Rückkehrer aus Syrien NRW-Innenminister will Kindern von IS-Kämpfern helfen

Die Debatte über die Rückkehr von deutschen IS-Kämpfern dauert an. Nordrhein-Westfalens Innenminister Reul deutet nun spezielle Programme für Kinder von Dschihadisten an.

Herbert Reul
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Herbert Reul


Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul fordert spezielle Hilfe für Kinder und Jugendliche von deutschen Dschihadisten, die aus Syrien und dem Irak nach Deutschland zurückkehren. "Wenn Kinder zurückkommen, die radikalisiert sind, stellt es die Politik vor neue Herausforderungen", sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Solche Kinder wieder in ein normales Leben zurückzuführen, gehe nur mit hoher Professionalität.

"Und da werden wir den Jugendämtern allein nicht diese Aufgabe überlassen", sagte der Innenminister. Konkrete Lösungswege nannte er allerdings nicht. Nordrhein-Westfalen habe in den vergangenen Jahren viel Erfahrung mit speziellen Aussteigerprogrammen für Islamisten gesammelt. "Da sollten wir überlegen, wie wir den Jugendämtern helfen können", sagte Reul.

In Flüchtlingslagern im Nordosten Syriens leben laut der Hilfsorganisation Save the Children mehr als 2500 Kinder aus 30 Staaten von Familien mit mutmaßlichen Verbindungen zum "Islamischen Staat" (IS). Die Organisation rief die Heimatstaaten der Kinder auf, die Sicherheit ihrer Bürger zu garantieren. In den Flüchtlingslagern würden angesichts des Winterwetters dramatische Zustände herrschen, mit "lebensbedrohlichen Risiken" für die Kinder.

Die Bundesregierung prüft derzeit, wie nach Syrien und in den Irak ausgereiste Dschihadisten in Deutschland vor Gericht gestellt werden können. US-Präsident Donald Trump hatte europäische Länder aufgerufen, in Syrien gefangene IS-Kämpfer zurückzuholen und ihnen den Prozess zu machen.

Die Bundesregierung stellt dies vor große Schwierigkeiten. Zwar haben deutsche Staatsbürger ein Recht auf eine Rückkehr, die deutschen Behörden sehen die IS-Anhänger aber als Sicherheitsrisiko. Zudem lassen sich in den Kampfgebieten begangene Gräueltaten nur schwer nachweisen. Erschwerend kommt hinzu, dass Deutschland in dem Bürgerkriegsland Syrien keine diplomatische Vertretung mehr unterhält.

cte/AFP

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