Deutsches IS-Mitglied Lamia K. droht im Irak keine Todesstrafe mehr

Im Januar war Lamia K. in Bagdad zum Tode verurteilt worden. Ein Gericht hat das Urteil nun in eine Haftstrafe umgewandelt. Der Deutschen drohen nun bis zu 20 Jahre Gefängnis.

Gefängnis im Irak
DPA

Gefängnis im Irak


Die deutsche Staatsangehörige Lamia K. muss im Irak nicht länger die Todesstrafe wegen Zugehörigkeit zur Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) fürchten. Wie der Anwalt der Familie dem SPIEGEL bestätigte, wurde die Strafe der Deutsch-Marokkanerin vom zentralen Strafgericht in Bagdad in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt. Dies entspricht im Irak 20, bei guter Führung 15 Jahren.

Zuvor hatten die "Welt" und die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Das Urteil fiel demnach in einem Berufungsverfahren, das Lamia K. angestrebt hatte, nachdem sie im Januar in Bagdad zum Tode verurteilt worden war. Lamia K. kommt aus Mannheim und war nach irakischen Gerichtsangaben 2014 von Deutschland aus nach Syrien und später in den Irak gereist, um sich dem IS anzuschließen. Zudem habe sie ihre beiden Töchter in die Region mitgebracht und mit IS-Kämpfern verheiratet. Eine der Töchter sitzt ebenfalls in irakischer Haft.

Aus dem Auswärtigen Amt hieß es, man bestätige, "dass das Todesurteil gegen eine deutsche Staatsangehörige im Irak in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt wurde" - ohne jedoch deren Namen zu nennen. Das neue Urteil sei noch nicht rechtskräftig. Die deutsche Botschaft Bagdad betreue die Betroffene weiterhin konsularisch.

kev/wow/dpa

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