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Ausreisen nach Syrien und Irak: IS-Miliz rekrutiert mehr Dschihadisten aus Deutschland

IS-Kämpfer in Mossul (Archivbild): Immer mehr Rekruten aus Deutschland Zur Großansicht
AP

IS-Kämpfer in Mossul (Archivbild): Immer mehr Rekruten aus Deutschland

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" wirbt mit zunehmendem Erfolg um deutsche Rekruten. In die Kampfgebiete Syrien und Irak sind inzwischen 650 Dschihadisten aus Deutschland ausgereist, sagt Innenminister de Maizière.

Berlin - Die Zahl der Dschihadisten, die bislang aus Deutschland in Kampfgebiete in Syrien und im Irak ausgereist sind, liegt inzwischen bei 650. Dies sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner".

Das ist ein rasanter Anstieg: Vor neun Monaten hatte der Verfassungsschutz noch von 320 Deutschen gesprochen, die in den Dschihad aufgebrochen sind. 2013 waren es erst 60 gewesen. Es sind in der Regel junge deutsche Männer, Muslime mit Migrationshintergrund, die bereits hierzulande in den Bann von Radikalen gerieten.

Deutschland verzeichne einen ähnlichen Trend wie etwa Frankreich und Belgien, sagte de Maizière. Lediglich in Großbritannien gehe die Zahl derer, die sich dem Dschihad anschließen, etwas zurück.

Insgesamt wüssten die Sicherheitsbehörden "eine ganze Menge" über die islamistische Szene in Deutschland. So seien die 650 Ausreisenden von den Behörden "ganz klar identifiziert". Auch die mehr als tausend als "Gefährder" eingestuften Islamisten "kennen wir ziemlich genau", so der CDU-Politiker.

Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen hatte die deutschen Freiwilligen im vergangenen Sommer als "Kanonenfutter" für den IS bezeichnet: Wer für die Terrormiliz in den Krieg zieht, den ereilt der Märtyrertod sehr schnell. Offenbar bekommen die unerfahrenen Deutschen oft noch nicht einmal eine alte Kalaschnikow anvertraut.

Bundesweit liefen in Deutschland im Januar fast 500 Ermittlungsverfahren gegen Islamisten, berichtete der SPIEGEL. 46 davon wurden Ende 2014 wegen des Verdachts auf Unterstützung oder Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland bei der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe geführt.

Seit den Terroranschlägen in Paris seien alle als "Gefährder" eingestuften Islamisten hierzulande unter verschärfter Beobachtung; verdeckte Maßnahmen seien intensiviert worden, um über ihren Aufenthaltsort und ihre Umtriebe im Bild zu sein.

Den vollständigen Text aus dem SPIEGEL 4/2015 finden Sie hier.

vet/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 36 Beiträge
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1. leider ,
tiborneloulou 06.03.2015
sind es wohl zu meißt menschen , die nicht so zukunftsorientiert sind oder keine perspektive hier sehen , nun gut : sollen sie ausreisen , aber nie wieder einreisen , wäre doch für alle besser
2. Wundert mich das?
tailspin 06.03.2015
Deutschland bietet den Dschihadisten offenbar nicht genug Lebensperspektive. Da ist schon etwas gewaltig faul mit dem Land, wenn man lieber woanders in den Krieg zieht, als dort zu wohnen.
3. Unverständlich . . .
rolfm 06.03.2015
Reisefreiheit ist ja O.K. - aber warum werden (Deutsche) Passagiere, die in diese Krisenländer ausreisen, nicht strenger kontrolliert - so lange diese Menschen verachtende Terrorgruppe existiert, gehören diese Sympathisanten und potentiellen Selbstmordattentäter weggesperrt - in Lager! Wir befinden uns im Krieg - da müssen Grundrechte für diese gewaltbereiten, verblendeten Islamisten eingeschränkt werden!
4. Was haben wir falsch gemacht?
Kimmerier 06.03.2015
Erschreckend. Der rasente Anstieg der Zahl der "deutschen" Dschihadisten hat sicherlich auch mit den Erfolgen des IS zu tun. Die mit der Ausbreitung des IS verbundene Aussicht, im Vorderen Orient wirklich einen "Islamischen Staat" verwirklichen zu können, lockt anscheinend immer mehr Muslime an, welche zumindest aktuell nicht glauben, in ihrer aktuellen "Heimat" ein Ordnung nach islamischen Regeln errichten zu können. Wenn wir uns fragen, was wir falsch gemacht haben, was also diese Muslime dazu zwingt, Deutschland zu verlassen, so müssen wir wohl zugeben, dass es unsere freiheitliche, auch auf christlichen Werten beruhende Grundordnung ist. Wären wir bereit, auch in Deutschland einen "Islamischen Staat" zu dulden, so blieben wohl (fast) alle Dschihadisten hier.
5. Wenn sie dort nicht Leute umbringen ...
Miere 06.03.2015
... und Kulturgüter zerstören würden, wäre ich sehr dafür, alle, die das möchten, einzutüten und in ihr geliebtes Kalifat zu schicken, damit wir sie los sind und sie dort mit fünfmal Beten am Tag und Plumpsklo glücklich werden können. Wie viel Ahnung von der Szene Polizei und Verfassungsschutz haben wüsste ich schon gerne genauer. Irgendwie fühle ich mich unwohl, seit die örtliche Salafistenmoschee die verkehrtrum aufgehängte Deutschlandfahne durch eine schwarze mit arabischer Aufschrift in weiß ersetzt hat.
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