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Angst vor IS: Großbritannien warnt vor höchster Terrorgefahr

Polizist mit David Cameron in London: "Terroristen müssen nur einmal Glück haben" Zur Großansicht
AP/dpa

Polizist mit David Cameron in London: "Terroristen müssen nur einmal Glück haben"

Die Gefahr eines Terroranschlags in Großbritannien ist angeblich so groß wie nie zuvor. Deshalb will die Regierung in London ihre Anti-Terror-Gesetze noch einmal deutlich verschärfen.

London - Vor mehr als neun Jahren erschütterten Bombenanschläge die Londoner Innenstadt. 52 Menschen kamen am 7. Juli 2005 bei den Selbstmordattentaten von Qaida-Anhängern in Bussen und Bahnen ums Leben.

Derzeit sei die Gefahr eines Terroranschlags in Großbritannien so groß wie nie zuvor. Besonders bedrohlich seien Anhänger der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS), die Anschläge im Vereinigten Königreich planten. Mehr als 500 Briten sollen sich den Dschihadisten in Syrien und im Irak angeschlossen haben. Einige von ihnen sollen daran gehindert werden, nach Großbritannien zurückzukehren.

Seit 2005 haben die Behörden nach eigenen Angaben etwa 40 Anschläge in Großbritannien verhindert. Dazu gehörten Attacken mit Schusswaffen in der Öffentlichkeit, ein Sprengstoffanschlag auf die Londoner Börse sowie Pläne, Verkehrsflugzeuge zum Absturz zu bringen. Auch die Ermordung eines britischen Botschafters und von Soldaten sei von Terroristen geplant worden.

Fast alle Anschläge seien verhindert worden, so Innenministerin Theresa May in London. "Aber wie die IRA mal prahlte: Terroristen müssen nur einmal Glück haben", sagte May - ein Hinweis auf die nordirische Untergrundorganisation IRA, die jahrzehntelang mit Attentaten für ein von Großbritannien unabhängiges Nordirland kämpfte.

Behörden können Pässe für einen Monat einziehen

Um weitere Terroranschläge zu verhindern, plant die Regierung von Premierminister David Cameron zusätzliche Maßnahmen: Terrorverdächtige sollen künftig innerhalb Großbritanniens zum Umzug gezwungen werden können. Die britischen Grenzbehörden sollen in die Lage versetzt werden, Pässe von Briten und Ausländern für bis zu 30 Tage einzuziehen, wenn der Verdacht besteht, dass sie sich dem IS in Syrien oder im Irak anschließen wollen.

Zudem wollen die Briten die Fluggastdatenspeicherung deutlich ausweiten. "Wir werden sicherstellen, dass Fluggesellschaften, die uns die erwünschten Daten nicht liefern, nicht nach Großbritannien fliegen können", sagte Innenministerin May. Die Neuerungen sollen an diesem Mittwoch im Unterhaus vorgestellt werden.

Das neue Gesetz soll unter anderem auch britischen Versicherungsgesellschaften verbieten, das Risiko der Zahlung von Lösegeldern zu versichern. Die Regierung argumentiert, dass die Zahlung von Lösegeld die Terroristen zu weiteren Entführungen ermutige.

Wer im Verdacht steht, im Ausland an terroristischen Aktivitäten beteiligt zu sein, soll auf eine "No Fly"-Liste kommen und nicht mehr einreisen dürfen. Internetprovider sollen dazu verpflichtet werden, IP-Adressen von Einzelpersonen auf Verlangen herauszugeben, wenn Terrorverdacht besteht.

syd/Reuters/dpa/AP

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insgesamt 33 Beiträge
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1. Wow!
Here Fido 24.11.2014
Herausgabe von IP-Adressen bei Terrorgefahr. Bei uns werden IP Adressen (besser die Identität hinter der IP Adresse) schon herausgegeben, wenn der Sohn bloß einen Song via Tauschbörse saugt.
2. Bewusste Taktik
erasmus89 24.11.2014
um das eigene kriminelle Verhalten in Sachen Spionage zu rechtfertigen. Cameron ist zudem hauptverantwortlich für die 2000 britischen Jihadisten, denn England hat alles gefördert, was Assad schaden konnte inklusive Fuhrpark nahe der türkischen Grenze, der durch den IS übernommen wurde
3. hahaha nur noch lachhaft - Terrror Gefahr und Verschärfungsgesetze
Babaji 24.11.2014
Out of Control - Außer Kontrolle - Terror gewinnt - nichts mehr hinzuzufügen.
4. Das nenne ich die richtige Reihenfolge,
mielforte 24.11.2014
erst die Gesetze verschärfen und dann die Böller abwarten. Früher kamen erst die Böller und danach die verschärften Gesetze oder beides gleichzeitig. Wenn sich der IS-Terror gegen die ungläubige Bevölkerung richtet, erledigt sich diese "Befreiungsfront" von selbst. Das werden sie nicht wagen. Es sei denn, andere Kräfte haben ein Interesse an einer Destabilisierung der englischen oder auch der deutschen Öffentlichkeit.
5. Was für ein Glück
Volks.Hirn 24.11.2014
das damals an allen betroffenen Stellen eine Anti-Terror Übung mit entsprechenden Einheiten stattfand. Man stelle sich vor was passiert wäre wenn die Menschen in Panik ohne entsprechende Hilfe hätten auskommen müssen...
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