Kampf gegen IS USA und Verbündete bombardieren Ölraffinerie in Syrien

Die US-geführte Koalition hat in Syrien eine von der Terrormiliz IS betriebene Ölraffinerie beschossen. Dabei soll es laut Beobachtungsstelle für Menschenrechte 30 Tote gegeben haben, darunter auch Arbeiter der Raffinerie.

Syrische Kämpfer auf dem Weg zur Front: Die Luftschläge gehen weiter
REUTERS

Syrische Kämpfer auf dem Weg zur Front: Die Luftschläge gehen weiter


Beirut - Das US-Militär und seine Verbündeten haben ihre Angriffe auf die Dschihadistengruppe "Islamischer Staat" (IS) in Syrien fortgesetzt und dabei auch eine Ölraffinerie nordöstlich der Stadt Tel Abjad nahe der Grenze zur Türkei bombardiert. Das meldet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Bei dem Luftschlag seien 30 Menschen getötet worden, unter den Toten seien sowohl Arbeiter der Raffinerie als auch IS-Kämpfer.

Die IS-Miliz hat große Teile Syriens und des Irak erobert. Dazu gehören auch Ölförder-Regionen im Norden und Osten des Irak, mit deren Hilfe sich die Gruppe finanziert. Pentagonsprecher John Kirby hatte im September geschätzt, dass die Dschihadisten mit dem Ölgeschäft jeden Tag rund zwei Millionen US-Dollar (1,56 Millionen Euro) einnehmen. Nach Einschätzung westlicher Diplomaten haben die Luftschläge auf Ölanlagen und der weltweite Ölpreisverfall allerdings dazu geführt, dass das Ölgeschäft für den IS nicht mehr die Haupteinnahmequelle ist.

In den vergangenen Tagen konzentrierten sich die Extremisten darauf, Kulturdenkmäler, Statuen und Grabungsstätten zu zerstören.

vet/Reuters

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insgesamt 8 Beiträge
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Big_Jim 09.03.2015
1. Jetzt mal ganz offen gefragt: Wem gehören diese Öl-Anlagen eigentlich?
Sie sind ja wohl kaum von der ISIS gekauft oder erbaut worden sondern wurden einfach besetzt. Somit muss es doch einen offiziellen Besitzer dieser Anlagen geben?! Wird der jetzt entschädigt oder wie sieht das aus? Immerhin hat man schließlich sein Eigentum bombardiert. Oder verstehe ich da einfach etwas nicht, dann kläre man mich doch bitte mal auf.
Miere 09.03.2015
2. Und das ohne Kriegserklärung.
Die USA haben Null komma gar kein Recht, irgendwas in Syrien zu bombardieren. Entweder müssten sie vorher Syrien den Krieg erklären, oder wenn sie nur ISIS da bombardieren wollten, müssten sie die syrische Regierung um Erlaubnis fragen. Ich bezweifle, dass alles, was die USA in Syrien bombardieren, wirklich in ISIS-Hand ist. Die USA wollen mindestens ebenso gerne Assad absägen und können den Vorwand gut gebrauchen.
chjuma 09.03.2015
3. Was sagt man uns damit?
Der Ölpreis ist so niedrig damit sich Russland und der IS nicht mit Öl finanzieren können. Soweit so gut. Nebenbei stellt man fest dass die Ölmultis keinen Schaden nehmen, also immer noch prächtig verdienen. Das perverse an der Sache ist, dass im dem Moment, wo man sich des IS entledigt und Russland gefügig gemacht hat, wieder umso kräftiger am Ölpreis bedienen wird und uns danach richtig enteignet. Perverse Welt....
mundi 09.03.2015
4. Tot ist tot
Zitat von MiereDie USA haben Null komma gar kein Recht, irgendwas in Syrien zu bombardieren. Entweder müssten sie vorher Syrien den Krieg erklären, oder wenn sie nur ISIS da bombardieren wollten, müssten sie die syrische Regierung um Erlaubnis fragen. Ich bezweifle, dass alles, was die USA in Syrien bombardieren, wirklich in ISIS-Hand ist. Die USA wollen mindestens ebenso gerne Assad absägen und können den Vorwand gut gebrauchen.
Die Opfer unter der Belegschaft der Ölraffinerie nimmt man bewusst in Kauf. Wo ist dann der Unterschied zu einer geköpften Geisel?
ein schäfchen 09.03.2015
5. nordöstlich der Stadt Tel Abjad
Wo soll das denn sein? Da ist doch direkt die türkische Grenze. Irgendwas stimmt da nicht.
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