Gräuel der IS-Terrormiliz Polizei entdeckt Massengrab in befreiter Stadt Ramadi

Eine Stadt nach der anderen muss der "Islamische Staat" aufgeben - und was die Befreier finden, ist grauenvoll: Im irakischen Ramadi wurde nun ein weiteres Massengrab entdeckt.

AP/dpa

Aus einer irakischen Stadt nach der anderen werden Truppen des "Islamischen Staates" (IS) vertrieben. Was die Behörden nach Abzug der Terrormiliz finden, zeigt die Grausamkeit der islamistischen Kämpfer.

In der befreiten Stadt Ramadi hat die Polizei nun ein Massengrab entdeckt, in dem mindestens 40 Leichen verscharrt sind. Unter den Toten seien auch Kinder, teilten Sicherheitskräfte und die Provinzverwaltung mit.

Die Menschen seien offenbar von den IS-Extremisten getötet worden, als diese im Mai die Stadt eroberten. Die Polizei veröffentlichte am Mittwoch auf Facebook Bilder des Massengrabs mit teilweise verwesten Leichen. In einem Video sprach Polizeichef Hadi Rasidsch über den Fund. Regierungsvertreter bestätigten die Echtheit der Bilder und Berichte.

IS hinterließ vielerorts Massengräber

Die irakische Armee hatte das gut hundert Kilometer westlich der Hauptstadt gelegene Ramadi mit Unterstützung einer von den USA angeführten Militärkoalition im Dezember zurückerobert. Wegen der großen Zerstörungen und der zahlreichen Sprengfallen können viele Einwohner noch nicht zurückkehren.

Auch in anderen früher vom IS gehaltenen Gebieten sind bereits mehrere Massengräber entdeckt worden. In der von kurdischen Kämpfern befreiten Stadt Sindschar im Nordirak stießen die Befreier Ende November auf etliche Gruben mit verwesenden Leichen, darunter viele Frauen. Die Aufräumarbeiten dauern in Sindschar auch zwei Monate nach der Befreiung an. Die IS-Terroristen hatten in der Stadt ein weitverzweigtes Tunnelsystem gegraben, um sich vor Luftschlägen der internationalen Allianz zu schützen.

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IS-Tunnel: Im Untergrund von Sindschar
Die Extremisten errichteten in ihrem sogenannten Kalifat ein strenges Regime auf der Basis einer fundamentalistischen Auslegung des Korans. Dazu gehören auch Hinrichtungen von Angehörigen anderer Glaubensrichtungen sowie die Todesstrafe für Verstöße gegen IS-Verhaltensregeln.

cht/AFP

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