Luftangriffe in Syrien Türkei steigt in die Allianz gegen den IS ein

Die Türkei gibt dem Drängen der USA nach und beteiligt sich an Luftangriffen des internationalen Bündnisses gegen die Terrormiliz IS. Bislang richteten sich Ankaras Militärschläge vor allem gegen kurdische Einheiten, die ebenfalls den IS bekämpfen.

Türkisches Militärflugzeug: Angriffe im Auftrag der internationalen Koalition
AP/dpa

Türkisches Militärflugzeug: Angriffe im Auftrag der internationalen Koalition


Der Druck der USA auf die Regierung in Ankara hat Wirkung gezeigt: Die türkische Luftwaffe hat erstmals für das Bündnis gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) Angriffe in Syrien geflogen. Das berichtet die türkische Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf das türkische Außenministerium.

Vergangene Woche hatte US-Verteidigungsminister Ashton Carter seine Ungeduld mit der Türkei zum Ausdruck gebracht und den Nato-Partner zu einem stärkeren militärischen Engagement im Kampf gegen den IS aufgerufen: Die Türkei müsse sich mit eigenen Kampfflugzeugen am sogenannten Air Tasking Order (ATO) beteiligen, der die Luftangriffe der US-geführten Koalition gegen den IS koordiniert. Carter bemängelte, dass der IS weiterhin in der Lage sei, Kämpfer und Nachschub über die türkische Grenze nach Syrien zu bringen.

Nach langer Weigerung hatte die Türkei den USA im Juli die Nutzung der türkischen Luftwaffenbasis Incirlik für Angriffe gegen den IS in Syrien erlaubt. Außerdem flog die türkische Luftwaffe selbst erstmals einige Angriffe auf IS-Stellungen. Allerdings konzentrierte sich die türkische Armee bislang auf den Kampf gegen die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK).

Der syrische Ableger der PKK - die kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) - kämpft in Nordsyrien gegen den IS. Die PKK wird von der Türkei und ihren europäischen und amerikanischen Verbündeten als Terrororganisation eingestuft.

vet/dpa/AP

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