Kampf gegen IS Kurden greifen Terrormiliz bei Ölstadt Kirkuk an

Der "Islamische Staat" verliert im Irak an Boden: Kurdische Kämpfer rücken laut Berichten bei der rohstoffreichen Stadt Kirkuk vor, auch die irakische Armee soll weiter südlich bei Tikrit Erfolge erzielt haben.

Kurdische Kämpfer (Archivbild): Offensive im Nordirak
REUTERS

Kurdische Kämpfer (Archivbild): Offensive im Nordirak


Arbil - Kurdische Kämpfer haben im Nordirak Stellungen der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) vor der Stadt Kirkuk angegriffen. Unterstützt würden sie dabei von Kampfflugzeugen der Anti-IS-Allianz unter Führung der USA, meldet die Nachrichtenagentur Reuters. Im lokalen Fernsehen sagte der lokale Gouverneur Nadschmaldin Karim, mit der Offensive sollten die Dschihadisten aus der Umgebung der Ölmetropole vertrieben werden.

Ein Reporter von Reuters berichtete, kurdische Peschmerga-Kämpfer hätten die Stellungen der Islamisten unter Beschuss genommen. An mehreren Frontabschnitten westlich der Stadt erzielten sie demnach Geländegewinne und eroberten mehrere Dörfer. Auch in Charabarut, nordwestlich von Kirkuk, sei es zu heftigen Gefechten zwischen Peschmerga und IS-Kämpfern gekommen, hieß es.

Die Kurden hatten die Kontrolle über Kirkuk im August übernommen, nachdem die irakische Armee dem IS im Norden Iraks gewichen war. Die IS-Kämpfer waren bis auf 20 Kilometer an die Stadt herangerückt und hatten im Januar kurzzeitig einige Verteidigungsstellungen der Peschmerga vor Kirkuk überrannt.

Erfolge auch bei Tikrit

In der Nähe der Stadt Tikrit kommt laut Militärangaben zudem eine Offensive der irakischen Armee voran. Soldaten und schiitische Milizen hätten am Sonntag das Zentrum des Ortes al-Dur in unmittelbarer Nähe von Tikrit eingenommen, teilten Kommandeure mit. Die Rückeroberung Tikrits ist ein wichtiges Etappenziel in der bisher größten Offensive gegen den IS.

Auch das US-Militär und seine Verbündeten setzen ihre Angriffe gegen den IS fort. Kampfflugzeuge hätten eine Ölraffinerie nordöstlich der Stadt Tall Abyad an der Grenze zur Türkei bombardiert, meldete Reuters unter Berufung auf die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Bei dem Luftschlag seien 30 Menschen getötet worden, unter den Toten seien sowohl Arbeiter der Raffinerie als auch IS-Kämpfer. Die Angaben der Beobachtungsstelle, die sich auf ein Netzwerk von Informanten vor Ort stützt, können von unabhängiger Seite kaum überprüft werden.

Die IS-Miliz hat große Teile Syriens und des Irak erobert. Dazu gehören auch ölreiche Regionen im Norden und Osten des Irak, mit deren Hilfe sich die Gruppe finanziert. Nach Einschätzung westlicher Diplomaten haben die Luftschläge auf Förderanlagen und der weltweite Ölpreisverfall dazu geführt, dass das Geschäft für den IS nicht mehr die Haupteinnahmequelle ist.

In den vergangenen Tagen konzentrierten sich die Extremisten darauf, Kulturdenkmäler, Statuen und Grabungsstätten zu zerstören.

mxw/Reuters



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insgesamt 4 Beiträge
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darthmax 09.03.2015
1. Kurdistan
Nun zieht es ja nicht nur Fundamental Gläubige Europäer zu der IS sondern auch kurdischstämmige Europäer zu den Milzen. Unsere Staatsbürger kämpfen also auf fremden Staatsgebiet gegeneinander. Es ist anzunehmen, dass dieses bei der erfolgreichen Rückkehr so bleibt. Kein schöner Gedanke. Welchen Erfolg hat die Zerstörung von Raffinerien ? Wen scheren schon die dabei getöteten Arbeiter. Die Raffinerien werden ja wieder aufgebaut und von wem ? Da wird lustig infrastruktur zerbombt, wird dabei die ISIS aber besiegt ? Immer mehr Terrorgruppen bekennen sich zur ISIS und die Verblendung der jungen Moslems scheint nicht zu schwinden sondern zu wachsen.
MehrSeinalsSchein 09.03.2015
2. Die alte Frage des gerechten oder ungerechten Krieges...
... unsere Hilflosigkeit gegenüber all diesen Erungenschaften der Globalisierung und der Aufnahme von Fremden wird auch dadurch sichtbar, dass anscheinend niemand bisher auf die Idee gekommen ist, denjenigen, die aus welchen Gründen und mit welchen Zielen auch immer gegen die IS kämpfen wollen, den Reisepass abzunehmen! Honi soit qui mal y pense
hevopi 09.03.2015
3. Das größte Problem
sind doch die Finanzverbindungen, die natürlich nicht eingeschränkt werden. So lange da nicht endlich der Hahn zugedreht wird, nützen alle Kämpfe nichts und es werden weiter Menschen geschlachtet.
MehrSeinalsSchein 09.03.2015
4. Die alte Frage des gerechten oder ungerechten Krieges...
... unsere Hilflosigkeit gegenüber all diesen Erungenschaften der Globalisierung und der Aufnahme von Fremden wird auch dadurch sichtbar, dass anscheinend niemand bisher auf die Idee gekommen ist, denjenigen, die aus welchen Gründen und mit welchen Zielen auch immer gegen die IS kämpfen wollen, den Reisepass abzunehmen! Honi soit qui mal y pense
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