Kampf gegen den IS Kanada plant Luftangriffe in Syrien

Kanada will seinen Militäreinsatz gegen den "Islamischen Staat" um ein Jahr verlängern - und seine Luftangriffe auf Ziele in Syrien ausweiten.

Kanadischer CF-18-Kampfjet: Premier Harper will Anti-IS-Einsatz verlängern
REUTERS

Kanadischer CF-18-Kampfjet: Premier Harper will Anti-IS-Einsatz verlängern


Ottawa - Kanada wird sich als zweites Nato-Mitglied neben den USA an Luftangriffen auf Stellungen des "Islamischen Staats" (IS) in Syrien beteiligen. Entsprechende Pläne soll Premierminister Stephen Harper laut übereinstimmenden Berichten am Dienstag dem Parlament in Ottawa vorstellen. Die derzeit laufende Mission endet im April.

Derzeit hat Kanada 69 Elitesoldaten im Nordirak stationiert. Sie bilden dort seit September kurdische Peschmerga-Kämpfer für den Kampf gegen den IS aus, sind aber auch schon mindestens einmal in ein Gefecht mit den Dschihadisten verwickelt worden. Bei einem Zwischenfall Anfang des Monats wurde ein kanadischer Soldat von einem kurdischen Kämpfer durch sogenanntes friendly fire getötet.

Zudem helfen die Kanadier gemeinsam mit den Kurden bei der Identifizierung von Zielen für die Luftangriffe der Anti-IS-Koalition.

Derzeit beteiligt sich Ottawa mit sechs CF-18 Kampfjets, einem Tankflugzeug, zwei Überwachungsfliegern und einem Transportflugzeug an der Mission. Dafür sind insgesamt 600 Soldaten der Luftwaffe auf einem Militärstützpunkt in Kuwait stationiert. Bislang hat die kanadische Armee aber nur IS-Ziele im Irak bombardiert.

Die Verlängerung und Ausweitung des Einsatzes muss eigentlich nicht vom Parlament beschlossen werden. Trotzdem will Premier Harper die Abgeordneten abstimmen lassen, um Geschlossenheit zu signalisieren.

Die New Democrats als größte Oppositionspartei wollen gegen die Regierungspläne stimmen, die Liberalen zögern noch. Die Zustimmung des Parlaments ist Harper in jedem Fall gewiss, seine konservative Partei verfügt über die absolute Mehrheit. Laut jüngsten Umfragen unterstützen zwei Drittel der Kanadier die Verlängerung der Militärmission.

syd/AP/Reuters

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insgesamt 4 Beiträge
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vandenplas 24.03.2015
1. was hat Kanada
in Syrien zu suchen? Warum will es das Land bombardieren? Gestern noch stand im Spiegel die Nato sei ein Verteidigungsbündnis... Verteidigung? Tausende Kilometer entfernt von der Heimat? Verteidigung in dem ein Land bombardiert wird welches niemandem etwas zu leide getan hat? Mag jeder für sich selbst entscheiden - aber für mich riecht das nach Angriffskrieg unter fadenscheinigen Begründungen man müsse (wiedermal) Freiheit und Demokratie verteidigen oder die ISIS verjagen die von denselben Gruppen finanziert wird die jetzt die Scheisse aus Syrien herausbombardieren wollen.
ichsagwas 24.03.2015
2. bin inzwischen für Nichteinmischung und Abschottung
Jeder möchte da was abwerfen und seine Waffensysteme endlich mal wieder unter Kriegsbedingungen testen. Sicher wird man den IS irgendwann besiegen. Aber zu welchem Preis ? Anschließend kämpfen dann halt Sunniten gegen Schiiten weiter. Und irgendwann tritt dann auch wieder ein neuer IS auf den Plan, denn unter einem Diktat des Iran möchten die Sunniten noch viel weniger leben als unter den Radikalislamisten. Das ist alles ohne Plan und Strategie. Was bitte hat Kanada in dieser 9000 km entfernten Region verloren ? Muss man sich denn in solche innerislamischen Konflikte einmischen, bei denen sowieso klar ist, dass sie sich fortsetzen. Ich bin inzwischen für das Prinzip der kompletten Nichteinmischung und Abschottung. Einer gewissen Aufnahme von Flüchtlinge (Liberale, Christen, Bildungsschicht) sollte man sich nicht komplett verschließen, aber auch da würde ich für eine deutlich restriktivere Linie plädieren. Zur Not müssen wir eine Mauer rund um Europa errichten. Zum Teil (siehe grichisch-türkische Grenze) haben wir sie bereits. Aber diese Systeme müssen perfektioniert werden.
Beat Adler 24.03.2015
3. Den IS sich ausbreiten lassen? Ist das der Vorschlag?
Zitat von vandenplasin Syrien zu suchen? Warum will es das Land bombardieren? Gestern noch stand im Spiegel die Nato sei ein Verteidigungsbündnis... Verteidigung? Tausende Kilometer entfernt von der Heimat? Verteidigung in dem ein Land bombardiert wird welches niemandem etwas zu leide getan hat? Mag jeder für sich selbst entscheiden - aber für mich riecht das nach Angriffskrieg unter fadenscheinigen Begründungen man müsse (wiedermal) Freiheit und Demokratie verteidigen oder die ISIS verjagen die von denselben Gruppen finanziert wird die jetzt die Scheisse aus Syrien herausbombardieren wollen.
Den IS sich ausbreiten lassen? Ist das der Vorschlag? Syrien hat niemandem etwas zu Leide getan? Der IS und die tyrannische Erbdiktatur Assad sind Beide dort. Die haben niemandem etwas zu Leide getan, nein gar nicht. mfG Beat
BensO 24.03.2015
4. Kanada und der anderer NATO
Partner bombardieren ein fremdes Land ohne das die etwas uns getan hätten. Das schlimmste: man kann da nicht die richtigen bombardieren. Diesen Krieg kann keiner Gewinnen! Jeder möchte seine eigene Suppe dort kochen. Am besten wäre: Frieden, auch unter ASSAD, als dieses jeder gegen jeden. Vorher galt Syrien als Stabilitätsanker in dieser Region. Aber die USA u. Partner mussten ja den Aufstand finanzieren inkl. Waffen...
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