Anti-IS-Koalition Massive Luftangriffe auf Mossul

Mossul ist seit dem Sommer in der Hand der IS-Terrormiliz. Nun hat die US-geführte Koalition gegen den "Islamischen Staat" die Stadt im Irak wieder heftig bombardiert.

Luftangriffe auf Mossul (im Januar): Bomben der US-geführten Allianz
Getty Images/ Anadolu Agency

Luftangriffe auf Mossul (im Januar): Bomben der US-geführten Allianz


Arbil - Im Juni hatte der "Islamische Staat" die Millionenstadt Mossul erobert, seitdem ist sie umkämpft: Nach kurdischen Angaben hat die internationale Anti-Terror-Koalition erneut mit einem massiven Bombardement der nordirakischen Stadt begonnen. Das berichtet der US-Nachrichtensender CNN. Der Generalsekretär des Peschmerga-Ministeriums, Dschabar Jawar, bestätigte der Nachrichtenagentur dpa, dass zur Stunde eine Militäroperation laufe.

Die US-geführte Allianz gegen die Terrormiliz habe 15 Luftschläge im Irak und weitere elf in Syrien durchgeführt, meldete das amerikanische Militär. Neun Angriffe in Syrien seien um Kobane herum durchgeführt worden. Die Koalition hatte die Stadt im vergangenen Monat von den Dschihadisten zurückerobert.

Laut dem Nachrichtenportal Rudaw haben die Dschihadisten daraufhin mit der Räumung der Innenstadt begonnen. Rudaw beruft sich dabei auf einen Vertreter der kurdischen Peschmerga-Armee. Die unabhängige irakische Nachrichtenseite "Al-Sumaria" meldete unter Berufung auf Sicherheitskreise, dass die Extremisten aus sieben Ortschaften nordwestlich von Mossul durch Luftschläge und kurdische Soldaten vertrieben worden seien.

Die IS-Miliz hat seit Sommer große Gebiete im Irak und in Syrien unter ihre Kontrolle gebracht. In den folgenden Monaten verfolgte sie ethnische und religiöse Minderheiten wie Jesiden und Christen brutal. Mit Unterstützung der US-Luftwaffe und verbündeter europäischer und arabischer Staaten gelang es Kurden, Schiiten und Regierungstruppen seitdem, die Terroristen an mehreren Fronten wieder zurückzudrängen.

Im Irak berichteten Bewohner von Gebieten unter IS-Kontrolle und Sicherheitskräfte zuletzt von 48 Tötungen seit Jahresbeginn, unter den Opfern waren demnach zwei Christen, zwei Journalisten und drei Rechtsanwältinnen. Die meisten Opfer wurden in Mossul und im Umkreis der Stadt öffentlich erschossen.

Auch die irakische Armee versucht, landesweit die Kontrolle wiederzugewinnen. Die Hauptstadt Bagdad ist derzeit nicht von größeren Angriffen durch die IS-Miliz bedroht. Allerdings werden dort immer noch häufig Bombenanschläge verübt.

So wurden am Samstag unmittelbar vor der geplanten Aufhebung der nächtlichen Ausgangssperre bei Anschlägen mindestens 27 Menschen getötet. Zu den Taten bekannte sich zunächst niemand. Ministerpräsident Haider al-Abadi hatte angeordnet, dass es ab Samstagabend erstmals seit Jahren keine nächtliche Ausgangssperre in Bagdad mehr geben sollte. Mit der Aufhebung des Ausgangsverbots, das meist von Mitternacht bis 5 Uhr dauerte, sollte Iraks Hauptstadt ein Stück weit zur Normalität zurückkehren.

Finanzrat Medienrat Geheimrat Militärrat Hilfsrat für Kämpfer Sicherheitsrat Rechtsrat Schurarat

Für weitere Information zu den neun Räten: Fahren Sie mit dem Mauszeiger über die Boxen in der Grafik.

Führungsrat:

Das Gremium trifft alle wichtigen Entscheidungen im "Islamischen Staat". Alle Beschlüsse des Führungsrats müssen von IS-Chef Baghdadi abgesegnet werden. Zumindest theoretisch können die Mitglieder des Führungsrats den "Kalifen" absetzen.

Schura-Rat:

Besteht aus neun Männern, die in islamischem Recht bewandert sind. Sie beraten den Führungsrat in allen wichtigen militärischen und religiösen Fragen.

