Isaf-Mission: Frankreich beendet Kampfeinsatz in Afghanistan

Wieder verabschiedet sich ein Bündnispartner: Frankreich beendet offiziell seinen Kampfeinsatz am Hindukusch. 88 französische Soldaten starben im Dienst. Die von der Nato geführte Afghanistan-Mission läuft jedoch noch bis 2014.

Abzugszeremonie: Die französische Flagge in Afghanistan ist eingeholt Zur Großansicht
AFP

Abzugszeremonie: Die französische Flagge in Afghanistan ist eingeholt

Paris/Kabul - In Afghanistan kämpft zukünftig kein französischer Soldat mehr. Knapp zwei Jahre vor dem geplanten Ende der internationalen Isaf-Mission in Afghanistan hat Frankreich seinen Kampfeinsatz am Hindukusch beendet. Die letzten 400 Soldaten der Kampftruppen zogen am Dienstag aus der Provinz Kapisa ab. Frankreichs im Mai gewählter Präsident François Hollande löst damit ein Wahlversprechen ein: den ursprünglich für Ende 2013 geplanten Abzugstermin um ein Jahr vorzuziehen.

Bereits im Juli hatten die Franzosen offiziell die Sicherheitsverantwortung für die nordöstlich von Kabul gelegene Provinz an die afghanischen Sicherheitskräfte übergeben. Fortan sollen 4700 afghanische Polizisten und Soldaten unterstützt von 250 US-Soldaten in der Provinz für Sicherheit sorgen, sagte der französische Kommandeurs in Kapisa, General Eric Hautecloque-Raysz. In der Bergregion Kapisa sind nach wie vor Aufständische aktiv.

Im Einsatz starben 88 französische Soldaten

Französische Kampftruppen waren 2008 nach Kapisa verlegt werden. Sie erlitten in der Provinz schwere Verluste: Von den 88 seit Beginn des Afghanistan-Einsatzes getöteten französischen Soldaten starben knapp zwei Drittel in Kapisa.

Im Januar hatte Frankreichs damaliger, konservativer Präsident Nicolas Sarkozy nach einer Reihe tödlicher Angriffe auf französische Soldaten den Abzug der Kampftruppen auf Ende 2013 vorverlegt. Sein Nachfolger, der Sozialist Hollande, zog den Termin dann noch einmal auf Ende 2012 vor.

Frankreich war nach den USA, Großbritannien, Deutschland und Italien der größte Truppensteller für die Isaf. Derzeit befinden sich noch rund 2200 französische Soldaten in Afghanistan, allerdings ohne Kampfauftrag, 700 sollen bis Jahresende nach Frankreich zurückkehren. Rund tausend Soldaten sollen bis zum Sommer 2013 den Abzug Frankreichs abwickeln. Danach bleiben noch rund 500 französische Einsatzkräfte zur Ausbildung afghanischer Einheiten in Kabul stationiert.

Der Isaf-Einsatz soll Ende 2014 vorbei sein. Deutschland hat in Afghanistan derzeit mehr als 4700 Bundeswehrsoldaten stationiert. Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) und Außenminister Guido Westerwelle (FPD) hatten erst kürzlich beschlossen, die Zahl der Soldaten bereits im kommenden Jahr drastisch zu reduzieren.

sun/AFP/dpa/dapd

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1. Die Franzosen sind aus der Afghanistan-Safari raus, worauf wartet die Bundeswehr...?
doytom 20.11.2012
Zitat von sysopWieder verabschiedet sich ein Bündnispartner: Frankreich beendet offiziell seinen Kampfeinsatz am Hindukusch. 88 französische Soldaten starben im Dienst. Die von der Nato geführte Afghanistan-Mission läuft jedoch noch bis 2014. Isaf-Mission: Frankreich beendet Kampfeinsatz in Afghanistan - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/isaf-mission-frankreich-beendet-kampfeinsatz-in-afghanistan-a-868375.html)
Ein vernünftiger Schritt der vom französischen Ministerpräsidenten Hollande angeregt wurde und jetzt in die Tat umgesetzt wurde. Wann findet die Bundesregierung genug Chuzpe um den französischen Beispiel zu folgen und die Afghanistan-Safari zu beenden, die so manche Bundeswehrsoldaten das Leben oder die Gesundheit gekostet hat und eine der sinnlosesten Steuergeldverschwendungen in der Geschichte der BRD ist?
2. Deutschland sollte sich sofort anschließen!
derinvestigator 20.11.2012
Der Gefechtsfeldtourist de Maiziere labert von einer „dauerhaften Verantwortung" Deutschlands in Afghanistan und merkt nicht, wie andere Bündnispartner (Kanadier, Holländer, jetzt Franzosen) sich leise davon schleichen, nachdem man vereint das Land in einem desolateren Zustand zurücklässt als man es vorgefunden hat. Laut UNO-Bericht haben die Taliban zwischen März 2011 und März 2012 400 Millionen Dollar eingenommen - aus Steuern und Erpressung, mit denen sie das Land im nächsten Jahr nach ihrem Gusto umbauen werden. Hinzu kommen dann noch die jährlichen Fördergelder aus Deutschland für das korrupte Karsai-Regime. In der Vertuschung und Schönschreibung der Realität in Afghanistan steht de Maizière seinem Vorgänger in nichts nach; allerdings drängt er sich viel dezenter vor die Kameras als KTvuzG. Aber seinen Wunsch, eine kleine Rolle auf der großen Weltbühne einnehmen zu können, kann er gut hinter seinem biedermännischen Auftreten verstecken.
3. da
martin-z. 21.11.2012
Zitat von sysopWieder verabschiedet sich ein Bündnispartner: Frankreich beendet offiziell seinen Kampfeinsatz am Hindukusch. 88 französische Soldaten starben im Dienst. Die von der Nato geführte Afghanistan-Mission läuft jedoch noch bis 2014. Isaf-Mission: Frankreich beendet Kampfeinsatz in Afghanistan - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/isaf-mission-frankreich-beendet-kampfeinsatz-in-afghanistan-a-868375.html)
sieht man mal wieder, dass sich deutschland die harmlosesten und ungefährlichsten gebiete ausgesucht hat. frankreich hatte viel weniger soldaten im einsatz und sehr viel mehr opfer.
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Hauptstadt: Kabul

Staats- und Regierungschef: Hamid Karzai

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