Frankreichs Präsident Hollande kündigt Luftangriffe gegen IS an

Frankreich wird sich an den US-Luftangriffen gegen den "Islamischen Staat" beteiligen. Das hat Präsident François Hollande in einer Pressekonferenz angekündigt. Attacken auf Ziele in Syrien schloss der Staatschef aus.

Präsident Hollande: Frankreich unterstützt Kampf gegen IS
AFP

Präsident Hollande: Frankreich unterstützt Kampf gegen IS


Paris - Die USA erhalten bei ihrem Kampf gegen die Terrororganisation "Islamischer Staat" Unterstützung aus Frankreich. Staatspräsident François Hollande hat angekündigt, dass sich sein Land an den Luftangriffen gegen die Dschihadisten im Irak beteiligen werde.

Einsatz von Bodentruppen schloss Hollande aus. Ebenso werde sich Paris nur an Angriffen gegen Ziele im Irak beteiligen. "Darüber werden wir nicht hinausgehen", versprach der Staatschef. Er begründete seine Entscheidung mit einer Bitte der Regierung in Bagdad, die um militärische Unterstützung im Kampf gegen die sunnitischen Extremisten gebeten habe. Die ersten Angriffe könnten schon bald geflogen werden, sagte Hollande.

Nicht nur die Region, sondern Europa und die Welt würden durch den IS-Terrorismus bedroht, warnte Hollande. Die internationale Staatengemeinschaft sei angesichts des Terrors der Miliz passiv geblieben, beklagte der Staatschefs vor etwa 350 Journalisten im Elysée-Palast.

IS erobert Dörfer an syrisch-türkischer Grenze

US-Präsident Barack Obama hatte zuvor angekündigt, dass seine Truppen auch Angriffe gegen IS-Stellungen in Syrien planten. Dort haben die Terroristen ihren Vormarsch weiter fortgesetzt. Am Donnerstag eroberten sie 16 kurdische Dörfer entlang der Grenze zur Türkei.

Die Gegend um Ain al-Arab, die auch unter ihrem kurdischen Namen Kobani bekannt ist, liegt rund 120 Kilometer nördlich von Rakka, der inoffiziellen Hauptstadt des "Islamischen Staats". Die IS-Miliz hat die Dörfer mit Panzern und schwerer Artillerie angegriffen, berichteten Anwohner. Kurdische Einheiten sollen den Angreifern Widerstand geleistet haben, auf beiden Seiten seien Kämpfer getötet worden.

syd/dpa/AFP



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insgesamt 65 Beiträge
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fazil57guenes 18.09.2014
1.
Man darf sich getrost fragen, wozu es eigentlich noch eine "UNO" gibt, wenn doch ohnehin jeder macht das was er will. Gerade von den Veto Mächten sollte ein anderes, Verhalten an den Tag gelegt werden. Uno Mandaten interessieren uns scheinbar einen Dreck.... und gerade Deutschland, sollte sich nicht zum Erfüllungsgehilfen der Amerikaner machen
Jasper Fetherstone 18.09.2014
2. Tranig
Angesichts Monsieur Hollandes sonstigem tranfunzligem Gehabe wundert mich diese "spontane" Entscheidung überhaupt nicht.
nullneunelf 18.09.2014
3. Lassen
sie mich raten, wer vor lauter verbohrter und überholter Korrektheit schon bald das einzige der nennenswerten größeren Länder sein wird, dass den Schuss nicht gehört hat und niemals hören wird, vor lauter gemütlich-verkrampfter weltfremder Schwafelei. Wir "reden" dann vermutlich in unserer Polit-Phantasie erstmal und "suchen Lösungen". Wir suchen dann also "verständnisvolle" Gespräche mit Völkermördern. Jeder völlig zurecht verurteilte gewöhnliche Mörder sollte sich fragen, was er falsch gemacht hat.
Grosskotz 18.09.2014
4. Nichtlösung ist keine Lösung
mit halben Mitteln (ohne Bodentruppen) einen halben Sieg erringen zu wollen (nur im Irak und nicht in Syrien), ist wenn man dem Kriegstheoretiker Clausewitz folgt, der sicherste Weg den Krieg zu verlieren. Was ist wenn die syrischen ISIS-Leute den Krieg mittels Sprengstoffbomben nach Paris verlagern?
gaiusmuciusscaevola 18.09.2014
5.
Zitat von Grosskotzmit halben Mitteln (ohne Bodentruppen) einen halben Sieg erringen zu wollen (nur im Irak und nicht in Syrien), ist wenn man dem Kriegstheoretiker Clausewitz folgt, der sicherste Weg den Krieg zu verlieren. Was ist wenn die syrischen ISIS-Leute den Krieg mittels Sprengstoffbomben nach Paris verlagern?
Dann schickt Frankreich seine Legionäre und dann ist Schluss mit lustig! Die machen nämlich das, was all' die anderen Kuscheltruppen nicht machen dürfen aber eigentlich müssten - keine Gefangenen.
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