Irak IS kommt Offensive mit Anschlägen zuvor

Der IS hat Angriffe gegen die nordirakische Stadt Samarra gestartet. Dort sammeln sich zurzeit Truppen für eine Offensive gegen die Terrormiliz.


Bagdad/Hamburg - Der "Islamische Staat" (IS) versucht offenbar, einer anstehenden Offensive gegen seine Stellungen im Nordirak durch Anschläge zuvorzukommen. Sicherheitskreise und Einwohner von Samarra berichteten am Samstag von mehreren Selbstmordattentätern des IS, die am frühen Samstagmorgen Autobomben im Norden und Süden des Ortes gezündet hätten. Gleichzeitig hätten Islamisten die Sicherheitskräfte im Westen von Samarra mit Granaten angegriffen.

In Samarra sammeln sich zurzeit Regierungstruppen und Milizen für eine Offensive gegen den IS. Augenzeugen zufolge hing schwarzer Rauch über der Stadt, Ärzte berichteten zunächst von drei getöteten Verteidigern.

In der Umgebung der nordirakischen Stadt sind Tausende Soldaten und schiitische Milizionäre zusammengezogen worden, die die Islamisten aus ihren Stellungen entlang des Tigris vertreiben wollen. Der IS hat große Teile des Irak und Syriens unter seine Kontrolle gebracht und dort ein Kalifat ausgerufen.

In Nordsyrien musste der IS am Samstagmorgen eine empfindliche Niederlage hinnehmen: Kurden und christlich-assyrische Kämpfer vertrieben die Extremisten aus dem strategisch wichtigen Ort Tel Chamis nahe der syrisch-irakischen Grenze. Ein Kurden-Sprecher erklärte, mit dem Sieg hätten die Kurden eine wichtige IS-Versorgungsroute in den Irak abgeschnitten.

Anschläge nördlich von Bagdad

Dort kam es am Samstag in der Kleinstadt Baladruz nordöstlich von Bagdad zu zwei Anschlägen mit Autobomben, 19 Menschen sollen getötet worden sein. Unter den Toten seien auch drei Kinder. 25 Menschen wurden nach Angaben irakischer Sicherheitskräfte verletzt.

Baladruz liegt rund 60 Kilometer nordöstlich von Bagdad. Es war zunächst unklar, wer für den Anschlag verantwortlich war. Der Irak erlebt fast täglich Attentate. Die sunnitische Terrormiliz "Islamischer Staat" hatte sich in der Vergangenheit mehrfach zu Anschlägen bekannt.

pat/Reuters/dpa



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