"Islamischer Staat" in Syrien Dutzende Kurden sollen aus IS-Gefängnis geflohen sein

Fast hundert Gefangenen des "Islamischen Staats" ist offenbar die Flucht aus einem Gefängnis in Syrien gelungen. Unter den Entflohenen sollen etliche Kurden sein, die gegen die Terrormiliz gekämpft hatten.

Bab nordöstlich von Aleppo (Archivbild): Flucht aus dem Gefängnis
AFP

Bab nordöstlich von Aleppo (Archivbild): Flucht aus dem Gefängnis


Beirut - Im Norden Syriens sind offenbar fast hundert Häftlinge aus einem Gefängnis der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) geflohen. Darunter seien auch 30 kurdische Kämpfer, teilte die oppositionelle Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Zudem seien einige syrische Zivilisten entkommen. Unter den Flüchtigen sollen auch islamische Kämpfer sein, die sich gegen den IS gestellt hätten.

Das Gefängnis liegt demnach in der Stadt Bab auf halber Strecke zwischen der türkischen Grenze und der umkämpften Großstadt Aleppo. Die Extremistenmiliz habe die Einwohner über Lautsprecher aufgefordert, die Geflohenen zu fassen, so der Bericht. Die Angaben der Beobachtungsstelle, die sich auf ein Netzwerk von Informanten vor Ort stützt, können von unabhängiger Seite kaum überprüft werden.

Bereits am vergangenen Wochenende waren aus einem anderen Gefängnis in Bab mehrere vor allem aus Europa stammende IS-Gefangene ausgebrochen, um in die Türkei zu fliehen, wie die Beobachtungsstelle weiter mitteilte. Sie seien aber von Kämpfern der Miliz gestoppt worden, mindestens neun Flüchtige wurden demnach getötet.

Der IS hat große Teile Syriens sowie des Irak unter seine Kontrolle gebracht und dort ein Kalifat ausgerufen, in dem die Extremistenmiliz auch eigene Gefängnisse und Gerichte unterhält. Kurdische Kämpfer versuchen mit Unterstützung einer von den USA geführten Militärallianz, die Terroristen zurückzudrängen.

Zuletzt musste der "Islamische Staat" eine Reihe militärischer Niederlagen hinnehmen, in ihrem Kerngebiet ist die Macht der Terrormiliz jedoch ungebrochen. Mit Verwüstungen an historischen Kultstätten und in Museen vor allem im Irak lösten die Dschihadisten in den vergangenen Tagen weltweites Entsetzen aus.

mxw/Reuters



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