IS-Chef Libanons Armee meldet Festnahme von Baghdadis Frau

Im Libanon sollen eine Ehefrau und ein Kind von IS-Chef Baghdadi festgenommen worden sein. Sie seien an der Grenze aufgegriffen worden, teilten Vertreter der Sicherheitsbehörden mit.

IS-Chef Abu Bakr al-Baghdadi im Irak (Foto Juli 2014): Er soll mit mehreren Frauen verheiratet sein, über sie ist kaum etwas bekannt
AP

IS-Chef Abu Bakr al-Baghdadi im Irak (Foto Juli 2014): Er soll mit mehreren Frauen verheiratet sein, über sie ist kaum etwas bekannt


Beirut - Die libanesische Armee hat Sicherheitskreisen zufolge eine Frau und ein Kind von Abu Bakr al-Baghdadi, dem Chef der Extremisten-Organisation "Islamischer Staat" (IS), festgenommen. Das meldeten die libanesische Zeitung "As-Safir" und die Nachrichtenagenturen Reuters und dpa.

Beide seien in den vergangenen Tagen bei der Einreise aus Syrien aufgegriffen worden, sagten Vertreter der Sicherheitsbehörden am Dienstag in Beirut. Bei der Frau handele sich um eine Syrerin, sie sei die Zweitfrau Baghdadis und habe versucht, mit gefälschten Papieren in den Libanon einzureisen, berichtete dpa. Der Sohn soll etwa acht Jahre alt sein.

Wie "As-Safir" meldet, habe der libanesische Militärgeheimdienst Baghdadis Frau und einen Sohn bereits vor etwa zehn Tagen an einem Grenzübergang nahe der Ortschaft Arsal festgenommen. Dies sei aus Sicherheitsgründen bisher geheim gehalten worden, meldet das Blatt. Andere Quellen berichten, das Militär habe die Frau zusammen mit einer Tochter aufgegriffen.

Die Identität der Festgenommenen ist nicht bekannt

Der Libanon habe bei der Festnahme mit westlichen Geheimdiensten kooperiert. Die Frau habe versucht, mit einem gefälschten Pass ins Land zu gelangen. Anschließend sei sie zum Sitz des Verteidigungsministeriums in den Beiruter Vorort Yarze gebracht worden. Die Frau werde derzeit verhört.

Ihren Namen nannten die libanesischen Behörden nicht. Baghdadi soll mit mehreren Frauen verheiratet sein, über sie ist jedoch kaum etwas bekannt. Eine seiner Ehefrauen soll die Irakerin Saja al-Dulaimi sein. Je nach Auslegung des Islam darf ein Mann bis zu vier Frauen heiraten.

Die Islamisten-Miliz IS hat weite Teile Syriens und des Irak unter ihre Kontrolle gebracht und dort ein Kalifat ausgerufen. Sie geht mit äußerster Brutalität gegen alle vor, die sie als Ungläubige betrachtet. Hunderte Menschen wurden festgenommen, gekreuzigt oder enthauptet.

heb/syd/dpa/Reuters



insgesamt 3 Beiträge
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cpt.z 02.12.2014
1. Abgehauen...
Da ist die Gute wohl abgehauen. Warum sollte sie sonst aus der vermeintlichen Sicherheit der IS-Hochburgen fliehen. Entweder die sind nicht mehr sicher und Baghdadi bring seine Familie in Sicherheit oder es war eine der berüchtigten Zwangsheiraten und sie hat geschafft zu fliehen...
El pato clavado 02.12.2014
2. Rätselhaft,
dass sie überhaupt bis zur libanesischen Grenze gekommen ist. Vielleicht mit Helfern ?
KingTut 02.12.2014
3. Gefangen
Zitat von cpt.zDa ist die Gute wohl abgehauen. Warum sollte sie sonst aus der vermeintlichen Sicherheit der IS-Hochburgen fliehen. Entweder die sind nicht mehr sicher und Baghdadi bring seine Familie in Sicherheit oder es war eine der berüchtigten Zwangsheiraten und sie hat geschafft zu fliehen...
Dafür, dass die mutmaßliche Zweitfrau von Bagdadi "abgehauen" ist, gibt es im Artikel keine Anhaltspunkte. Es könnte genauso gut sein, dass sie und der gemeinsame Sohn mit dem Wissen des Terrorfürsten außer Landes gebracht werden sollten, nachdem es in der "Hauptstadt" der IS immer brenzliger wird. Auf jeden Fall muss man den Geheimdiensten für ihren Erfolg gratulieren. Wenn es nach mir ginge, dann würde ich die Frau und den Sohn gegen gefangene Journalisten und Entwicklungshelfer austauschen, bevor die Terroristen auch sie köpfen.
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