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Geiselnahme in Syrien: US-Justiz klagt Witwe von früherem IS-Finanzchef an

Sie soll an der Geiselnahme der Amerikanerin Kayla Mueller beteiligt gewesen sein: Die US-Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen die Frau eines getöteten IS-Führers erhoben.

Die Terroristen machten sie zur Sklavin von IS-Chef Abu Bakr al-Baghdadi: die amerikanische Entwicklungshelferin Kayla Mueller. Jetzt soll sich eine ihrer mutmaßlichen Entführerinnen vor Gericht verantworten. Die US-Justiz hat die Witwe des getöteten Finanzchefs der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" angeklagt.

Die 25-jährige Nisreen Assad Ibrahim Bahar, auch bekannt als Umm Sajjaf, soll Mueller und andere Geiseln im Haus ihres Mannes Abu Sajjaf gefangen gehalten haben. Die Amerikanerin, so der Vorwurf, wurde dort von al-Baghdadi zum Sex gezwungen.

Laut den Ermittlern gab Bahar zu, dass al-Baghdadi Mueller "besessen" habe. Die Entwicklungshelferin war im August 2013 in Aleppo entführt worden. Nach IS-Angaben kam sie im Februar 2015 bei einem Luftangriff der US-geführten Militärkoalition ums Leben. Die amerikanischen Behörden sagen dagegen, der Tod der 26-Jährigen sei weiter ungeklärt. Abu Sajjaf, einst Finanzchef des IS, wurde im Mai 2015 bei einer seltenen US-Kommandoaktion in Syrien getötet.

Seine Ehefrau Bahar wurde bei dem Einsatz festgenommen. Sie ist derzeit in irakischer Haft und muss sich dort wegen Terrorvergehen verantworten. Sollte sie von der US-Justiz schuldig befunden werden, droht ihr lebenslange Haft. Sie hat zugegeben, dass sie allein für die Geiseln verantwortlich war, wenn ihr Mann außer Hauses war. Auch bestätigte sie, dass al-Baghdadi und andere IS-Führer in dem Haus gewesen seien.

kev/AFP/AP/Reuters

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