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Gewalt gegen Jesiden: Uno wirft IS-Terroristen Völkermord vor

IS-Konvoi in der Anbar-Provinz: Gewalt gegen Jesiden hat Ausmaß von Völkermord Zur Großansicht
AP/ militant website

IS-Konvoi in der Anbar-Provinz: Gewalt gegen Jesiden hat Ausmaß von Völkermord

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" hat im Irak Völkermord und Kriegsverbrechen begangen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Kommission der Uno - und fordert eine Intervention durch den Internationalen Gerichtshof.

Genf - Ethnische und religiöse Minderheiten wie die Jesiden verfolgt und tötet die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) gezielt. Im Irak hat die Gewalt nach Einschätzung von Uno-Experten das Ausmaß von Völkermord erreicht. Das ist das Ergebnis eines Berichts, den das Uno-Hochkommissariat für Menschenrechte in Genf nun vorlegte.

Außerdem wirft die Uno den IS-Terroristen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor. Die Experten fordern die Einschaltung des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag.

Der Bericht beruht auf mehr als 100 Augenzeugenberichten. Er dokumentiere "weit verbreitete Gewalttaten, die vom IS begangen wurden - darunter Morde, Folter, Vergewaltigungen und sexuelle Versklavung sowie erzwungene religiöse Konvertierung und Zwangsrekrutierungen von Kindern", erklärte das Uno-Hochkommissariat. Dabei sei insbesondere die Gewalt gegen die Jesiden darauf gerichtet gewesen, sie "als Gruppe zu vernichten". Deshalb sei mit sehr großer Wahrscheinlichkeit von Völkermord auszugehen.

In dem Bericht werden jedoch auch der irakischen Armee und den verbündeten Milizen schwere Verbrechen vorgehalten. Sie hätten in vielen Fällen Zivilisten ermordet, gefoltert und entführt. "Einige dieser Untaten könnten Verbrechen gegen die Menschlichkeit sowie Kriegsverbrechen sein."

Anfang Februar hatten kurdische Peschmerga-Kämpfer zuletzt im Nordwesten des Irak ein Massengrab mit den sterblichen Überresten von Jesiden entdeckt. Die Männer, Frauen und auch ein Kind seien von den IS-Dschihadisten getötet worden, sagte ein irakischer Behördenvertreter.

Bereits im vergangenen Sommer hatte der "Islamische Staat" die Sindschar-Region eingenommen und Zehntausende Menschen in die Flucht getrieben. Der IS verfolgt Jesiden als Ungläubige und "Teufelsanbeter". Im Gebirge kesselten die Extremisten mehrere Tausend Jesiden über Wochen ein. Nach der Rückeroberung des Gebietes durch die Kurden war dort Ende Dezember bereits ein Massengrab mit rund 70 getöteten Jesiden entdeckt worden.

vek/Reuters/dpa

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insgesamt 74 Beiträge
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1. Blauer Brief?
Kezman9 19.03.2015
Verschickt die UN einen blauen Brief an die IS, in dem steht das man die Taten nicht gutheißen kann?
2.
zwitschack 19.03.2015
Wird die Herrschaften bei der IS bestimmt total interessieren das sie das jetzt vorgeworfen bekommen..
3. Schlechter Witz
Trainspotter 19.03.2015
Die IS ist eine barbarische Terrororganisation. Als ob die sich dann scheren würden, ob sie in Den Haag angeklagt werden...
4. Bin mal gespannt
bodo_hombach 19.03.2015
Netanyahu zum Wahlsieg gratulieren durfte man gestern nicht auf SPON. Bin mal gespannt, ob man ISIS kritisieren darf. Wahrscheinlich nur wenn man auch unterstreicht, dass alle Katholiken mindestens genauso schlimm sind. Wie zuletzt geschehen am Montag.
5.
w.diverso 19.03.2015
Und was soll das bringen? Viel wichtiger wäre doch, die IS von allen Zahlungsströmen abzutrennen. Wenn sie kein Geld mehr transferieren können, dann wäre sicher schnell die Luft draußen. Aber zahnlose Aktionen wie die Anklage wegen Kriegsverbrechen, wobei, dafür hätte ich nicht die UNO gebraucht, sind halt für die Bürokraten bei der UNO der angenehmere Weg.
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