Rückschlag für Dschihadisten Kurden stoppen IS-Vormarsch auf Ain al-Arab

Der Vormarsch des "Islamischen Staats" auf Ain al-Arab stockt. Kurdische Milizen konnten die Dschihadisten wenige Kilometer vor der Grenzstadt stoppen. Zuvor hatten die Verteidiger erstmals Unterstützung aus der Luft erhalten.

Kämpfe um Ain al-Arab: Kurden drängen IS-Kämpfer zurück
AFP

Kämpfe um Ain al-Arab: Kurden drängen IS-Kämpfer zurück


Ankara/Hamburg - Die Kurden melden erste Erfolge im Kampf gegen die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) in Nordsyrien. Nach eigenen Angaben haben die kurdischen Milizen den Vormarsch der Dschihadisten wenige Kilometer vor Ain al-Arab gestoppt. Der regionale TV-Sender Rudaw bestätigte die Meldung.

Die Stadt, die von ihren kurdischen Einwohnern Kobani genannt wird, liegt direkt an der Grenze zur Türkei. Seitdem die IS-Milizen vor einer Woche einen Großangriff auf die Grenzregion gestartet hatten, sind knapp 150.000 Menschen in die Türkei geflüchtet.

Nun haben die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) die radikalen Islamisten zurückgedrängt. Bei den Kämpfen seien mindestens zwölf IS-Milizionäre getötet worden. Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete unter Berufung auf Augenzeugen zudem acht tote YPG-Kämpfer.

Frankreich schließt Luftangriffe in Syrien nicht mehr aus

Die Front liege nun 10 bis 15 Kilometer südlich von Ain al-Arab, sagte Idris Nassan, Sprecher der kurdischen Regionalverwaltung. Trotzdem sei die Stadt weiterhin von drei Seiten eingekreist.

Am Mittwoch hatten die Kurden erstmals Unterstützung aus der Luft erhalten. Die US-geführte Koalition bombardierte Ziele in der Umgebung von Ain al-Arab, um den Vormarsch des IS zu stoppen.

Auch Frankreichs Regierung schließt mittlerweile Luftangriffe gegen den IS in Syrien nicht mehr aus. Diese Option liege "auf dem Tisch", sagte Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian. Bislang beteiligt sich Frankreich nur an Operationen gegen die Dschihadisten im Irak.

syd/Reuters

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insgesamt 21 Beiträge
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MagyarBosnier 25.09.2014
1. Volksverteidigungseinheiten?
das klingt beim ersten hören ziemlich sozialistisch/kommunistisch. Ich dachte immer, dass für die USA der Feind immer links steht, egal wer der andere Gegner ist
diefetteberta 25.09.2014
2. Kurden und co
Wenn es noch moderate Rebellen in Syrien gibt, dann sollten die sich schnellstens mit den Kurden zusammenschließen und gemeinsam gegen IS vorgehen, später wird man sich dann auch noch um den verrückten Assad kümmern können.
e_d_f 25.09.2014
3. Die Luftunterstützung ...
... macht den entscheidenden Unterschied. Solange es noch "Verbündete" am Boden gibt, kann die Luftwaffe den Krieg entscheidend zugunsten der IS-Gegner beeinflussen. Und da man sich kaum Schlimmeres als den IS vorstellen kann, ist es nachrangig, welche IS-Gegner profitieren. Lieber die PKK oder deren syrische Ableger als IS! Selbst Assad ist besser als der IS! Daher: Weiter so, immer feste drauf!
rüpelrudi 25.09.2014
4. Lieber MagyarBosnier,
ich schließe Ihnen eine Bildungslücke.Auch bei den Nazis gab es Volksgemeinschaft,Volksgenossen,Volkssturm usw..Aber davon abgesehen ist die Meldung ,daß die Irren zumindest vorerst gestoppt sind,erfreulich.
j.oder 25.09.2014
5. im übrigen bin ich der Meinung
man sollte soviel wie möglich kurdische, heimatverbundene Flüchtlinge nach D holen. Unter den gegeben Umständen für die Kurden ein WIN, für de Maizière eine x-fache WIN-Situation.
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