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IS-Propagandavideo: Schüler identifizieren Klassenkameraden als Todesschützen

Bildausschnitt aus IS-Video: Ist das Sabri Essid? Zur Großansicht
AFP

Bildausschnitt aus IS-Video: Ist das Sabri Essid?

In einem IS-Video erschießt ein Kind eine Geisel. Jetzt haben französische Schüler den 12-Jährigen erkannt: Der Junge war ihr Klassenkamerad, sein Stiefvater ein bekannter Islamist.

Der Todesschütze im neusten Propagandavideo der Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS) war ein Grundschüler aus der südfranzösischen Stadt Toulouse. Ehemalige Klassenkameraden haben den 12-Jährigen in dem Video erkannt. Nun werden sie von Psychologen betreut.

Ein Kind im Kampfanzug, das eine Geisel mit Kopfschüssen tötet - im neuesten IS-Video wird ein 19-jähriger arabischer Israeli hingerichtet. Muhammad Musallam hatte sich dem IS angeschlossen, wollte aber offenbar desertieren.

Der Todesschütze war nach Angaben der französischen Nachrichtenagentur AFP bis März 2014 Schüler einer Grundschule in Toulouse, wie die örtliche Zeitung "La Depeche" berichtet. Eltern und Mitschüler beschrieben den Jungen demnach als schüchtern und still. Radikale Einflüsse sollen von seinem Stiefvater Sabri Essid stammen, einem bekannten Islamisten.

Essid soll der Halbbruder von Mohammed Merah sein, dem Attentäter, der 2012 im Großraum Toulouse insgesamt sieben Menschen erschossen hatte und anschließend selbst von einem Scharfschützen getötet wurde. Das Datum der Videoveröffentlichung unterstützt die These: Genau vor drei Jahren begann Merah in Südfrankreich seine Anschlagsserie.

Nun prüfen französische Ermittler, ob der Mann, der in dem Video die Exekution mit einem südfranzösischen Akzent ankündigt, Essid sein könnte. Er kündigt darin an, dass "Legionen des Kalifats" Jerusalem befreien würden.

kry/dpa

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1. Kinder und IS
question2001 14.03.2015
Der IS hat kein Problem damit Kinder zu töten, bei Hinrichtungen zusehen zu lassen, oder sie selbst töten zu lassen. Ich habe heute erst ein Video einer öffentlichen Hinrichtung bei Aleppo gesehen, in der Anwesenheit von Kindern die sich hinterher lachend an den Leichen zu schaffen machten. Die dann auf die Müllkippe geschmissen wurden. Es gibt Propaganda-Videos wo kleine Jungs gefragt werden ob sie später Selbstmordattentäter oder Djihadist werden wollen. Ich dachte immer dass Dr. Mengele das ultimative Monster der Menschheitsgeschichte war, aber die vom IS halten da mit. Der IS muss vernichtet werden!! Jeder der immer noch Islamisten verniedlicht und versteht macht sich mitschuldig. Diese krankhafte Sucht mancher Gruppen hier ist eine Pervertierung unserer Werte, zu denen zwar auch Selbstkritik gehört. Aber wenn man es so übertreibt dann wird es einfach krank und verrückt. Hier wurde auch der Bericht eines Ex-Gefangenen publiziert, ohne Forum natürlich, der erzählte dass die IS-Leute verletzliche Seelen, Produkt "unserer Kultur" sind die Teletubbies im TV angucken. Einer derart Idiotie ist nicht mehr zu rechtfertigen! Ob das Stockholm-Syndrom ist und/oder schiere Blödheit weiß ich nicht. Die Zusammensetzung des IS ist bekannt und die größte ausländische Gruppe kommt aus Tunesien. IS-Europäer, arme Seelen die von uns Rassisten so diskriminiert wurden dass ihnen nur noch übrig blieb zu Monstren zu werden, sind eine kleine Minderheit.
2. Ohne Worte
sober 15.03.2015
So ein Wahnsinn kann man nicht kommentieren
3.
dominiks 15.03.2015
Was dieser kranke (ich entschuldige mich für diese Verharmlosung) Mob mit Menschen macht, ist sowas von verabscheuungswürdig, dass mir die Worte fehlen... Ich kann meine Wut garnicht zum Ausdruck bringen; jedes bekannte und im Duden indizierte Wort wäre eine totale Verharmlosung dessen, was da passiert.
4. nichts für ungut,
geschwafelablehner 15.03.2015
es ist zwar vielleicht gut, dass der Schütze identifiziert wurde, aber 12-jährige sollten vielleicht doch nicht Videos ansehen, in denen echte Menschen getötet werden!
5. Allgemeine Verrohung
Kimmerier 15.03.2015
Ich habe mir das "Video", welches die Erschießung des IS-Gefangenen zeigt, nicht angeschaut. Ebenso wie ich es für richtig erachte, dass in Nachrichtensendungen derartige Aufnahmen nicht gezeigt werden, sollten auch auf andere "Kanäle" wie YouTube besser darauf achten, Gewalt darstellende Aufnahmen schneller zu entfernen. Offensichtlich waren diese Aufnahmen aber für 12-jährige französische Schüler zugänglich. Und offensichtlich haben sie sich diese Aufnahmen angeschaut - und das sicherlich wegen des "Kicks". Dass sie dann in dem Todesschützen einen ehemaligen Klassenkameraden erkannten, mag ein "Schock" gewesen sein, aber der Umstand, dass da Islamisten Kinder und Jugendliche missbrauchen war schon vorher bekannt - sicherlich auch diesen jungen Franzosen.
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