Terrorbekämpfung Ermittler sabotieren IS-Propaganda im Netz

Polizeibehörden in der EU und den USA haben in einer gemeinsamen Aktion etliche Propagandakanäle der Terrormiliz IS gestört. Mehrere Plattformen im Internet sind lahmgelegt.

Europol-Zentrale in Den Haag
imago/ AFLO

Europol-Zentrale in Den Haag


Der Strafverfolgungsbehörde der EU ist nach eigenen Angaben ein großer Schlag im Kampf gegen die Propagandamaschine der Terrormiliz "Islamischer Staat" gelungen. Verschiedene Onlinekanäle des IS seien gestört und teilweise komplett sabotiert worden, teilte Europol in Den Haag mit.

Besonders getroffen wurden demnach die sogenannte Nachrichtenagentur Amaq, die dem IS als Sprachrohr dient, sowie ein Internetradiosender. Mit der Operation sei es gelungen, der Fähigkeit des IS, Propaganda online zu verbreiten und junge Leute in Europa zu radikalisieren, einen heftigen Schlag versetzen, sagte Europol-Direktor Rob Wainwright.

Ermittler erwarten, dass die sichergestellten Daten zur Identifizierung von Hintermännern sowie anderer radikalisierter Personen führen werden.

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An der Aktion unter Leitung der belgischen Staatsanwaltschaft waren Ermittler aus mehreren EU-Staaten sowie den USA und Kanada beteiligt. Ziel der seit 2015 laufenden Aktion war es, die Verbreitung terroristischen Materials durch den IS zu verhindern.

Zuletzt waren den Angaben zufolge am Mittwoch und Donnerstag in mehreren Staaten digitale Beweise sichergestellt worden. In den Niederlanden, Kanada und den USA seien mehrere Server beschlagnahmt worden. Bereits im Juli 2017 hatten spanische Ermittler mehrere IS-Server lahmgelegt und dabei radikalisierte Personen in mehr als 100 Ländern identifizieren können.

mho/dpa/AFP

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