"Operation ???" Pentagon findet keinen Namen für Krieg gegen Islamischen Staat

Jede Auslandsmission der US-Armee braucht einen Namen. Doch zwei Monate nach Beginn des Kriegs gegen den IS rätselt das Pentagon immer noch über die richtige Bezeichnung für den Einsatz. Kampfpiloten behelfen sich deshalb kurzerhand selbst.

US-Kampfjets über dem Irak: Piloten scherzen über "Operation Hey, das ist mein Geländewagen!"
AFP/ USAF

US-Kampfjets über dem Irak: Piloten scherzen über "Operation Hey, das ist mein Geländewagen!"


Washington - "Operation Desert Storm", "Operation Desert Fox", "Operation Enduring Freedom" - wenn es darum geht, Namen für die Militärmissionen im Nahen Osten zu finden, zeigt die US-Armee Erfindungsreichtum. Doch auch zwei Monate, nachdem das Militär die ersten Stützpunkte der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) angegriffen hat, sucht das Pentagon noch nach dem richtigen Namen für die Operation.

Die PR-Strategen haben einen Vorschlag an die Militärführung geschickt - doch die Pentagonspitze war unzufrieden mit der Bezeichnung "Operation Inherent Resolve", was übersetzt so viel bedeutet wie "Natürliche Entschlossenheit". Deshalb bleibt der Luftkrieg der USA und ihrer Verbündeten gegen den IS vorerst namenlos.

Wie das "Wall Street Journal" berichtet, fanden einige Militärvertreter, der Name habe nicht genug mit dem Nahen Osten zu tun. Andere kritisierten, es sei nicht zu erkennen, dass die USA in diesem Krieg eine internationale Koalition anführten. Und wieder andere fanden "Inherent Resolve" einfach nicht "anregend" genug.

Mancher Name wurde ein Fehlgriff

Das US-Militär nutzt seit Ende der achtziger Jahre diese blumigen, von vielen Menschen aber auch als zynisch empfundenen Namen, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen. 1989 sollte die Invasion Panamas zuerst "Operation Blue Spoon", "Blauer Löffel" heißen. Doch dann erschien den PR-Experten der Name "Operation Just Cause", "Gerechte Sache", angemessener.

Nicht immer hat das Pentagon bei der Namenswahl ein glückliches Händchen. Die Bezeichnung "Operation Enduring Freedom", "Andauernde Freiheit", für den Afghanistan-Krieg wurde zu einer sich selbst bewahrheitenden Prophezeiung. Inzwischen dauert die Mission bereits 13 Jahre. Es ist damit der längste Einsatz in der US-Geschichte.

Unglücklich war auch der Name "Operation New Dawn" für die US-Mission im Irak nach Abzug der Kampftruppen aus dem Land. Denn der in der Bezeichnung angekündigte "neue Morgen" brach für den Irak niemals an - oder erwies sich als äußerst finster.

Aus mehreren Gründen ist ein neuer Missionsname für die US-Soldaten wichtig. Die Medaillen für Verdienste in der "Operation Iraqi Freedom" ("Irakische Freiheit") und der "Operation New Dawn" werden inzwischen nicht mehr vergeben. Am Donnerstag sagten Vertreter des Pentagon, dass sich Soldaten im Kampf gegen den IS die "Global War on Terrorism Expeditionary Medal" verdienen können. Viele Piloten, die derzeit über dem Irak und Syrien fliegen, haben diese Medaillen jedoch bereits.

Laut "Wall Street Journal" haben manche US-Piloten bereits einen Alternativnamen gefunden. Weil sie bei ihren Luftangriffen häufig Humvees und andere Fahrzeuge aus US-Fabriken zerstören, nennen sie den Einsatz: "Operation Hey, das ist mein Geländewagen!"

syd

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insgesamt 94 Beiträge
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Shlabotnik 06.10.2014
1. Mal im Plattenregal suchen
Es gibt so schöne und passende Heavy Metal Titel: * Kill em All (Metallica) * Show no Mercy (Slayer) * A Matter of Life and Death (Iron Maiden) Da wird doch was fürs Pentagon dabei sein. Oder hören die nur christliche Countrymusik?
türkoglutürk 06.10.2014
2. Wie wärs damit
"Operation - never ending story"
erasmus89 06.10.2014
3. Es geht um Marketing,
nichts anderes.
gebruker 06.10.2014
4. Verantwortung
Kann es sein, dass die Ölstaaten auf der arabischen Halbinsel nicht nur die IS , Al Quaida usw. deshalb unterstützen um die sunnitische Religion zu stärken sondern auch durch die Konflikte gezielt Flüchtlinge nach Europa zu treiben und um den Ölpreis in die Höhe zu treiben? Meiner Ansicht nach sollten die Islamischen Staaten das Problem und das Flüchtlingsproblem vor Ort lösen und nicht der Westen.
KuGen 06.10.2014
5. So
Fighting the barbarians we created oder kurz FIBWEC
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