Syrien IS verliert größtes Ölfeld an kurdische Kämpfer

Eine kurdisch-arabische Miliz hat nach eigenen Angaben die Kontrolle über das größte Ölfeld Syriens erlangt. Der Einfluss der Terrororganisation IS sinkt damit weiter.

Ölfeld im Nordosten von Syrien
AP

Ölfeld im Nordosten von Syrien


Ein kurdisch geführtes Bündnis hat eigenen Angaben zufolge das größte Ölfeld Syriens im Nordosten des Landes erobert. Wenige Tage nach der Einnahme der ehemaligen IS-Hochburg Rakka vertrieben die "Syrischen Demokratischen Kräfte" (SDF) die Dschihadisten auch vom Al-Omar Ölfeld in der Provinz Dair as-Saur, wie die Koalition in einer Stellungnahme bekanntgab.

Laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatten sich die IS-Kämpfer bereits drei Tage vor der Einnahme des Ölfeldes, das eines der größten im Land ist, zurückgezogen. Einen Grund für den Rückzug nannte die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle nicht.

Sie gab weiter an, die SDF hätten zudem die Kontrolle über das Saidschan-Ölfeld erlangt, das nördlich von Al-Omar liegt. Die Beobachtungsstelle bezieht ihre Informationen von einem Netzwerk von Aktivisten in Syrien. Ihre Angaben können von unabhängiger Seite nur schwer überprüft werden.

Vor Beginn des Syrien-Krieges vor mehr als sechs Jahren wurden in Al-Omar 30.000 Barrel Öl am Tag produziert. 2014 erlangte die Terrorgruppe IS die Kontrolle; die von Washington geführte Anti-IS-Koalition zerstörte die Anlage nach eigenen Angaben dann im darauffolgenden Jahr, nachdem die Dschihadisten monatlich Millionen damit verdient hätten.

Vergangenen Monat hatten die SDF bereits das größte Gasfeld vom IS erobert. Am Dienstag hatten sie die Befreiung Rakkas vom "Islamischen Staat" verkündet. Dem Bündnis gehören neben den kurdischen Volksschutzeinheiten auch arabische Kämpfer an. Die SDF werden von der Internationalen Anti-IS-Koalition unter Führung der USA unterstützt.

joe/dpa/AFP



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