"Islamische Bewegung Usbekistan": Deutscher Dschihadist beansprucht Kabuler Anschlag für die IBU

Neue Audiobotschaft vom deutschen Extremisten Mounir C. alias "Abu Adam": Ein Selbstmordanschlag in Afghanistans Hauptstadt Kabul wurde von der "Islamischen Bewegung Usbekistan" verübt, behauptet er. Bislang war das verheerende Attentat den Taliban zugerechnet worden.

"Abu Adam" (Archivaufnahme): Neue Botschaft vom deutschen Dschihadisten Zur Großansicht

"Abu Adam" (Archivaufnahme): Neue Botschaft vom deutschen Dschihadisten

Hamburg - In der knapp 15 Minuten langen Botschaft, die SPIEGEL ONLINE vorliegt, versucht Mounir C. vor allem, seine Zuhörer zum bewaffneten Kampf aufzustacheln. Ähnlich wie es das Führungspersonal von al-Qaida und den Taliban gerne tut, hat sich auch der Bonner das islamische Opferfest zum Anlass für seine Erbauungspredigt genommen. Die Feinde, so Mounir C., der sich "Abu Adam" nennt, müsse man "schlachten und wegsprengen".

Interessant, wenn auch nicht unmittelbar überprüfbar, ist eine Behauptung, die C. im zweiten Teil seiner Ansprache aufstellt. Demnach wurde ein Selbstmordanschlag, der am 29. Oktober die afghanische Hauptstadt Kabul erschütterte, von der "Islamischen Bewegung Usbekistan" (IBU) durchgeführt, der er selbst angehört.

Bei dem Anschlag starben über ein Dutzend Menschen. Der Attentäter hatte einen Sprengsatz in einem Auto deponiert. Es ist jedenfalls wahrscheinlich, dass C. diesen Anschlag meint - auch wenn das von ihm genannte islamische Datum eigentlich den 30. Oktober bezeichnet.

Bisher war der Anschlag den afghanischen Taliban zugerechnet worden. Doch es ist denkbar, dass IBU und Taliban kooperierten - solche punktuelle Zusammenarbeiten soll es bereits zuvor gegeben haben. Darüber hinaus berichtet C., dass am 28. Oktober dieses Jahres bei zwei Drohnenangriffen 25 Kämpfer getötet worden seien. Auch diese Angabe lässt sich nicht ohne weiteres verifizieren.

Mounir C. ist einer von mehreren aus Deutschland stammenden Dschihadisten, die sich der IBU angeschlossen haben. Mittlerweile scheint er zu einer Art Sprachrohr der Gruppe aufgestiegen zu sein. Er veröffentlicht in unregelmäßigen Abständen Videos, Audiobotschaften oder digitale Rundbriefe.

Die IBU ist eine ursprünglich aus Usbekistan stammende militante Gruppe, die ihr Operationsgebiet allerdings schon vor Jahren ins afghanisch-pakistanische Grenzgebiet verlagert hat.

