Paris/Kabul - In Afghanistan kämpft zukünftig kein französischer Soldat mehr. Knapp zwei Jahre vor dem geplanten Ende der internationalen Isaf-Mission in Afghanistan hat Frankreich seinen Kampfeinsatz am Hindukusch beendet. Die letzten 400 Soldaten der Kampftruppen zogen am Dienstag aus der Provinz Kapisa ab. Frankreichs im Mai gewählter Präsident François Hollande löst damit ein Wahlversprechen ein: den ursprünglich für Ende 2013 geplanten Abzugstermin um ein Jahr vorzuziehen.
Bereits im Juli hatten die Franzosen offiziell die Sicherheitsverantwortung für die nordöstlich von Kabul gelegene Provinz an die afghanischen Sicherheitskräfte übergeben. Fortan sollen 4700 afghanische Polizisten und Soldaten unterstützt von 250 US-Soldaten in der Provinz für Sicherheit sorgen, sagte der französische Kommandeurs in Kapisa, General Eric Hautecloque-Raysz. In der Bergregion Kapisa sind nach wie vor Aufständische aktiv.
Im Einsatz starben 88 französische Soldaten
Französische Kampftruppen waren 2008 nach Kapisa verlegt werden. Sie erlitten in der Provinz schwere Verluste: Von den 88 seit Beginn des Afghanistan-Einsatzes getöteten französischen Soldaten starben knapp zwei Drittel in Kapisa.
Im Januar hatte Frankreichs damaliger, konservativer Präsident Nicolas Sarkozy nach einer Reihe tödlicher Angriffe auf französische Soldaten den Abzug der Kampftruppen auf Ende 2013 vorverlegt. Sein Nachfolger, der Sozialist Hollande, zog den Termin dann noch einmal auf Ende 2012 vor.
Frankreich war nach den USA, Großbritannien, Deutschland und Italien der größte Truppensteller für die Isaf. Derzeit befinden sich noch rund 2200 französische Soldaten in Afghanistan, allerdings ohne Kampfauftrag, 700 sollen bis Jahresende nach Frankreich zurückkehren. Rund tausend Soldaten sollen bis zum Sommer 2013 den Abzug Frankreichs abwickeln. Danach bleiben noch rund 500 französische Einsatzkräfte zur Ausbildung afghanischer Einheiten in Kabul stationiert.
Der Isaf-Einsatz soll Ende 2014 vorbei sein. Deutschland hat in Afghanistan derzeit mehr als 4700 Bundeswehrsoldaten stationiert. Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) und Außenminister Guido Westerwelle (FPD) hatten erst kürzlich beschlossen, die Zahl der Soldaten bereits im kommenden Jahr drastisch zu reduzieren.
sun/AFP/dpa/dapd
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