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Krieg gegen IS: Lambsdorff fordert Einsatz der deutschen Luftwaffe

Alexander Graf Lambsdorff, Vizepräsident des Europäischen Parlaments: "Keine Arbeitsteilung" Zur Großansicht
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Alexander Graf Lambsdorff, Vizepräsident des Europäischen Parlaments: "Keine Arbeitsteilung"

Die anderen kämpfen gegen den IS, Deutschland nimmt die Flüchtlinge auf - diese Arbeitsteilung lehnt Alexander Graf Lambsdorff ab. Der FDP-Europapolitiker befürwortet eine deutsche Beteiligung an Luftschlägen.

Der Vizepräsident des Europäischen Parlaments, Alexander Graf Lambsdorff, hat sich für eine deutsche Beteiligung an den Luftangriffen gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) ausgesprochen. "Es darf keine Arbeitsteilung geben nach dem Motto 'England und Frankreich kämpfen gegen den IS, Deutschland nimmt die Flüchtlinge auf'", sagte der FDP-Politiker der "Welt am Sonntag".

So wie Berlin in der Flüchtlingsfrage Solidarität von den Partnern einfordere, müssten sich auch die Verbündeten bei der Bekämpfung von terroristischen Islamisten auf Deutschland verlassen können. "Wenn unsere Luftwaffe angefordert wird, muss der Bundestag ein Mandat erteilen. Die Flüchtlingsströme zeigen doch, dass die Niederschlagung des islamistischen Terrors in unserem unmittelbaren Interesse liegt", sagte Lambsdorff.

Zuvor hatte bereits der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter ein militärisches Engagement Deutschlands gefordert: "Politische Wirkung werden wir nur entfalten können, wenn wir die Sprache der Region sprechen, also auch militärische Mittel ergänzend zu diplomatischen Initiativen einsetzen", sagte er dem "Tagesspiegel". Auch andere Koalitionspolitiker waren mit ähnlichen Forderungen an die Öffentlichkeit getreten. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hatte darauf geantwortet: "Ich warne vor diesen sehr einfachen Lösungen."

Bis Mitte September hat die von den USA angeführte Koalition mehr als 6800 Luftangriffe gegen Stellungen der Islamisten im Irak und in Syrien geflogen. An Angriffen auf Ziele im Irak beteiligen sich auch die europäischen Partnerländer Großbritannien, Frankreich, Dänemark und die Niederlande.

An den Bombenangriffen auf Ziele in Syrien sind nach US-Angaben bislang keine EU-Partner beteiligt. Allerdings hatte Frankreichs Führung zuletzt Aufklärungsflüge über IS-beherrschte Gebiete im Osten des Landes angeordnet, um auch dort Luftangriffe vorzubereiten.

In jüngster Zeit verstärkt zudem Russland seine militärische Präsenz in Syrien.

Die Flüchtlingskrise und die Lage in Syrien bestimmen auch den Besuch von US-Außenminister John Kerry am Sonntag in Berlin. Außenminister Frank-Walter Steinmeier empfängt seinen US-Kollegen am Nachmittag in der Villa Borsig. Bei Gesprächen in London hatte Kerry am Samstag die Möglichkeit einer militärischen Kooperation der USA mit Russland im Kampf gegen den IS angedeutet.

Landkarte: Die aktuelle Situation in Syrien

feb/dpa/AFP

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 144 Beiträge
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1. Na klar!
oelli 20.09.2015
Es ist Krieg und wir machen nicht mit? Undenkbar!
2. Dieser
frank57 20.09.2015
Herr sollte sich mal ganz zurückhalten! Krieg fordern und selbst auf dem Herrensitz hocken! Schande!
3. Will eine vergessene Partei sich da wieder ins Leben zurückrufen?
joes.world 20.09.2015
Flieger haben wir mehr als genug da unten. Woran es mangelt, sind Ziele. Wenn man nicht daran interessiert ist, Zivilisten zu treffen. Sogar die Amis nutzen ihre Kapazitäten bei weitem nicht aus. Also was für ein militärisch sinnloser Vorschlag aus der Sinnlos-Partei.
4. Ich glaube dieser Herr hat nicht so ganz die Diskussionen um die Bundeswehr mitbekommen...
überallzuhause 20.09.2015
Erstmal muss etwas bei der Bundeswehr fliegen können, damit man überhaupt die theoretische Möglichkeit hat, irgedwelche Luftschläge auszuführen...
5. Endlich
himbeertoni73 20.09.2015
..nennt jemand das Kind beim Namen. Es ist mir ein Rätsel warum sich Deutschland nicht schon längst an Einsätzen beteiligt hat und nur in der Samariter-Rolle auftritt. Es besteht ein Bündnis das sich NATO nennt!
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