Kampf gegen den IS Libysche Truppen starten Rückeroberung von Sirte

"Die letzte Schlacht um Sirte hat begonnen": Libysche Truppen haben einen Angriff auf die Stadtgebiete gestartet, die noch vom IS kontrolliert werden. Dabei wurden offenbar 34 Kämpfer getötet und knapp 200 verletzt.

Libysche Kämpfer in Sirte
REUTERS

Libysche Kämpfer in Sirte


Die Truppen der Uno-gestützten Einheitsregierung in Libyen haben einen Angriff auf die letzten von Dschihadisten kontrollierten Viertel der Küstenstadt Sirte gestartet. Nach einer Woche relativer Ruhe sagte ein Sprecher der Regierungstruppen, Reda Issa, über die aktuelle Offensive: "Die letzte Schlacht um Sirte hat begonnen." Etwa 1000 Soldaten seien in die beiden Stadtteile eingedrungen, die noch von der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) kontrolliert werden.

Bei dem Angriff kamen am Sonntag mindestens 34 libysche Kämpfer ums Leben. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters und beruft sich dabei auf Angaben von Ärzten in der Stadt. Demnach wurden mehr als 180 Menschen verletzt. Den Regierungstruppen zufolge war der Vormarsch in der Nacht durch US-Luftangriffen auf Stellungen der Dschihadisten vorbereitet worden.

Die vor allem aus Misrata stammenden libyschen Truppen erklärten, sie stünden kurz vor einem Sieg über den IS - sie müssten sich aber mit Selbstmordkämpfern, Scharfschützen und Minen auseinandersetzen. IS-Anhänger hätten am Sonntag mit fünf Autobombenanschlägen versucht, den Vormarsch der libyschen Truppen zu verhindern.

Die Terrormiliz hatte im Juni 2015 die Kontrolle über Sirte übernommen, die Stadt gilt als IS-Hochburg in Libyen. Im Mai dieses Jahres begann die neue, international anerkannte Einheitsregierung eine Offensive zur Rückeroberung: Innerhalb weniger Wochen rückten Truppen von allen Seiten auf das Zentrum Sirtes vor, in dem die restlichen Extremisten eingekesselt sind.

Seit Anfang des Monats greift auch die US-Luftwaffe in den Konflikt ein. Erst vor wenigen Tagen hatte das Afrikakommando der USA mitgeteilt, im August rund 48 Luftangriffe auf IS-Ziele in Sirte geflogen zu haben.

aar/AFP/Reuters

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