Terror des IS Frankreich entging mehrmals schweren Anschlägen

Ein Konzertsaal und Menschen auf offener Straße sollen Ziele gewesen sein: Der französische Innenminister sagt, sein Land sei 2015 elf Attentaten wie denen in Paris entgangen. In einem neuen Video droht der IS Großbritannien.

Paris im November 2015: Noch immer ist Frankreich im Ausnahmezustand
AFP

Paris im November 2015: Noch immer ist Frankreich im Ausnahmezustand


Vor den Terrorangriffen von Paris ist Frankreich offenbar mehrmals ähnlichen Attentaten entgangen. Innenminister Bernard Cazeneuve sagte dem TV-Sender France 5, es seien im vergangenen Jahr elf Anschläge verhindert worden - "von der Art wie die vom 13. November".

Eines dieser geplanten Attentate sollte sich gegen ein Konzert in einem Veranstaltungssaal richten - ähnlich wie beim Angriff auf den Konzertsaal Bataclan, bei dem 89 Menschen starben. "Andere drohten mit massiven tödlichen Anschlägen gegen Franzosen auf Straßen und in Städten", sagte der Innenminister.

Bei den Anschlägen im November in Paris und Saint-Denis hatten drei islamistische Mordkommandos im Bataclan, in Bars und Restaurants sowie am Fußballstadion Stade de France insgesamt 130 Menschen getötet, mehr als 350 wurden verletzt. Cazaneuve sagte, es habe sich um die "gleichen Akteure" gehandelt, wie bei den Paris-Attentaten. Zu den Attacken hatte sich die von Frankreich im Irak und in Syrien bekämpfte Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) bekannt.

Nach den Anschlägen wurde in Frankreich der Ausnahmezustand verhängt. Die bis Ende Februar geltende umstrittene Rechtslage mit zahlreichen Sonderregelungen für die Sicherheitsorgane soll nach dem Willen der Regierung um drei weitere Monate verlängert werden.

Neues IS-Video: Drohungen gegen Großbritannien

Im Zusammenhang mit den Anschlägen in Frankreich steht möglicherweise auch ein neues Propaganda-Video des IS. Es war am Sonntag veröffentlicht worden und soll die neun Paris-Attentäter zeigen. Die Männer in dem Video stoßen Hasstiraden gegen den Westen aus und drohen Großbritannien mit einem Angriff. Einige der Männer sind mit Tarnanzügen bekleidet und in einer Wüste zu sehen. Das Video enthält auch Enthauptungsszenen.

In dem Film werden die Männer mit ihren Kampfnamen genannt. Demnach sind drei von ihnen Franzosen, vier Belgier und zwei Iraker. Die beiden Iraker könnten für die Selbstmordanschläge am Stade de France verantwortlich sein. Anders als die anderen sieben toten Attentäter wurden diese noch nicht offiziell identifiziert. Eine unabhängige Bestätigung für die Echtheit des Videos gab es zunächst nicht.

cht/dpa/Reuters

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