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"Deso Dogg": US-Regierung bestätigt Tod von IS-Terrorist Denis Cuspert

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Getöteter IS-Terrorist Cuspert (Archivbild von 2014): "Ich warte auf den Tod und kann ihn nicht erwarten"

Der deutsche IS-Terrorist Denis Cuspert ist tot. Entsprechende Gerüchte hat das Pentagon bestätigt. Der ehemalige Gangsta-Rapper aus Berlin wurde bereits vor zwei Wochen bei einem US-Luftangriff in Syrien getötet.

Die US-Armee hat den prominentesten deutschen Kämpfer in den Reihen der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) umgebracht. "Ich kann bestätigen, dass Denis Cuspert bei einem Angriff nahe Rakka am 16. Oktober getötet worden ist", sagte Pentagon-Sprecherin Elissa Smith.

Gerüchte um den Tod des gebürtigen Berliners kursierten bereits seit Tagen. IS-Gegner aus Syrien hatten berichtet, dass Cuspert am 16. Oktober beim US-Luftangriff auf ein Fahrzeug getötet wurde, das zwischen den Orten Rakka und Tabqa im Nordosten Syriens unterwegs war. Diese Berichte hat das Pentagon nun bestätigt. Cuspert sei nicht das vorrangige Ziel des Angriffs gewesen, sagte ein Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums in Washington.

Cuspert hatte einst ein Leben als Drogenabhängiger, Krimineller und Gangsta-Rapper unter dem Künstlernamen Deso Dogg geführt. Um das Jahr 2010 herum schloss er sich der Salafistenszene in Deutschland an. 2012 ging er nach Ägypten, ein Jahr später zog er in den syrischen Bürgerkrieg und nannte sich fortan Abu Talha al-Almani.

2013 rief er in einem sogenannten Kampf-Naschid, einem Lied, in dem die Taten der Dschihadisten verherrlicht werden,zu Selbstmordanschlägen in Deutschland auf. Im April 2014 verkündete Cuspert in einem Video, dass er sich dem IS angeschlossen habe.

In Aufnahmen, die mutmaßlich aus dem August 2014 stammen, posiert Cuspert mit den enthaupteten Leichen von IS-Gegnern in Syrien. Die Bundesanwaltschaft ermittelte deshalb wegen Kriegsverbrechen gegen ihn. Die USA führten Cuspert auf ihrer Terrorliste.

Der Deutsche soll Kontakt zum Führungskreis der Terrormiliz gehabt haben. Zuletzt hatte er im April 2015 mit Anschlägen von Schläfern in Deutschland gedroht.

Im August 2013 sang Cuspert in einem Propagandalied: "Ich warte auf den Tod und kann ihn nicht erwarten." Zwei Tage vor seinem 40. Geburtstag wurde er nun getötet.

SPIEGEL TV Magazin

syd/AFP

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