Resolution Uno-Sicherheitsrat will gegen IS-Finanzierung vorgehen

Viele Regierungen tun zu wenig gegen den Ölhandel der Terrormiliz "Islamischer Staat". Nun erhöht der Uno-Sicherheitsrat den Druck.

Uno-Sicherheitsrat: Der US-Finanzminister Jacob Lew wirbt für eine neue Resolution, um die Geldströme der Dschihadisten trockenzulegen
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Uno-Sicherheitsrat: Der US-Finanzminister Jacob Lew wirbt für eine neue Resolution, um die Geldströme der Dschihadisten trockenzulegen


Der Uno-Sicherheitsrat hat am Donnerstag einstimmig eine Resolution verabschiedet, um die Geldzuflüsse des "Islamischen Staates" (IS) zu beschneiden. Die von den USA und Russland gemeinsam geschriebene Resolution fasst bisherige Maßnahmen gegen den IS zusammen und erklärt den Uno-Mitgliedstaaten, wie sie diese umsetzen können. An dem Treffen nahmen ausnahmsweise die Finanzminister der Uno-Sicherheitsratsmitglieder teil.

Mit der neuen Resolution wollen die internationalen Finanzminister den Druck auf den IS erhöhen. Sie sind unzufrieden über die bisher geringen Fortschritte im Kampf gegen die Terrorfinanzierung. In der Resolution heißt es, man sei "besorgt über den Mangel an Umsetzung" der bereits verabschiedeten Resolutionen gegen Al-Qaida und den IS.

Bereits im Februar hatte der Uno-Sicherheitsrat Antiquitätenhandel aus Syrien verboten, Sanktionen angedroht gegen jeden, der Öl vom IS kaufe und die Uno-Mitgliedstaaten aufgefordert, keine Lösegelder an die Dschihadisten zu bezahlen. Nach einem Bericht der US-Zeitung "New York Times" hatten 2014 mehrere europäische Staaten Millionensummen an die Gruppe gezahlt, um entführte Staatsbürger zu befreien. Der IS wurde bereits im Mai 2013 auf die Uno-Sanktionsliste gesetzt als Ableger von Al-Qaida.

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"Islamischer Staat": Dschihadisten unter Druck
Experten gehen nicht davon aus, dass internationale Sanktionen die Finanzquellen des IS ganz trockenlegen können. Dies liegt daran, dass die wichtigsten Einnahmen der Dschihadisten unabhängig von internationalen Geldzuflüssen sind. Der IS stützt sich auf eine Beute-Ökonomie: auf Raub und Diebstahl in den von ihm kontrollierten Gebieten. Er presst Menschen unter seiner Gewalt Zwangsabgaben ab als sogenannte religiöse Spenden, beschlagnahmt das Kapital seiner Gegner und verhängt Geldstrafen. Im Vergleich dazu macht der Ölhandel einen geringen Teil seiner Finanzierung aus.

ras/AP

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vantast64 18.12.2015
1. Warum erst jetzt? Mich verfolgen die Firmen zu Überweisungen
nach Afrika schon lange und das für nur kleine Beträge an einen Schüler in Liberia. Der Spion drohte, er würde mich im Auge behalten. Ist eben wie immer: die Kleinen verfolgt man, die Großen läßt man laufen und Regierungen dürfen sogar Waffen liefern.
Beat Adler 18.12.2015
2. Gut, aber nicht genuegend.
Gut, aber nicht genuegend. Eine weitere UNO Sicherheitsratsresolution gegen den Islamischen Staat, die 3. mittlerweile, gut aber nicht genuegend. Es ist dringend notwendig die Telekommunikations-Infrastruktur des Islamischen Staates in Syrien und im Irak zu zerstoeren. Das geht ohne Opfer unter der Zivilbevoelkerung. Damit wird Telefonieren und das Internet unterbrochen. Der unsaegliche Propaganga des Islamischen Staates, die zu immer neuen Rekrutierungen fuehrt, wird damit ein Schlag versetzt. Nur mit Brieftaueben und Meldelaeufern ist es schwer Krieg zu fuehren und erst Recht fast unmoeglich Propaganda zu verbreiten. mfG Beat
sossossos 18.12.2015
3. Fassen wir also zusammen
Das ganze Geschrei der letzten Wochen in allen Medien, doch den Ölhandel mit dem IS zu unterbinden bringt am Ende nicht viel, weil die Haupteinahmequelle Raub und Erpressung ist. Weiter bezweifeln viele Fachleute, dass die Bombardierung den IS besiegen kann. Wird es nicht langsam mal Zeit sich mit den wirklichen Ursachen zu beschäftigen und an deren Beseitigung zu arbeiten?
micromiller 18.12.2015
4. Das grosse Schattentheater:
Vorhang auf... USA, GB und alle anderen, die wollen, wissen es... wie die Islam Faschisten ihr Reich finanzieren und wer dahinter steckt. Die Krater ferner Welten werden uns aus Milliarden Kilometer Entfernung auf die Bildschirme gezaubert, die Telefone unserer Regierung werden vom NSA überwacht .. aber IS handelt Öl tausende Tankzüge fuhren durch Syrien in die Türkei und die Anrainer... aber das war einfach nicht festzustellen... die Bankkonten und Verbindungen selbstverständlich auch nicht... für wie bekloppt hält uns eigentlich unsere transatlantische und eigene politische Elite??
frank57 18.12.2015
5. Ja
einen wunderschönen Guten Morgen die Herren! Stündlich werden Kulturdenkmäler unwiederbringlich zerstört und Menschen im wahrsten Sinne des Wortes abgeschlachtet und diese Damen und Herren wachen erst jetzt auf!? Aber wen wundert es wenn man bedenkt von wem diese Institution ferngesteuert ist!
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