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Terrorvideo: Geheimdienste identifizieren europäische IS-Henker

IS-Terroristen: Muthana (l.), Hauchard: Mord vor laufender Kamera Zur Großansicht
AFP

IS-Terroristen: Muthana (l.), Hauchard: Mord vor laufender Kamera

Ein neues Video der Terrorgruppe "Islamischer Staat" zeigt, wie mindestens 16 IS-Schergen syrischen Soldaten die Köpfe abschneiden. Unter den Henkern sind mehrere Europäer - zwei von ihnen wurden offenbar identifiziert.

London/Paris - Die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) hat ein Video im Internet veröffentlicht, das den Mord an zahlreichen syrischen Soldaten zeigt. Mindestens 16 IS-Schergen sind an der Enthauptung der Gefangenen beteiligt. Unter den Mördern sind zahlreiche Ausländer - mindestens zwei von ihnen kommen aus Europa.

Der französische Innenminister Bernard Cazeneuve sagte am Montag, es sei sehr wahrscheinlich, dass ein 22-jähriger Franzose dem Mordkommando angehört habe. Die Überprüfung des IS-Videos durch den französischen Geheimdienst habe ergeben, dass sehr wahrscheinlich ein Franzose direkt an der Hinrichtung der syrischen Soldaten beteiligt gewesen sei, sagte Cazeneuve vor Journalisten.

Der Verdächtige habe Frankreich im August 2013 verlassen, um nach Syrien zu reisen. Der aus dem Département Eure stammende Maxime Hauchard nennt sich nun Abu Abdallah al-Faransi. Die Geheimdienste in Paris schätzen, dass sich mindestens tausend Franzosen dem IS und anderen islamistischen Terrorgruppen in Syrien und im Irak angeschlossen haben.

"Er sieht wie mein Sohn aus"

Zudem gehörte möglicherweise ein britischer Medizinstudent dem Exekutionskommando an. Ahmed Muthana sagte der Zeitung "Daily Mail", er glaube, er habe seinen 20-jährigen Sohn Nasser unter den IS-Kämpfern in dem 15-minütigen Film erkannt. Die meisten der 16 IS-Milizionäre waren unmaskiert.

"Ich kann nicht sicher sein", sagte Muthana. "Aber er sieht wie mein Sohn aus. Er muss jetzt Gott fürchten, weil er Menschen getötet hat. Wie kann er glauben, er könne Gott gegenübertreten, wenn er Menschen umbringt?" Das britische Außenministerium wollte sich dazu nicht äußern. Nasser Muthana war bereits auf einem im Juni verbreiteten Film zu sehen, in dem er Muslime aufrief, sich dem Islamischen Staat anzuschließen. Sein Bruder soll sich ebenfalls seit Juni in Syrien aufhalten.

Das knapp 16 Minuten lange IS-Video belegt auch, dass die Terroristen den Entwicklungshelfer Peter Kassig enthauptet haben. Der US-Bürger, der sich nach seinem Übertritt zum Islam Abdul-Rahman Kassig nannte, ist die fünfte westliche Geisel, die der IS umgebracht hat.

Insgesamt haben die Dschihadisten seit der Ausrufung ihres "Kalifats" im Juni dieses Jahres fast 1500 Menschen exekutiert. "Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hat die Exekution von 1429 Menschen dokumentiert", teilte der Leiter der oppositionellen Organisation, Rami Abdel Rahman, am Montag mit. Unter denjenigen, die enthauptet oder bei Massentötungen erschossen worden seien, seien 879 Zivilisten.

syd/Reuters/AP/AFP

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 23 Beiträge
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1. Irgendwann werden die geschnappt
hensslen 17.11.2014
und sie können dann ihren islamischen Staat auf 3x3 Metern bis ans Lebensende fortsetzen.
2. Schlimm
mickt 17.11.2014
dieser Terror, das Morden, die Enthauptungen und der Wahn/Fundamentalismus! Mit Waffen wird man das Problem wohl nicht lösen können. Es beginnt in den Köpfen …
3. Gott durch Morden gefallen?
KingTut 17.11.2014
Ich kann nicht verstehen, wie jemand glauben kann Gott zu gefallen, wenn er solch bestialische Verbrechen begeht. Äußerungen wie die vom (vermutlichen) Vater eines der Täter, sein Sohn müsse jetzt Gott fürchten, gehen zwar in die richtige Richtung, aber ich würde so eine Einstellung auch von den muslimischen Massen und insbesondere von ihren Geistlichen erwarten. Nur tut sich da leider sehr wenig und das trägt sicher nicht zur Eindämmung dieses schrecklichen Phänomens bei.
4. und jetzt?
eslebederschwachsinn 17.11.2014
Werden die wenigstens mit internationalem Haftbefehl wegen des Mordverdachtes gesucht? Das sind ja ganz gewöhnliche Verbrecher. Wie sieht denn die juristische Antwort der Völkergemeinschaft aus? Und die sog. Rückkehrer, gibt es Ermittlungsverfahren gegen die, z.B wegen Unterstützung einer kriminellen Vereinigung, Beihilfe zum Mord in x Fällen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit etc. Hier werden immer nur sensationsheischende Nachrichten verbreitet und in Talk-Shows wird hysterisch über die Gefährdung hier im Lande gefaselt. Alle Typen der IS haben, egal wo auch immer, ganz ordinäre Straftaten begangen und die normale Folge sind Ermittlungsverfahren, national wie international.
5.
Semmelbroesel 17.11.2014
Zitat von eslebederschwachsinnWerden die wenigstens mit internationalem Haftbefehl wegen des Mordverdachtes gesucht? Das sind ja ganz gewöhnliche Verbrecher. Wie sieht denn die juristische Antwort der Völkergemeinschaft aus? Und die sog. Rückkehrer, gibt es Ermittlungsverfahren gegen die, z.B wegen Unterstützung einer kriminellen Vereinigung, Beihilfe zum Mord in x Fällen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit etc. Hier werden immer nur sensationsheischende Nachrichten verbreitet und in Talk-Shows wird hysterisch über die Gefährdung hier im Lande gefaselt. Alle Typen der IS haben, egal wo auch immer, ganz ordinäre Straftaten begangen und die normale Folge sind Ermittlungsverfahren, national wie international.
Ich hatte schonmal angeregt, alle IS-Heimkehrer erstmal dem internationalen Strafgerichtshof in Den Haag zu überstellen, wo sie sich der Anklage wg. Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu stellen haben.
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