Geheimdienstrat:

Sammelt Informationen über innere und äußere Gegner des IS.

Finanzrat:

Ist das Finanzministerium des IS und verfügt über Hunderte Millionen US-Dollar. Der Rat koordiniert den Verkauf von Erdöl und fädelt Waffengeschäfte ein.

Militärrat:

Ist so etwas wie das Verteidigungsministerium des "Islamischen Staats". Der Rat koordiniert den militärischen Vormarsch und die Sicherung des eroberten Territoriums.

Hilfsrat für Kämpfer:

Organisiert die Schleusung ausländischer Kämpfer in den "Islamischen Staat". Der Rat unterstützt die ausländischen Dschihadisten, hilft ihnen unter anderem dabei, Unterkünfte zu finden.

Rechtsrat:

Regelt Familienstreitigkeiten und Verletzungen des islamischen Rechts. Das Gremium entscheidet auch über die Tötung von Geiseln.

Medienrat:

Gibt die offiziellen Mitteilungen des IS heraus. Koordiniert die Propagandakampagnen in den sozialen Netzwerken.

Sicherheitsrat:

Koordiniert die Kontrolle über die eroberten Gebiete, entscheidet über die Errichtung von Checkpoints. Mitglieder des Rats sind auch an der Tötung von Geiseln beteiligt.

vek/dpa/AFP/Reuters



insgesamt 31 Beiträge
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Seite 1
Maître111 07.02.2015
1. Die Befreiung
von Mossul wäre ein deutliches Zeichen, dass der IS nicht allmächtig ist, sondern zurückgeschlagen werden kann. Daher wünsche ich der Anti-IS-Koalition guten Flug.
alrassatmi 07.02.2015
2. Ja Minderheiten
über 80% der Opfer von IS sind Sunniten wenn IS nur sunniten ermorden würde und die Minderheiten in Schutz nehmen würde wären keine Luftschläge passiert es ist ganz einfach Sanktionen gegen Türkei Saudi Arabien und Katar.IS würde sich in Luft auflösen.aber es wird immer der schwerere mit den meisten Opfern gesucht!Es geht ja alleine nur um Assads Regierung zu stürzen nicht mehr nicht weniger aber das ist nach hinten los gegangen als IS Angefangen hat auch gegeb Türkei Saudi Katar zu predigen in den Ländern herrschen die skrupelosestwn Diktatoren des nahen Osten und Europa und USA machen Big Deals mit denen als Geschenk gibt es noch Die WM an Katar
mulli3105 07.02.2015
3. Die einzige Sprache
die diese bestialischen Neandertaler verstehen - man kann nur hoffen, dass die militärischen Interventionen nun endlich in voller Stärke anlaufen und erst beendet werden, wenn dem islam. Unrechtsstaat das Rückgrat gebrochen wurde.
hansihofer33 07.02.2015
4.
Zitat von alrassatmiüber 80% der Opfer von IS sind Sunniten wenn IS nur sunniten ermorden würde und die Minderheiten in Schutz nehmen würde wären keine Luftschläge passiert es ist ganz einfach Sanktionen gegen Türkei Saudi Arabien und Katar.IS würde sich in Luft auflösen.aber es wird immer der schwerere mit den meisten Opfern gesucht!Es geht ja alleine nur um Assads Regierung zu stürzen nicht mehr nicht weniger aber das ist nach hinten los gegangen als IS Angefangen hat auch gegeb Türkei Saudi Katar zu predigen in den Ländern herrschen die skrupelosestwn Diktatoren des nahen Osten und Europa und USA machen Big Deals mit denen als Geschenk gibt es noch Die WM an Katar
Mag ja stimmen, aber 99% der Anhänger des IS sind Sunniten. Und bisher sind die Gebiete des IS nahezu deckungsgleich mit den Siedlungsgebieten der Sunniten. Dort verfügt der IS offenbar über erheblichen Rückhalt.
biesi61 07.02.2015
5. Mit der Bombardierung von Großstädten
wollen die Amerikaner und ihre Koalitionäre also die Herzen der Sunniten gewinnen? Der nächste amerikanische Krieg, der nach hinten losgehen wird! (Nie vergessen: Ohne George W.s auf Lügen gestützten Angriffskrieg gegen den Irak mit Hunderttausenden irakischen Toten gäbe es gar keinen IS!)
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