Terrorallianz USA rätseln über Zustand von IS-Chef Baghdadi 

Hat IS-Anführer Abu Bakr al-Baghdadi die jüngsten US-Angriffe im Irak überlebt? Die Geheimdienste in Washington tappen nach eigenen Angaben selbst noch im Dunkeln.

IS-Chef Baghdadi: Die USA können "nicht bestätigen, dass er getötet oder verwundet wurde."
AFP/ Al-Furqan Media

IS-Chef Baghdadi: Die USA können "nicht bestätigen, dass er getötet oder verwundet wurde."


Peking/Bagdad - Mehrere Tage nach US-Angriffen auf Einrichtungen der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) herrscht in Washington immer noch Ratlosigkeit über das Schicksal von Abu Bakr al-Baghdadi. "Wir können nicht bestätigen, dass er getötet oder verwundet wurde", sagte Ben Rhodes, stellvertretender Sicherheitsberater von US-Präsident Barack Obama, in Peking.

Die US-Armee hatte am Wochenende mehrere Luftangriffe auf IS-Ziele im Norden und Westen des Iraks geflogen. Am Freitagabend traf ein Luftschlag einen Konvoi von mehreren Fahrzeugen der Dschihadisten. Dabei seien mehrere ranghohe Terroristen getötet worden. In der Nacht von Samstag auf Sonntag soll die Luftwaffe ein Treffen von IS-Kadern angegriffen haben, bei dem offenbar ebenfalls führende Mitglieder getötet wurden.

Das irakische Innenministerium teilte in einer Erklärung mit, Baghdadi sei bei dem zweiten Angriff getroffen worden. Der irakische Verteidigungsminister gab hingegen an, der selbst ernannte Kalif sei bei dem US-Angriff am Freitagabend verletzt worden. Woher beide Stellen ihre Informationen beziehen, ist nicht bekannt.

Die USA selbst haben weiter keine gesicherten Erkenntnisse. Allerdings stellt Obamas Berater Rhodes klar, dass die Botschaft an die IS-Terroristen eindeutig sei: "Wenn sie sich bewegen, dann werden wir sie treffen."

USA schicken Soldaten in die Unruheprovinz Anbar

Im Kampf gegen die Terrormiliz hat das US-Militär 50 Soldaten in die irakische Provinz Anbar geschickt, die sich zu großen Teilen in den Händen des IS befindet. Die Truppen sollen prüfen, ob die Assad-Luftwaffenbasis für die Ausbildung der irakischen Sicherheitskräfte genutzt werden kann. Das Vorauskommando ist bewaffnet, allerdings nur zum eigenen Schutz.

Obama hatte entschieden, in den kommenden Wochen bis zu 1500 weitere Soldaten in den Irak zu schicken. Sie sollen die irakischen Truppen ausbilden und beraten, aber nicht selbst kämpfen. Das hat das Pentagon noch einmal bekräftigt. Die Gesamtzahl der US-Soldaten im Land würde damit auf etwa 3000 steigen.

Die Regierungen in Washington und Bagdad planen für das Frühjahr 2015 eine Offensive gegen den IS. Etwa 20.000 irakische Soldaten sollen bis dahin trainiert werden, um eine Bodenoffensive gegen die Dschihadisten zu initiieren. Ziel ist es, die Terrormiliz bis Ende kommenden Jahres aus Mossul und anderen großen Städten im Norden und Westen des Iraks zu vertreiben.

syd/dpa

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insgesamt 47 Beiträge
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fatherted98 11.11.2014
1. logisch...
...nach einem flächendenkenden Bobardement, wird Herr Baghdadi sich wohl kaum melden und: "Hier" schreien...
frankfurtbeat 11.11.2014
2. eigentlich ist es ...
egal ob der Verrückte noch unter uns weilt oder nicht dénn der nächste durchgeknallte steht für den job bereit! auch den Pappnasen geht es nur um Macht+€ im Namen der Religion ist das den Massen dadurch verständlicher darzustellen ...
conny1969 11.11.2014
3. hat es
jemals Auswirkungen gehabt, wenn ein Kartellboss verhaftet oder getötet wurde? Hat es irgendwelche Auswirkungen gehabt als Bin Laden getötet wurde oder irgendwelche Stammesfürsten in Afghanistan? Dann kommt halt der nächste. Vielleicht verfällt der IS in verschiedene Gruppen, aber das Problem ist nicht gelöst.
Pater-Noster 11.11.2014
4. Kriegspropaganda
mit einzelnen angeblichen Erfolgen. Trotzdem alle Kriege verloren und nichts gelernt. Eben noch gegiftet, dass Putin gegens Voelkerrecht verstößt, dann sich rumgedreht und ohne UNO Mandat Syrien bombardiert.
egal 11.11.2014
5. Natürlich
Zitat von conny1969jemals Auswirkungen gehabt, wenn ein Kartellboss verhaftet oder getötet wurde? Hat es irgendwelche Auswirkungen gehabt als Bin Laden getötet wurde oder irgendwelche Stammesfürsten in Afghanistan? Dann kommt halt der nächste. Vielleicht verfällt der IS in verschiedene Gruppen, aber das Problem ist nicht gelöst.
kommen neue "Bosse" nach, aber es hat sehr wohl einen Effekt, wenn man diesen Tieren ihre Anführer wegschiesst. Die IS ist nur so erfolgreich, da sie zusammenarbeiten und effektiv geführt werden. Ein Machtkampf um die Stelle des Oberschwachkopfes würde die Kräfte der IS schwächen. Natürlich wird es trotzdem Isamisten geben, die die Religion als Entschuldigung für Mord, Raub, Vergewaltigung und Vertreibung nutzen, aber dieses Problem wird sich erst lösen, wenn die Muslime dieser Welt in den Prozeß der Aufklärung eintreten und ihre eigene Religion entmachten
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