellen Mitteilungen des IS heraus. Koordiniert die Propagandakampagnen in den sozialen Netzwerken.

Sicherheitsrat:

Koordiniert die Kontrolle über die eroberten Gebiete, entscheidet über die Errichtung von Checkpoints. Mitglieder des Rats sind auch an der Tötung von Geiseln beteiligt.

mka/syd/AP/Reuters/dpa

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