yas

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insgesamt 37 Beiträge
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1. "Deutscher Extremist"?
notty 08.11.2011
Zitat von sysopNeue Audiobotschaft vom deutschen Extremisten Mounir C. alias "Abu Adam": Ein Selbstmordanschlag in*Afghanistans Hauptstadt Kabul wurde von der "Islamischen Bewegung Usbekistan" verübt, behauptet er. Bislang war das verheerende Attentat den Taliban zugerechnet worden. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,796490,00.html
Ich wundere mich immer wieder, mit welcher Inbrunst der Spiegel und auch andere Presseorgane, herausstreichen, dass dieser Killer Deutscher ist. "Deutscher Extremist"... Deutschland hat mit seinen "Ureinwohnern" nie islamistische Terrorspezialisten hervorgebracht Seinem Aussehen und seinem Namen nach, ist sein Background irgendwo in der Immigrantenszene zu suchen...wo aus falsch verstandener Toleranz immer noch zu leicht die deutsche Staatsbuergerschaft verabreicht wird. Wenn ich dann noch das Geschwafel von "Erweiterung der Kultur" hoere, die diese Leute mitbringen, dann faellt mir einfach immer nur Sarrazin ein....der immer mehr recht zu haben scheint....
2. Schön(?)
blumt0pf 08.11.2011
Schön, dass auch Deutschland seinen Teil dazu beiträgt, unseren islamischen Freunden ein zu Hause zu bieten, sie erzieht, bildet, ihnen ein Forum für ihre Propaganda bietet und rüstet, für den Kampf gegen alle Nichtmuslime, damit diese "abgeschlachtet und weggesprengt" werden. Salafisten, Islamisten, Djihadisten, Hamas und Co genießen bei uns glücklicherweise eine breite Anerkennung, ein breites Forum und dürfen unsere Toleranz und Meinungsfreiheit vollends für ihren Siegeszug ausnutzen.
3. Auf Thema antworten
Wolf_68 08.11.2011
Zitat von nottyIch wundere mich immer wieder, mit welcher Inbrunst der Spiegel und auch andere Presseorgane, herausstreichen, dass dieser Killer Deutscher ist. "Deutscher Extremist"... Deutschland hat mit seinen "Ureinwohnern" nie islamistische Terrorspezialisten hervorgebracht Seinem Aussehen und seinem Namen nach, ist sein Background irgendwo in der Immigrantenszene zu suchen...wo aus falsch verstandener Toleranz immer noch zu leicht die deutsche Staatsbuergerschaft verabreicht wird. Wenn ich dann noch das Geschwafel von "Erweiterung der Kultur" hoere, die diese Leute mitbringen, dann faellt mir einfach immer nur Sarrazin ein....der immer mehr recht zu haben scheint....
Wir ernten jetzt, was unter der rotgrünen Bundesregierung unter Schröder gesät wurde - man begann damals medial wirksam die Kampagne, Deutschland ist ein klassisches Einwanderungsland und erpresste die Öffentlichkeit mit massenhaften Einbürgerungen von Unterschichten. Diese damaligen Aktionen von Schröder,Fischer, Künast und Trittin grenzen an ein Staatsverbrechen, unter dem nachfolgende Generationen zu leiden haben werden.
4. ja
blumt0pf 08.11.2011
Zitat von Wolf_68Wir ernten jetzt, was unter der rotgrünen Bundesregierung unter Schröder gesät wurde - man begann damals medial wirksam die Kampagne, Deutschland ist ein klassisches Einwanderungsland und erpresste die Öffentlichkeit mit massenhaften Einbürgerungen von Unterschichten. Diese damaligen Aktionen von Schröder,Fischer, Künast und Trittin grenzen an ein Staatsverbrechen, unter dem nachfolgende Generationen zu leiden haben werden.
Es war schon vor 30-40 Jahren absehbar, dass sich Türken und Araber nicht in unsere Gesellschaft integrieren werden. Das alleine finde ich aber gar nicht so schlimm. Ostasiaten und einige Afrikaner machen das ja auch gerne. Vor allem in Amerika gibt es ganze Stadtviertel in chinesischer Hand. Und das völlig problemlos. Aber eine Religion, die einen "heiligen Krieg" gegen alle Andersgläubigen propagiert, hätte Warnung genug sein müssen. Die Gewaltexzesse im Koran und in islamischen Ländern an den andersgläubigen Minderheiten sprechen Bände. Da wird verfolgt, gejagt, gehetzt, diskriminiert, getötet, vertrieben und sogar in "Rechtsstaaten" in denen auf Papier religiöse Gleichberechtigung gewährt ist, bleiben radikale Muslime bei Anschlägen auf Christen etc. straffrei. Den Fehler machte aber nicht nur rot-grün, auch wenn sie sehr sehr vieles dazu beigetragen haben. Den Fehler machte man vor allem in den 70ern als die Gastarbeiter plötzlich nicht mehr gehen mussten und ihre Familien rüber holten. Gleichzeitig, und das ist das wirklich schlimme, holte man auch islamische Religionsgelehrte und Imame nach Deutschland, ohne zu prüfen, welchen radikalen Inhalt sie in ihrer Sprache predigen! Heute versucht man mit aller Macht den Islam als "friedlich" zu definieren. Zu jedem islamistischen Anschlag pochen unsere Politiker geradezu darauf, den Islam das Prädikat "friedlich und tolerant" zuzuschreiben. Dabei liegt es doch immer an der Religion, wie sie sich präsentiert. Da können andersgläubige Politiker nichts einreden. Wulff macht heute nichts anderes als rot-grün vor 10 Jahren und versucht auf Gedeih und Verderb den Islam in Deutschland zu etablieren. Die Folgen, die wir in 10 Jahren zu spüren bekommen, kann ich mir heute schon vorstellen. So wie ich mir unsere heutige Problematik vor 10 Jahren schon vorstellen konnte.
5. Na ja, es wurde mal wieder Zeit.
Coroner 08.11.2011
Vor lauter "Euro-Rettung" und "Griechenland" war das Thema ja schon völlig vergessen. In Zeiten knapper Kassen ist ein Sauerland-Plot auf die Schnelle nicht machbar. Aber ein Video, wo ein "deutscher Terrorist" über einen Bombenanschlag im Ausland sagt; "Ich war's" - das bekommt man immer noch hin. Im übrigen: "Die Feinde, so Mounir C., der sich "Abu Adam" nennt, müsse man "schlachten und wegsprengen"." Warum fällt mir dazu bloss der Umgang der "Rebellen" und der NATO mit Gaddafi ein?
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