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Gräueltat der Terrormiliz: IS verbrannte Geisel bei lebendigem Leib

Muaz al-Kasaesbeh: Der jordanische Pilot wurde offenbar von den Dschihadisten getötet Zur Großansicht
REUTERS

Muaz al-Kasaesbeh: Der jordanische Pilot wurde offenbar von den Dschihadisten getötet

Die Dschihadisten haben ein neues schreckliches Video veröffentlicht. Darin ist der jordanische Pilot Muaz al-Kasaesbeh zu sehen. Er wird bei lebendigem Leib verbrannt.

Berlin - Der "Islamische Staat" (IS) hat den als Geisel genommenen jordanischen Piloten Muaz al-Kasaesbeh in einem Eisenkäfig bei lebendigem Leib verbrannt.

Die Terrormiliz veröffentlichte ein Video, das die Tat zeigt. Zudem verbreitete der IS Fotos des Verbrechens auf sozialen Netzwerken. Das jordanische Militär bestätigte Kasaesbehs Ermordung.

Von wann die Aufnahmen stammen, ist allerdings unklar. Jordaniens Staatsfernsehen berichtete, Kasaesbeh sei bereits am 3. Januar getötet worden.

Bereits am 8. Januar hatten syrische Aktivisten unter Berufung auf einen IS-Befehlshaber berichtet, Kasaesbeh sei verbrannt worden. Allerdings konnten die Aktivisten diese Information nicht verifizieren.

Der IS hatte noch vergangene Woche angeboten, den Jordanier am Leben zu lassen - für Lösegeld. Später passten die Dschihadisten ihre Forderung an und verlangten die Freilassung einer irakischen Terroristin, die in Jordanien in Haft ist. Das jordanische Königreich ging auf die Forderungen jedoch nicht ein, weil der IS nicht beweisen konnte, dass Kasaesbeh noch am Leben war.

Der Pilot war an Heiligabend über Ostsyrien abgestürzt und in Gefangenschaft des IS geraten. Der 26 Jahre alte Oberleutnant war damit der erste Soldat der von den USA angeführten Anti-IS-Allianz, der in die Hände der Extremisten gefallen war.

Seit der Ermordung des US-Journalisten James Foley im Sommer 2014 hat der IS mehrere solcher Schreckensvideos veröffentlicht. Bisher wurden die Geiseln darin enthauptet. Möglicherweise hat der IS nun auf eine neue grausame Mordmethode gesetzt, um eine größere Schockwirkung zu erzielen.

US-Präsident Barack Obama verurteilte die Terrormiliz als "bösartige und barbarische Organisation". Die mutmaßliche Ermordung des Piloten werde die Bemühungen des Anti-IS-Bündnisses nur verdoppeln, sagte Obama in Washington.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat dem jordanischen König Abdullah II. wegen der Ermordung des Piloten Muas al-Kasasba durch die IS-Terrormiliz kondoliert. "Mit großem Entsetzen habe ich die furchtbare Nachricht von der Ermordung des jordanischen Piloten (...) vernommen. Es ist unfassbar, dass Menschen zu einer solch grausamen Tat fähig sind", schrieb Merkel in einem Telegramm an den König.

Auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier zeigte sich über die Ermordung Kasaesbehs "zutiefst erschüttert". Jordanien zahle "einen hohen Preis für seinen entschlossenen Einsatz" gegen den IS, so der SPD-Politiker.

Die jordanische Armee schwor dem IS Rache. König Abdullah II. hält sich derzeit in der US-Hauptstadt auf und wird später zu einem treffen mit US-Präsident Obama und seinem Vize Joe Biden im Weißen Haus erwartet.

ras/fab/dpa

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